14.05.2026 – 17.05.2026
Von Axel
Das Wetter war heute eher ungünstig: zur Kälte und dem Wind kam auch noch Regen dazu. Beim Campingplatz Hirtshals versorgten wir uns nochmal mit allem nötigen: Frischwasser und einer neuen Gasflasche für stolze 490 DKK; das war dann schon die dritte für diese Tour.
Nach Skagen, dem nördlichsten Punkt unserer Dänemark-Reise, wo sich Nord- und Ostsee „Guten Tag“ sagen, war es nicht weit zu fahren – keine Stunde.
Wir hatten beim Campingplatz „Skagen Camping“ vorreserviert, was aber vollkommen unnötig gewesen war. Trotz Christ-Himmelfahrt-Wochenende herrschte hier gähnende Leere, wohl auch dem Wetter und den hohen Dieselpreisen geschuldet.
Wir bezogen einen Platz im hinteren Teil des Campingplatzes und ich nutzte eine zweistündige Regenpause für eine Wanderung zur „Den Tilsandede Kirke“, auch „Sankt Laurenti Kirke“ genannt, der „versandeten Kirche“, die 1795 stillgelegt wurde, weil sie vor dem Flugsand nicht mehr zu schützen war.
Ich folgte zunächst dem Wegweiser am Straßenrand, einem Weg parallel zur Straße und dann einer Stichstrasse zu einem Parkplatz mit Kiosk. Von dort verfehlte ich den richtigen Weg und wanderte durch eine Moorlandschaft und dann zu Dünen, hinter denen ich die Ostsee sehen konnte mit vielen Schiffen vor dem Hafen von Skagen, von einer sehr hohen Düne sah ich dann auch die Stadt Skagen und den Turm der gesuchten Kirche hinter den gedrungenen Kiefern, die hier wachsen, aufragen. Google Maps hatte hier in diesem Terrain bei der Navigation versagt, aber nachdem ich die Wander-App „Locus Map“ aktiviert hatte, fand ich schnell den richtigen Weg und erreichte schnell die Kirche, von der nur noch der Turm übriggeblieben ist. Diesen kann man über eine sehr schmale Wendeltreppe und dann eine Holztreppe ersteigen und einen Blick auf Skagen werfen.
Mit „Locus Map“ fand ich dann auch einen schönen Wanderweg zurück zum Campingplatz, der mich über den „Berg“ Flagbakken führte, sagenhafte 23 m hoch !
Am nächsten Tag, dem Freitag nach Christi Himmelfahrt, wanderten wir diesen Weg wieder bis zur versandeten Kirche und weiter nach Skagen. Dort erkundeten wir die Fussgängerzone und den Hafen, in dem zahlreiche Segeljachten am Kai vertäut waren. Offensichtlich war gerade eine Regatta zu Ende gegangen und in einem der Lokale am Hafen fand eine Siegerehrung statt.
Das Wetter war besser als angesagt, wie so oft: mehr Sonne, als wir erwartet hatten, aber wie so oft recht windig. Auf dem Weg nach Skagen erwischte uns allerdings ein kurzer Regenschutt von rechts.
In einer Pizzeria ließen wir uns eine Pizza Parma und Tomaten mit Mozzarella schmecken, dazu probierte ich das lokale Bier vom Skagen Bryghus. Wir wanderten weiter zum Skagen Odde Naturcenter und über einen wunderschönen Pfad durch die Moorlandschaft, konnten aber, anders als „Locus Map“, keinen Weg finden, der an der Nordsee entlang zurück nach Süden führte, denn wir wollten über Gammel Skagen wieder zurück zum Campingplatz wandern.
Statue eines Fischers in Skagen
Also lenkten wir unsere Schritte zerknirscht wieder zurück in die Stadt und kehrten auf dem gleichen Weg zum Campingplatz zurück, den wir gekommen waren.
Abends brutzelten wir wieder was im Omnia, denn bei unserer gestrigen Kochaktion hatten wir vergessen die Pilze zu verwerten, weswegen wir uns in einem Supermarkt heute Frikadellen, Tomaten in der Dose und eine Paprika gekauft hatten. Tja, jetzt haben wir eine halbe Paprika übrig.
Unser Phantasie-Rezept nennen wir mal: Kötbullar-Pilz-Ragout. Zwei Zwiebeln und eine Knoblauchzehe schälen und zerkleinern, zu fertig gebratenen Mini-Frikadellen und Cocktail-Tomaten aus der Dose und geschnittener Paprika und kleiner Peperoncino und Pilzen in den Omnia geben, italienische Gewürze, Salz und Pfeffer und Parmesan drüber und das ganze 30 Minuten auf kleiner Flamme brutzeln. Fertig & lecker !
Am Samstag radelten wir dann hinaus zum nördlichsten Parkplatz Dänemarks auf der nördlichsten Halbinsel Grenen nördlich der nördlichsten Stadt Dänemarks Skagen. In 30 Minuten wanderten wir zu der Sandzunge, an der sich die Wellen der Nordsee mit denen der Ostsee überkreuzen, wo Skagerrak und Kattegat zusammentreffen. Es waren erstaunlich viele Menschen hier unterwegs, obwohl das Wetter eher bescheiden war.
Das A-Team zwischen Nordsee und Ostsee
Nachdem wir zurück gewandert und nach Skagen geradelt waren kehrten wir ein in Knuth’s Cafe und bekamen dort sehr leckere ( und große ) Miesmuscheln in Weisswein-Kräuter-Sauce serviert. Bei Regen radelten wir dann wieder zurück zum Campingplatz und kochten erstmal Kaffee, während wir unserer Hoffnung Ausdruck verliehen, endlich am Frühling teilnehmen zu dürfen. Die Wettervorhersage verspricht allerdings Besserung in den nächsten Tagen: mehr Sonne und höhere Temperaturen.
