22.05.2026 – 25.05.2026
Von Alex
Axel
hatte als weitere Station den Nationalpark Mols Bjerge ausgeguckt, nachdem er
im Reiseführer gelesen hatte, dass man hier sehr schön wandern kann.
 |
Trotz Pfingsten noch viel Platz auf dem ACSI Campingplatz "Mols Bjerge Camping" |
Etwas
außerhalb des Ortes Femmøller gab es einen Drei Sterne ACSI Campingplatz, den wir heute ansteuern
wollten. Doch zuvor mussten wir uns mit Proviant eindecken, denn wir wollten
über Pfingsten auf dem Platz bleiben, um der Suche nach einem neuen Stellplatz
am langen Wochenende zu entgehen. Und da es weder auf dem Platz noch in der
Nähe etwas zum Einkehren gab, kauften wir also für drei Tage Lebensmittel, was auch
hieß: drei Tage selbst kochen!
Auf
dem Platz angekommen benötigten wir allerdings eine gefühlte Ewigkeit, bis unser
Camper richtig stand. Da die Plätze, außer mit einer Nummer, nicht markiert
waren, war auch nicht so ganz ersichtlich, wo Standplatz und wo Fahrweg war. Der
erste Platz war ungeeignet für unser 7 m WoMo, aber auf dem zweiten Platz
gelang es dann, den Camper gut und gerade auszurichten. Allerdings gab es am
anderen Morgen beim Brötchen holen Verwirrung bzgl. der Verbuchung. Aber auch
das konnte gelöst werden. An diesem Abend gab es Lachs auf Kartoffelgratin, den
wir uns vom Hafen in Øster Hurup mitgebracht hatten. Da es eine ausreichend
große Spülküche gab und der Platz trotz Pfingsten nur mäßig besucht war, war
das anschließende Spülen kein Problem.
 |
| Freundliche Begegnung auf dem Mols Bjerge Stien |
Da
mittlerweile auch das Wetter aufs Beste mittspielte war für Samstag Wandern
angesagt. Axel hatte an der Rezeption eine Art Wanderkarte bekommen. Eine Art
Wanderkarte deshalb, weil man diese Karte hier und auch die Wegbeschilderungen
nicht wirklich ernst nehmen kann und beides auch nicht immer sehr hilfreich ist.
Z.B. sind auf der Karte Knotenpunkte verzeichnet, an denen man sich auf der
Tour lang hangelt. Allerdings findet man diese Knotenpunkte auf den Wanderwegen
nicht immer und gerade an Wegkreuzungen fehlten sie oft - also nicht wirklich hilfreich.
 |
Wandern auf dem Mols Bjerge Stien |
Als
Erstes steuerten wir einen Wanderparkplatz in Femmøller an, den wir nach gut 40 Minuten auch problemlos erreichten. Dort
studierten wir nochmals die Wegbeschreibung und legten los Richtung Agri Bavnehøj.
Dabei mussten wir zahlreiche Rund- und Fernwanderwege miteinander kombinieren.
Aber da
Axel einen guten Orientierungssinn hatte und manchmal auch die Wegmarkierungen
halfen, fanden wir immer wieder den richtigen Pfad. Auf einer Anhöhe angekommen
vernahmen wir von einer jungen Frau mit Hund vor uns einen spitzen Schrei und
da es schon sehr nach Rindviechern roch vermutet ich schon fast die Gegenwart
eines kapitalen Stiers auf der Weide. Aber wir wurden nur sehr neugierig von
einer Herde Galloway Rindern beäugt, die auch sofort scheu vor uns
zurückwichen, wenn man ihnen näher kam. Die junge Frau allerdings traute dem Frieden
nicht und schlug einen anderen Weg ein.
Der
Ebeltoft Nationalpark ist nicht gerade riesig, aber der Fernwanderweg Mols
Bjerge Stien hat immerhin eine Länge von 82,5 km. Er zieht sich durch eine
Hügellandschaft aus bewaldeten und bewachsenen Dünen, nicht unähnlich unseren Hiwweltouren.
Es geht immer wieder bergauf und bergab durch wechselnde Landschaften. Hier
gibt es leider weder Weck noch Worscht noch Woi, keine Rebstöcke und auch keine
Straußwirtschaften, dafür aber Meerblick, Galloways und viel Wind.
Tatsächlich
fanden wir hier kein einziges Lokal, in das man hätte einkehren können und so
waren wir froh, dass wir vorausschauend unseren Proviant mitgebracht hatten.
Vom Agri Bavnehøj hatten wir eine eher trübe Aussicht auf die
umliegenden Buchten. Wir wanderten noch ein Stück weiter nach Agri und um die
Agri Kirke herum, bevor wir den Rückmarsch antraten.
Wir waren
insgesamt etwa 6 Stunden unterwegs und wurden bei unserer Mittagspause unter
einer alten Eiche auch mal kurz naß, aber die dunkle Wolke war so schnell
verschwunden wie sie gekommen war.
Am Abend brutzelten
wir uns auf unserem Gasgrill Hühnchenbrust, dazu gab es Polenta und Salat.
 |
| Hier blühte noch der Flieder Ende Mai ! |
 |
| Aussicht vom Mols Bjerge Stien |
Auch am
Sonntag drehten wir wieder eine schöne Tour durch den Nationalpark. Von Femmøller aus schlugen wir
diesmal den Weg ein, den wir am Tag zuvor zurückgekommen waren und wollten
eigentlich einen Rundweg durch eine weniger frequentierte Gegend machen, wo es
angeblich viele Schmetterlinge geben sollte. Nun, was soll ich sagen, wir
fanden weder den Weg noch die Schmetterlinge. Als wir mittendrin so richtig vom
Weg abgekommen waren, eröffnete sich zu unserer Freude ein großartiger Blick
aufs Meer und das entfernt liegen Aarhus. So waren wir für diesen Umweg mehr
als entschädigt. Danach liefen wir eigentlich nur noch querfeldein in die
Richtung, in die wir wollten und kamen so wieder auf bekannte Wege und zu einem
lauschigen Rastplatz für unsere Mittags-Vesper. Da wir noch Reserven hatten
wanderten wir weiter und drehten noch eine Schleife zum „Visitor-Center“ Ovre
Strandkaer, bevor uns der Mols Bjerge Stien zurück führte zum
Parkplatz bei Femmoller und weiter zu unserem Campingplatz.
 |
| Wanderweg im Mols Bjerge Nationalpark |
Auch
heute kamen wir erst wieder am späteren Nachmittag auf dem Campingplatz an und
nach Kaffee und Dusche gab es am Abend dann Galloway Burger vom Grill mit Süßkartoffeln
und Maisgemüse. Und nein, das Fleisch für die Burger war nicht von den
Galloways auf der Weide! Das hatten wir noch in Nordfriesland in einem Bauernladen
gekauft und eingefroren. Unser WoMo verfügt nämlich über ein sehr gutes
Tiefkühlfach!