Donnerstag, 28. Mai 2026

Aarhus

 

25.05.2026 – 27.06.2026

Von Axel

Aarhus ist mit 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Dänemarks und die größte auf dem dänischen Festland. Von hier aus wollten wir mit der Fähre übersetzen nach Sjælland, Dänemarks größter und bevölkerungsreichster Insel, auf der sich auch die Stadt Kopenhagen befindet.  Die Stadt ist ausserdem eine der ältesten in Dänemark und Nordeuropa. Jüngste Ausgrabungen fanden Belege für eine Besiedlung im achten Jahrhundert n. Chr., als Wikinger die Stadt an der Mündung des Flusses Aarhus gründeten.

Am Hafen von Aarhus

 

Im Quartier Latin in Aarhus

 

Am Pfingstmontag fuhren wir die kurze Strecke, etwa 40 km, von Mols Bjerge bis hierher und bezogen einen Campingplatz etwa 7 km südlich von Aarhus mit herrlichem Blick über die Bucht und einem Kiesstrand wenige Meter entfernt. Fast im Stundentakt war hier eine Fähre zu erspähen, oder ein größeres Frachtschiff.

Das warme Wetter motivierte mich mal kurz in die Ostsee zu springen, die Wassertemperatur soll etwa 13 Grad betragen. Ein paar Minuten konnte ich es aushalten, bis Alex endlich die Kamera gezückt und ein paar Beweisphotos geschossen hatte.

Cafes am Aarhus River

 

Am Dienstag sind wir dann von unserem Campingplatz über einen sehr schönen Radweg nach Aarhus geradelt und haben uns die Stadt angesehen. Auffällig: viele Fahrräder ( wir fühlten uns kurzzeitig an Amsterdam erinnert ) und viele junge Menschen, die hier wohl ihr Studium an der Universität absolvieren.

Kunstmuseum im Aarhus

 

Häuschen im Mühlenviertel von Aarhus

 

Wir schlenderten erst am Hafen entlang, dann in die Altstadt, zum Dom und in die Fussgängerzone. Im „Gardencafé“ im Quartier Latin aßen wir Burger bzw. gebratene Scholle, dazu gönnten wir uns mal wieder eins der hier sündhaft teuren Biere. Am Nachbartisch saßen zwei Studenten, die die ganze Zeit, während wir da waren, wortlos mit ihren Computern beschäftigt waren, während vor ihnen zwei leere Gläser auf dem Tisch standen. So wird heute wohl studiert.

Street-Art und Fachwerk in Aarhus

 

Danach spazierten wir weiter zum Kunstmuseum mit seinem regenbogenfarbenen Rundgang auf dem Dach und ins Mühlenviertel mit bezaubernden kleinen bunten Häuschen, bevor wir im Café Cross am Fluss Aarhus die After-Work-Hour nutzten und uns einen Aperol gönnten für nur 60 DKK, ein absoluter Schnapper hier in Dänemark.

Montag, 25. Mai 2026

Femmøller

 

22.05.2026 – 25.05.2026

Von Alex

Axel hatte als weitere Station den Nationalpark Mols Bjerge ausgeguckt, nachdem er im Reiseführer gelesen hatte, dass man hier sehr schön wandern kann.

Trotz Pfingsten noch viel Platz auf dem 
ACSI Campingplatz "Mols Bjerge Camping"

 

Etwas außerhalb des Ortes Femmøller gab es einen Drei Sterne ACSI Campingplatz, den wir heute ansteuern wollten. Doch zuvor mussten wir uns mit Proviant eindecken, denn wir wollten über Pfingsten auf dem Platz bleiben, um der Suche nach einem neuen Stellplatz am langen Wochenende zu entgehen. Und da es weder auf dem Platz noch in der Nähe etwas zum Einkehren gab, kauften wir also für drei Tage Lebensmittel, was auch hieß: drei Tage selbst kochen!

Auf dem Platz angekommen benötigten wir allerdings eine gefühlte Ewigkeit, bis unser Camper richtig stand. Da die Plätze, außer mit einer Nummer, nicht markiert waren, war auch nicht so ganz ersichtlich, wo Standplatz und wo Fahrweg war. Der erste Platz war ungeeignet für unser 7 m WoMo, aber auf dem zweiten Platz gelang es dann, den Camper gut und gerade auszurichten. Allerdings gab es am anderen Morgen beim Brötchen holen Verwirrung bzgl. der Verbuchung. Aber auch das konnte gelöst werden. An diesem Abend gab es Lachs auf Kartoffelgratin, den wir uns vom Hafen in Øster Hurup mitgebracht hatten. Da es eine ausreichend große Spülküche gab und der Platz trotz Pfingsten nur mäßig besucht war, war das anschließende Spülen kein Problem.

Freundliche Begegnung auf dem Mols Bjerge Stien

 

Da mittlerweile auch das Wetter aufs Beste mittspielte war für Samstag Wandern angesagt. Axel hatte an der Rezeption eine Art Wanderkarte bekommen. Eine Art Wanderkarte deshalb, weil man diese Karte hier und auch die Wegbeschilderungen nicht wirklich ernst nehmen kann und beides auch nicht immer sehr hilfreich ist. Z.B. sind auf der Karte Knotenpunkte verzeichnet, an denen man sich auf der Tour lang hangelt. Allerdings findet man diese Knotenpunkte auf den Wanderwegen nicht immer und gerade an Wegkreuzungen fehlten sie oft - also nicht wirklich hilfreich.

Wandern auf dem
Mols Bjerge Stien

 

Als Erstes steuerten wir einen Wanderparkplatz in Femmøller an, den wir nach gut 40 Minuten auch problemlos erreichten. Dort studierten wir nochmals die Wegbeschreibung und legten los Richtung Agri Bavnehøj. Dabei mussten wir zahlreiche Rund- und Fernwanderwege miteinander kombinieren.

Aber da Axel einen guten Orientierungssinn hatte und manchmal auch die Wegmarkierungen halfen, fanden wir immer wieder den richtigen Pfad. Auf einer Anhöhe angekommen vernahmen wir von einer jungen Frau mit Hund vor uns einen spitzen Schrei und da es schon sehr nach Rindviechern roch vermutet ich schon fast die Gegenwart eines kapitalen Stiers auf der Weide. Aber wir wurden nur sehr neugierig von einer Herde Galloway Rindern beäugt, die auch sofort scheu vor uns zurückwichen, wenn man ihnen näher kam. Die junge Frau allerdings traute dem Frieden nicht und schlug einen anderen Weg ein.

Der Ebeltoft Nationalpark ist nicht gerade riesig, aber der Fernwanderweg Mols Bjerge Stien hat immerhin eine Länge von 82,5 km. Er zieht sich durch eine Hügellandschaft aus bewaldeten und bewachsenen Dünen, nicht unähnlich unseren Hiwweltouren. Es geht immer wieder bergauf und bergab durch wechselnde Landschaften. Hier gibt es leider weder Weck noch Worscht noch Woi, keine Rebstöcke und auch keine Straußwirtschaften, dafür aber Meerblick, Galloways und viel Wind.

Tatsächlich fanden wir hier kein einziges Lokal, in das man hätte einkehren können und so waren wir froh, dass wir vorausschauend unseren Proviant mitgebracht hatten.

Vom Agri Bavnehøj hatten wir eine eher trübe Aussicht auf die umliegenden Buchten. Wir wanderten noch ein Stück weiter nach Agri und um die Agri Kirke herum, bevor wir den Rückmarsch antraten.

Wir waren insgesamt etwa 6 Stunden unterwegs und wurden bei unserer Mittagspause unter einer alten Eiche auch mal kurz naß, aber die dunkle Wolke war so schnell verschwunden wie sie gekommen war.

Am Abend brutzelten wir uns auf unserem Gasgrill Hühnchenbrust, dazu gab es Polenta und Salat.

Hier blühte noch der Flieder Ende Mai !

 

Aussicht vom Mols Bjerge Stien

 

Auch am Sonntag drehten wir wieder eine schöne Tour durch den Nationalpark. Von Femmøller aus schlugen wir diesmal den Weg ein, den wir am Tag zuvor zurückgekommen waren und wollten eigentlich einen Rundweg durch eine weniger frequentierte Gegend machen, wo es angeblich viele Schmetterlinge geben sollte. Nun, was soll ich sagen, wir fanden weder den Weg noch die Schmetterlinge. Als wir mittendrin so richtig vom Weg abgekommen waren, eröffnete sich zu unserer Freude ein großartiger Blick aufs Meer und das entfernt liegen Aarhus. So waren wir für diesen Umweg mehr als entschädigt. Danach liefen wir eigentlich nur noch querfeldein in die Richtung, in die wir wollten und kamen so wieder auf bekannte Wege und zu einem lauschigen Rastplatz für unsere Mittags-Vesper. Da wir noch Reserven hatten wanderten wir weiter und drehten noch eine Schleife zum „Visitor-Center“ Ovre Strandkaer, bevor uns der Mols Bjerge Stien zurück führte zum Parkplatz bei Femmoller und weiter zu unserem Campingplatz.

Wanderweg im Mols Bjerge Nationalpark

 

Auch heute kamen wir erst wieder am späteren Nachmittag auf dem Campingplatz an und nach Kaffee und Dusche gab es am Abend dann Galloway Burger vom Grill mit Süßkartoffeln und Maisgemüse. Und nein, das Fleisch für die Burger war nicht von den Galloways auf der Weide! Das hatten wir noch in Nordfriesland in einem Bauernladen gekauft und eingefroren. Unser WoMo verfügt nämlich über ein sehr gutes Tiefkühlfach!