Freitag, 8. Mai 2026

Ribe

 

06.05.2026 – 08.05.2026

Von Alex

Der zweite Halt in Dänemark erfolgte in Dänemarks ältester Stadt Ribe. Im Mittelalter und bis in die frühe Neuzeit war Ribe der wichtigste dänische Hafen an der Nordsee. Heute ist das nicht mehr so, aber zahlreiche alte, windschiefe Fachwerkhäuser und der Dom zu Ribe lassen den vergangenen Glanz noch erahnen. 

Dom mit Ansgar-Statue

 

Unser Stellplatz lag bei dem Hotel/Restaurant Kammerslusen am Nationalpark Vadehavet, etwa 3 km außerhalb vom Ort und direkt an dem Fluß Ribe. Vor dem Stellplatz war eine kleine Schleuse und ein Deich von dem aus man die nahe Nordsee sehen konnte. 

In der Altstadt von Ribe

 

Mit dem Rad waren wir in 20 Minuten im Ort, der fast durchgängig mit Kopfsteinpflaster gepflastert ist, was zwar toll aussieht, aber zum Radeln nicht so gut geeignet ist.

Also stellten wir die Räder direkt am Dom ab und schlenderten durch die Altstadt mit Fußgängerzone. Uns kam es so vor, dass hier alles wesentlich ruhiger und beschaulicher zugeht als bei uns zu Hause. Kaum ein Fußgänger – weder jung noch alt - läuft hier mit Blick aufs Handy durch die Gegend und siehe da, diese Menschen überleben auch! Und wenn es hier jemand eilig hat, dann ist er bestimmt ein Tourist aus Deutschland 😉

 

In der ältesten Boutique Dänemarks

Da es schon lange nach Mittag war suchten wir uns ein nettes Cafe und fanden es in einem Gebäude aus dem Jahr 1580 mit dem alten Namen Postgården. Hier gab es leckeren Stempel-Cafe (french press) und natürlich Smørrebrød in allen Variationen, das wir uns allerdings erst beim zweiten Besuch am nächsten Tag schmecken ließen.

Die Altstadt erinnerte uns ein wenig an Pont Aven in Frankreich, denn auch durch Ribe schlängelt sich in einem malerischen Flußbett der kleine Fluß Ribe und man überquert ihn über schöne Brücken zwischen hübschen alten Fachwerkhäusern. Zum Abschluß warfen wir noch einen Blick in den ältesten Dom Dänemarks, wobei wir sofort von den farbenfrohen und modernen Mosaiken, Glasmalereien und Gewölbefresken beeindruckt waren. Es handelt sich um ein Gesamtkunstwerk von dem dänischen Maler Carl-Henning Pedersen. Seine spontan abstrakte Kunst frei interpretierter und farbenfroher christlicher Szenen führte in Dänemark zu heftigen Debatten. Uns gefiel´s.

Mosaike im Dom von Ribe

 

Den Abend beschlossen wir mit einem sehr leckeren Essen in dem Restaurant Kammerslusen an unserem Stellplatz.

Die drei Nurnen am Eingang zum VikingeCenter

 

Pferdeopfer der
Wikinger

Am nächsten Tag verbrachten wir einige Stunden in dem Ribe VikingeCenter, ein Freilichtmuseum ähnlich unserem Hessenpark im Taunus. Auf der Grundlage zahlreicher Ausgrabungen in und um Ribe hat man eine Wikinger-Ortschaft rekonstruiert, die so oder so ähnlich vor mehr als 1000 Jahren an dem Platz des heutigen Ribe gestanden haben soll. Wir bewunderten eine alte Opferstelle, an der die Reste eines geopferten Pferdes vor sich hin faulten. Die Wikinger brachten ihren Göttern Odin, Thor, Freya, und wie sie alle hießen, Opfer dar. Dabei galt ein Pferd als besonders wertvolles Opfer.

Man gab sich hier also echt Mühe mit der Authentizität des Ortes.

Ein Marktplatz war zu sehen, der alte Hafen, ein TingHaus, ein großer Gutshof , eine Schänke und die Ansgar Kirche. Ansgar war ein Mönch und Missionar (801-865), der später Erzbischof in Hamburg und Bremen wurde. Ihm wurde erlaubt die erste christliche Kirche in Dänemark zu bauen. Ihre Überreste vermutet man unter dem Dom zu Ribe und die Nachbildung im Wikingerdorf basiert auf Funden eines christlichen Friedhofes und Vermutungen, wie sie ausgesehen haben könnte-schlicht, aber mit schönen Verzierungen und Ornamenten, die man bereits von den Wikingern her kennt.

Eine Falkner-Show mit zwei Falken und einer Waldohreule rundete für uns das Programm im Freilichtmuseum ab.

Wikinger-Häuser

 

In einem Wikinger-Gutshof

Am Wikinger-Marktplatz

Ein letzter Besuch in der Altstadt und im Postgården, dann verabschiedeten wir uns von Dänemarks ältester Stadt und planten am Abend im Wohnmobil sitzend bei einem Glas Rotwein den Fortgang unserer Reise.

Donnerstag, 7. Mai 2026

Højer

 

04.05.2026 – 06.05.2026

Von Axel

Unser erstes Ziel in Dänemark war Højer, wenige Kilometer hinter der Grenze, ein verschlafener einsamer Ort mit einem Campingplatz 3 km entfernt, der noch einsamer war. Wir wurden freundlich begrüßt und der Check-In-Automat wurde uns sogleich erklärt. Wir teilten uns den geräumigen Platz mit maximal vier anderen Wohnmobilen, zeitweise waren wir auch ganz allein dort.

Unser Stellplatz bei Højer

 

Am Ankunftstag unternahmen wir einen Spaziergang am Deich entlang zur Vidåslusen-Schleuse. Von einem Türmchen konnten wir über das Wattenmeer blicken und landeinwärts über das Marschland. Direkt gegenüber lag die Insel Sylt und mit einem Fernrohr konnten wir linker Hand den Hindenburgdamm sehen, der nach Sylt hinüber führt, und rechter Hand die Fähren, die zwischen den Inseln Sylt und Rømø hin und her pendeln.

Højer Mühle

 

Wir wanderten weiter 2 km an einem Kanal entlang zur Højer Schleuse und bogen dann links ab und wanderten über einen weiteren Damm 3 km zurück zum Campingplatz.

 

Dünenlandschaft bei Højer

Am nächsten Tag radelten wir nach Højer und besuchten dort die Højer Mühle, erbaut 1857. Mit einer Höhe von 22 Metern gilt die Mühle als eine der höchsten ihrer Art in Nordeuropa. Bis in die dritte Etage konnten wir hinaufklettern und die komplizierten Holzgetriebe und weiteren Gerätschaften der Müller besichtigen.

Sonnenuntergang über Sylt
 

Am Nachmittag unternahmen wir noch einen Spaziergang von unserem Campingplatz aus knapp 2 km nach Norden zu einer „Steilküste“. Eine kurze aber steile Treppe erlaubt hier den Abstieg zum Strand.

Montag, 4. Mai 2026

Dagebüll und Föhr

 

01.05.2026 – 04.05.2026

Von Alex

Dagebüll hatten wir uns als nächste Station ausgesucht, weil man von dort in kurzer Zeit nach Föhr übersetzen kann.

Fähranleger in Dagebüll

 

Der Ort selbst ist nicht sehenswert, denn er besteht hauptsächlich aus dem Fähranleger und zahlreichen, wenn auch bunten, Ferienhäusern. Ein paar Geschäfte und Lokale säumen die Hauptstraße, an der auch noch drei Hotels liegen und unser Campingplatz, der zu einem der Hotels gehört. Die Plätze und Zufahrten waren eng und die Wasseranschlüsse für unseren Gardenaschlauch nicht kompatibel, weswegen wir erst auf dem vierten Platz zum Stehen kamen, dann aber mit vollem Wassertank. Und auch hier mussten wir die Fahrräder runternehmen und den Fahrradträger einklappen, sonst hätte unser WoMo übergestanden. Einmal die Stunde fuhren zwei Regionalzüge am Platz vorbei, die Urlauber zum Fähranleger und von dort weg brachten. Aber da die Züge in der Nacht nicht fuhren, war das nicht weiter störend.

Aperol mit Blick auf Föhr

 

Als wir schlussendlich alles geschafft hatten (WoMo-Reisen kann mitunter auch anstrengend sein!), schlenderten wir zum Deich und zum Fähranleger, wo wir uns ein paar Unterlagen für den Ausflug nach Föhr mitnahmen, tranken auf der Terrasse des Strandhotels einen Aperol, während sich die Sonne langsam dem Horizont im Westen zuneigte.

 

Dagebüll

Zurück auf dem Campingplatz reparierte Axel sein Fahrrad, das wir ja für den Ausflug nach Föhr benötigten und ich bereitete uns Paprikahühnchen mit Nudeln und Salat im WoMo zu, um den Tag genussvoll ausklingen zu lassen.

 

Auf der Fähre nach Föhr

Am Samstag standen wir früh auf und nahmen die 8:25 Uhr Fähre nach Wyk auf Föhr. Unsere Fahrräder hatten wir dabei, denn wir planten eine Fahrradtour auf Föhr, die für Wanderungen einfach zu groß und weitläufig ist. Die Überfahrt kostete hin und zurück für 2 Person mit Fahrrädern 51€. Die Räder stellten wir auf dem Autodeck ab und begaben uns sogleich aufs Sonnendeck, denn es war ein sonniger Tag und eine ganz wunderbare Stimmung. Um diese Zeit hatten wir die Fähre fast ganz für uns allein. Da Ebbe war zeigte sich das Watt mit zahlreichen Sandbänken in vielfältigen Braun- und Beigetönen, dazu der blaue Himmel und die morgendliche Stimmung-großartig! Wenig später entdeckten wir auf einer der Sandbänke eine kleine Kolonie Seehunde und ein Stück davon entfernt nochmal ein einzelnes Tier. Da ich eigentlich immer mein kleines Fernglas dabei habe, konnte wir die Tiere recht gut erkennen.

Seehund-Kolonie im Wattenmeer

 

Im Hafen von Wyk kauften wir erstmal zwei Gästekarten zum Preis von je 3,50€ und eine Fahrradkarte zum Preis von 3 €. Wir entschieden uns für die Route „Schlemmerpartie“, gekennzeichnet mit einem blauen Korb. Sie ist ca. 34 km lang und führt einmal quer über die Insel und in die dortigen kleinen Ortschaften wie Wixum, Alkersum, Süderende, Dunsum und Oldsum. Außerdem kommt man bei dieser Route an FöhrGreen Manufakturen vorbei, die inseleigene Produkte anbieten, wobei uns da nicht viele aufgefallen sind.

Wyk

 

Außerdem scheiterten wir gleich am Anfang in Wyk, weil eine Baustelle uns den Weg versperrte und wir so auf der grünen Deichroute landeten. Aber dank der Fahrradkarte und einer einigermaßen Beschilderung fanden wir bei der Boldixumer Vogelkoje wieder auf den blauen Weg zurück. Nach etwa der Hälfte der Tour langten wir in dem Ort Oldsum an, wo wir ein zauberhaftes Cafe in einem der zahlreichen alten reetgedeckten Fischerkaten fanden: Stella´s Hüüs. In der Sonne sitzend verspeisten wir zunächst eine hausgemachte Lauch-Käse-Suppe mit Hack und als Nachtisch einen ebenfalls hausgemachten Milchreis mit Apfelmus und Zimtzucker-echt super lecker.

Mit dem Rad unterwegs auf Föhr

 

So waren wir für den Rückweg nach Wyk gestärkt, denn es galt auch hier oft gegen den steifen Nordseewind anzuradeln! In Wyk parkten wir die Räder auf dem Rathausvorplatz und spazierten noch ein wenig durch den Ort, besorgten noch Brötchen für das morgige Frühstück und tranken einen echten Friesentee im Strandkorb sitzend in einem Cafe an der Seepromenade. 

Ein Löffler auf Nahrungssuche

 


Dann ging es auch schon zurück mit der 16:30 Uhr Fähre, die wir um ein Haar verpasst hätten, da Axel die falsche Abfahrtszeit im Kopf hatte.

Riedgedeckte Häuser in Oldsum auf Föhr

 

Da für den Sonntag kein gutes Wetter gemeldet war, blieben wir noch einen Tag länger auf unserem Campingplatz, um uns ein wenig auszuruhen und mal nichts zu tun. Außerdem hatten wir noch die Empfehlung für zwei Lokale in Dagebüll: der Austernfischer und Peter´s Pub; beides wollten wir noch testen. Beim Austernfischer ließen wir uns mittags, nach einem kurzen Spaziergang, zwei Fischbrötchen schmecken und am Abend statteten wir dem Pub einen Besuch ab, wo es herrliches Irish Stout Bier und für Axel einen Schollenburger und für mich eine Hähnchenbowl gab. 

An der Strandpromenade von Wyk

 

Zurück im WoMo guckten wir uns noch das Ziel für den nächsten Tag aus: Højer in Dänemark!