10.4.2026-13.4.2026
Von Alex
Nach ca. 3 Tagen WoMo packen war es am Freitag soweit:
wir starteten Richtung Norden, denn die diesjährige Ausfahrt soll uns nach
Dänemark und Südschweden führen - so der Plan.
Aber zunächst steuerten wir Münster in
Nordrhein-Westfalen an, da wir schon immer mal im Münsterland Fahrrad fahren
wollten. Leider bekamen wir auf dem von uns erwählten Campingplatz Münster
keinen Stellplatz mehr für uns und unser Wohnmobil. Also suchten wir weiter.
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| Unsere Nachbarn auf dem ersten Stellplatz |
Auf einem Reiterhof namens Hippo-Fun wurden wir fündig.
Dort sagte man uns einen Stellplatz mit Strom und Sanitäranlage zu; der Preis
ohne Strom beläuft sich auf 15€ pro Tag, also recht günstig.
Die Fahrt über die A45 war allerdings recht mühsam, da
sich auch dort eine Baustelle an die andere reiht, aber gegen 16:30 Uhr hatten
wir auch das geschafft und fuhren auf dem Reiterhof vor, wo wir sogleich von
ca. 50 Ponys neugierig beäugt wurden.
Zunächst entleerten wir unseren Wassertank, den wir noch
zu Hause mit Tankreinigungsmittel behandelt hatten. Dann spülten und befüllten
wir ihn mit Frischwasser. Allerdings schäumt unser Wasser etwas!!
Nach der Anmeldung fuhren wir zwischen Stallungen und
Misthaufen hindurch zu unserem Platz hinter der Strohscheune mit direktem Blick
in die Reithalle und Koppel. Der Stromanschluss, der eindeutig nicht für
den Aussenbereich konzipiert wurde, funktionierte zunächst, doch nachdem unser
Nachbar den Elektrogrill und wir den Wasserkocher angeworfen hatten, war es
vorbei mit der Stromzufuhr. Laut Betreiber war aber alles in Ordnung mit den
Sicherungen; der Elektriker aber erst wieder am Montag erreichbar. Also hängten
wir unser Kabel flugs an einen anderen freien Stecker und seitdem klappt es
auch mit dem Strom. Pech allerdings für die Spätanreisenden!
Nach einem sehr erfolgreichen(!) Besuch in Jacques
Weindepot, für das wir vom Reiterhof einen Gutschein erhalten hatten, und einem
Einkauf im Bauernladen nebenan, beschlossen wir den Anreisetag mit einem
kleinen aber feinen Abendessen bestehend aus einem leckeren Lagrein von Jacques
sowie Salat und zwei leckeren Quiches. Manchmal ist das Leben doch ein Ponyhof
!
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| Auf dem Markt in Münster vor dem Dom |
Samstag ist Markttag, auch in Münster. Und da uns der
Markt rund um den St. Paulus Dom empfohlen wurde, radelten wir guter Dinge am
Samstagmorgen Richtung Münster Innenstadt.
Dass Münster eine Fahrradstadt ist kann man unschwer an
den außerordentlich zahlreichen Radfahrern, Fahrradwegen und Fahrradstraßen
erkennen, auf denen Fahrräder Vorfahrt haben und Autos nur geduldet werden: das
macht echt Spaß!
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| Vor Wilsbergs Antiquariat |
In der Innenstadt angekommen stellten wir unsere Räder,
neben hundert anderen Rädern, ab und spazierten durch die Einkaufsstraßen Richtung
Dom. Als wir diesem dann näher kamen wurde auch das Gewusel immer größer und die
Menschenmassen zwischen den Marktständen ließen uns nur so staunen! An vielen
Ständen standen die Menschen in langen Schlangen und warteten geduldig auf
einen Kaffee, ein Glas Wein oder auf die hier sehr beliebten „Kipplinge“; das
sind Fischfiletstückchen, die mit Backteig überzogen und dann frittiert wurden.
Wir ließen uns von den Massen mal hier hin und mal dahin schieben und als wir
genug hatten ließen wir uns in einem abseits gelegenen Cafe nieder und genossen
Kaffee, Cappuccino und die Sonne. Der Hunger trieb uns dann wieder auf den Markt
und als wir eine nur sehr kurze Schlange bei dem Fischbrötchenstand erspähten,
ergatterten wir zügig zwei frische Fischbrötchen. Mit dem Wein dazu wurde es
allerdings nichts, da wir sicher eine halbe Stunde hätten warten müssen.
Wir streiften dann weiter durch die Altstadt immer in der
Hoffnung das Antiquariat Wilsberg aus dem gleichnamigen Krimi zu
erspähen, aber nichts passierte. So erkundigten wir uns also im Touristenbüro
und fanden wenig später den Buchladen Solder, alias Antiquariat Wilsberg,
der geöffnet hatte, und wo ich natürlich ein kleines Buch erstand, um so mal
einen Blick quasi hinter die Kulissen zu werfen.
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| Das Schloss in Münster |
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| Im Botanischen Garten von Münster |
Da wir nun endgültig genug von dem Trubel hatten, lenkten
wir unsere Schritte zum Schloss Münster, das 1767-1787 als barocke
Dreiflügelanlage im Auftrag von Maximilian Friedrich von Königsegg gebaut wurde
und als Residenz der Fürstbischöfe diente. Seit 1954 ist das Schloss Sitz der
Universität Münster und so verwundert es auch nicht, dass sich quasi im
„Schlossgarten“ ein großer und äußerst umfangreicher Botanischer Garten der Uni
Münster befindet, den wir uns bei herrlichem Sonnenschein auch gleich noch anschauten.
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| Im Friedenssaal im Rathaus von Münster |
Aber auch die Historie kam heute nicht zu kurz. Im
Rathaus von Münster befindet sich der sog. Friedenssaal, der seinerzeit als
Rats- und Gerichtssaal genutzt wurde. Allerdings diente er 1648 auch dazu, den
Westfälischen Frieden zu schließen, der den dreißigjährigen Krieg auf
diplomatischem Wege beendete, nachdem über 300 Delegierte 5 Jahre in Osnabrück
und Münster verhandelt hatten.
Dank der Umsicht der Verantwortlichen wurde die
einzigartige und historisch wertvolle Einrichtung des Friedenssaals im zweiten
Weltkrieg rechtzeitig in Kellern in Sicherheit gebracht, bevor am 10.10.1943
die Alliierten die Innenstadt fast dem Erdboden gleich machten.
Zurück auf unserem Ponyhof beschlossen wir diesen interessanten
Tag mit einem kleinen Abendessen bestehend aus Spaghetti mit Trüffeln, dem
restlichen Salat von gestern und natürlich einem leckeren Glas Wein aus Jacques
Weindepot.
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| Radeln am Dortmund-Ems-Kanal |
Das Wetter war am heutigen Sonntag recht schön und so
nutzten wir den Tag für eine Radtour zum Dortmund-Ems-Kanal. Das Münsterland
hat sich das Fahrradleitsystem wohl von den Holländern abgeschaut, denn man
fährt auch hier von Knotenpunkt zu Knotenpunkt; auf holländisch:
Fietsknooppunten, was wir bereits in den Niederlanden kennen und schätzen
gelernt haben.
Vom Stellplatz ging es also zunächst zum Knotenpunkt 56
in Mecklenbeck, dann weiter zur 64, zur 9 und schon waren wir am Kanal, auf dem
gemächlich die Lastenkähne tuckerten. Nun folgten wir eine ganze Weile dem
schönen Kanalradweg, bis wir bei Knotenpunkt 22 Richtung Münster Innenstadt
abbogen. Dort stellten wir wieder die Räder ab und waren erstaunt, wie ruhig
und friedlich die Stadt war. Am Dom herrschte gähnende Leere, denn der „Markt
war verlaufen“. Im Marktcafe suchten wir uns einen gemütlichen Tisch, um zu
Mittag zu essen, denn wir hatten schon recht früh gefrühstückt.
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| Flammkuchen mit Spargel im Marktcafe in Münster |
Es gab frischen Spargel, für jeden einen Aperol und als
Dessert einen Erdbeer-Rhabarber-Crumble mit Vanillesoße; alles extrem lecker.
Danach schlenderten wir noch ein wenig durch die leere
Innenstadt und wollten dann noch mit den Rädern zum Botanischen Garten, um uns
dort noch die zahlreichen Gewächshäuser anzusehen.
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| Astronomische Uhr im Dom zu Münster |
Als Axel aber aufs Rad steigen wollte, stellte er fest,
dass das Vorderrad komplett platt war. Aufpumpen half nicht. Also schoben wir
die Räder bis zum nahegelegenen Aasee und hatten eine Art deja vu. Denn im
letzten Jahr hatte ich mitten im Naturschutzgebiet des Po-Deltas ja einen
Platten und wir mussten auf italienisch ein Taxi rufen, um die noch
ausstehenden 40 Km zum Campingplatz zurückzulegen!
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| In der Innenstadt von Münster |
Am See montierten wir das Vorderrad ab und Axel fand im
Wasser schnell das Leck im Schlauch, das wir dann mit dem neuen Reparaturset
verklebten. Dann alles wieder auf Anfang und aufpumpen-geschafft. Der Reifen
hielt die Luft und so erreichten wir ohne weitere Vorkommnisse am späten
Nachmittag unseren Stellplatz.