29.04.2026 – 01.05.2026
Von Axel
St. Peter-Ording ist und war schon immer ein
bekanntes und gut besuchtes Ziel für Urlauber. Mein Vater ist dort schon in den
Fünfziger-Jahren des vorigen Jahrhunderts hingefahren, um an der Nordsee Urlaub
zu machen. Warum das so ist haben wir uns nun selbst angesehen und verstanden,
als wir die kilometerlangen Strände sahen und unsere Füße in den sehr hellen Sand
steckten, der fast so fein wie Mehl ist.
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| Am Strand von St. Peter-Ording |
St. Peter-Ording besteht aus den Ortsteilen Böhl,
Bad, Dorf und Ording, die jeweils zwei bis drei Kilometer auseinander liegen.
Davor erstrecken sich riesige Salzwiesen ins Wattenmeer, und vorgelagert ist
dann eine riesige Sandbank, die man über einen Holzsteg erreichen kann und die praktisch
als riesiger Sandstrand dient mit Pfahlbauten, in denen sich Restaurants,
Toiletten, Rettungsdienst und Strandkorbvermietung befinden.
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| Mächtig viel Strand |
Unser erstes Ziel war der Campingplatz „Meer
Grün Campingpark Olsdorf“, wo wir keinen Stellplatz kriegen konnten, also
fuhren wir einen Kilometer weiter zum Reisemobilhafen Sankt Peter-Ording, bei
dem, wie in Tönning, das Einchecken vollautomatisch funktionierte und wir eine
Camper-Card bekamen, mit der man alles bezahlen kann: Wasser, Strom, Dusche,
WC-Benutzung. Dies war tatsächlich unser erster Stellplatz, bei dem man für
jeden Gang zum Klo 20 Cent bezahlen mußte.
Der Platz war nicht stark besucht ( das sollte
sich am Folgetag, dem 1. Mai, dann aber ändern ) und nachdem wir unser
Wohnmobil aufgestellt hatten und Kontakt geknüpft hatten mit einem älteren
Ehepaar, die uns noch einige nützliche Tipps geben würden, gab’s erstmal
Backfisch zu essen, die dieses Ehepaar gerade besorgt hatte, aber zu reichlich
für zwei Personen.
So gestärkt unternahmen wir einen Spaziergang durch
den Ortsteil Dorf zum Deich und wandten uns nach links, um zum Böhler
Leuchtturm zu spazieren, von dort dann zurück über die Pestalozzistrasse ins
Zentrum von Dorf. Das Wetter war herrlich sonnig und wenig windig und so würde
es die nächsten zwei Tage auch noch bleiben. Im Café Frieseneck bekam ich einen
Kaffee und Alex nix, denn es gab dort weder Tee noch Cappuchino, denn der
Kaffeeautomat war kaputt. Abends im Wohnmobil gab’s dann eine Brotzeit, das geplante
kochen von Paprika-Hühnchen verschoben wir auf einen späteren Tag und das
Hühnchen wanderte in das Gefrierfach, denn obwohl dieser Wohnmobilhafen von
promobil mehrmals als „Top Platz“ ausgezeichnet wurde gab es hier keine
Gelegenheit Geschirr zu spülen. Größere Mengen Kochgeschirr spülen wir doch
lieber außerhalb vom Wohnmobil.
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| Salzwiesen vor St. Peter-Ording |
Am Mai-Feiertag radelten wir zunächst zur Mole
vom Ortsteil Bad, von der ein Holzsteg hinaus führt zu besagter Sandbank, die
dieses Jahr ihr hundertjähriges Jubiläum feiert. Ganz früher haben Fischer die
ersten Kurgäste mit ihren Booten rüber geschippert auf die Sandbank.
Nachdem wir brav unsere Gästekarte vorgezeigt
hatten spazierten wir also zum Strand, steckten unsere Füße in den tollen Sand
und das eiskalte Nordsee-Wasser und ließen uns dann an einer Bar in einem
Strandkorb nieder, um einen Cappuccino zu schlürfen.
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| Westhever Leuchtturm |
Es war schon nach zwölf Uhr, als wir eine
Radtour antraten zum 18 km entfernten Westhever Leuchtturm, der wirklich
malerisch mit seinen 40 m Höhe aus dem Wattenmeer aufragt und weithin sichtbar
ist mit seinen roten und weißen Ringen. Wir umrundeten die Tümlauer Bucht, mal
diesseits, mal jenseits vom Deich, seelenruhig beobachtet von zahlreichen
Schafen mit ihren Lämmern. Schafe sind die idealen „Pfleger“ von Deichen, wie
wir in Tönning gelernt hatten: anders als Kühe zerstören ihre Hufe nicht den
Grasbewuchs auf den Deichen, sondern verdichten ihn.
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| Unterwegs zum Westhever Leuchtturm |
Es war halb drei Uhr, als wir den Leuchtturm
erreichten. Ich stieg natürlich hoch, um die Aussicht über das platte Land und
die Husumer Bucht zu genießen. Dazu bekam ich ein paar Plastik-Clogs verpasst,
denn die Treppe im Turm steht unter Denkmalschutz.
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| Immer noch unterwegs zum Westhever Leuchtturm |
Als wir wieder aufbrechen wollten mußte ich
mal wieder zur Luftpumpe greifen, denn mein Vorderreifen war wieder platt. Ein
neuer Schlauch war wohl überfällig !
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| Blick vom Westhever Leuchtturm |
Wir radelten weiter ins nahe gelegene Westerhever,
vorbei an einem heute geschlossenen Imbiss, und bekamen dort im einzigen
Gasthof glücklicherweise ein spätes Mittagessen, denn wir hatten einen Mordshunger.
Ich bekam Schollenfilets mit Bratkartoffeln und einem sehr leckeren
Gurkensalat, garniert mit „Queller“, den man hier oben oft auf seinem Teller
finden kann und der sehr knackig und leicht salzig schmeckt. Alex ließ sich
Lamm-Bratwürste mit Kartoffelbrei und Gemüse schmecken. Danach probierten wir
noch eine Friesentorte, die aus Blätterteig, Schlagsahne und Pflaumenmus
gemacht wird.
So gestärkt war der Rückweg nun kein großes
Problem mehr und nach einmal aufpumpen erreichten wir wieder St. Peter-Ording.
Am Abend, nachdem ich das Vorderrad meines Fahrrades geflickt hatte, besuchten
wir noch ein Straßenfest im Ortsteil Dorf. Hunger hatten wir aber keinen mehr,
also begnügten wir uns mit einem Drink.
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| An der Mole von St. Peter-Ording |
Unser nächstes Ziel sollte Dagebüll werden,
schlappe 95 km entfernt. Da wir bis 16:00 Uhr auf unserem Stellplatz bleiben
konnten nutzten wir das tolle Wetter am Vormittag zu einer Wanderung durch die
Salzwiesen, die uns wieder zur Mole führte, wo es einen Cappuccino gab, bevor
wir auf dem Deich zurück spazierten in den Ortsteil Dorf. Zuvor hatte ich mir
bei einem glücklicherweise heute geöffneten Fahrrad-Verleih noch einen Schlauch
für mein Fahrrad gekauft. In Dorf kehrten wir zum Mittagessen ein bei Hansen
und bestellten uns einen Teller „Hansen-Happen“ mit Lachs, Matjestatar und
Roastbeef, eine Empfehlung des freundlichen Ehepaars auf unserem Stellplatz
nebenan.