Montag, 11. Mai 2026

Bulbjerg

 

10.05.2025 – 11.05.2026

Von Axel

Nachdem ich den horrenden Preis von 60 € für unseren Stellplatz auf dem Campingplatz in Thisted bezahlt hatte fuhren wir zum nahe gelegenen Bulbjerg an der Skagerrak-Küste, einem 47 Meter aufragenden Kalkfelsen mit einem Bunker obenauf, der im 2. Weltkrieg zu Hitlers Altantik-Wall gehörte. Der Felsen dient heute einer Kolonie Dreizehen-Möwen als Brutplatz. 250 Stufen führten hinunter an den Strand und wir wanderten zu dem Örtchen Lidl Strand, das wir von oben schon gesehen hatten und das etwa 4 Kilometer entfernt liegt. Zuerst wanderten wir am Strand entlang, wo viele Seesterne angespült worden waren, dann hinter den Dünen auf einem bequemen Pfad bis zu den paar Häusern des kleinen Ortes und dem dahinter liegenden Strand, auf dem ebenfalls Bunkerreste zu sehen waren und ein einzelnes Fischerboot; diese werden hier noch per Seil auf den Strand gezogen, einen richtigen Hafen gibt es nicht.

Unser Stellplatz auf dem Bulbjerg


 
Blick vom Bulbjerg

Wir bekamen Hunger und Alex machte eine Fisch-Räucherei ausfindig, zu der wir sogleich unsere Schritte lenkten und uns Brodje mit geräucherter Makrele oder Fisch-Frikadelle besorgten, dazu ein frisches Pilz. So gestärkt wanderten wir zurück zum Bulbjerg, schon von weitem konnten wir unser Wohnmobil oben auf dem Parkplatz stehen sehen. Wir beschlossen spontan, hier einfach eine Nacht zu verbringen und stellten fest, dass dies nach vier Jahren das erste Mal ist, dass wir nicht auf einem Wohnmobil- oder Campingplatz übernachten.

 

Angeschwemmter Seestern

Der Kalkfelsen vom Bulbjerg

Fischerboot bei Lidl Strand

 

Mittagessen 
bei der Fisk Rogerie 
in Lidl Strand

Zurück im Wohnmobil kochten wir erstmal Kaffee, später gab es dann die Reste vom gestrigen Abendessen und Salat. Wir sahen uns den Sonnenuntergang an, die Hoffnung auf einen tollen Sternenhimmel wurde leider durch Wolken vereitelt (Alex erspähte in der Nacht dann aber doch noch einige sehr helle Sterne, einen Satelliten und eine Sternschnuppe). Es blies ein heftiger Sturm und wir haderten schon mit uns, ob wir unseren tollen Aussichtspunkt verlassen und weiter unten hinter den Dünen parken sollten, blieben aber dort stehen und schliefen dennoch recht passable diese Nacht. Irgendwann hörte der Sturm dann auch auf am Wohnmobil zu rütteln.

Am nächsten Morgen, während einer Ranger die Toiletten hier reinigte (die sich nachts allerdings automatisch verriegelt hatten), frühstückten wir und unternahmen dann noch zwei kurze Strand-Spaziergänge auf beiden Seiten des Kalkfelsens. Es war nahezu windstill und die Sonne schien, aber es war frisch und bald zogen dunkle Wolken heran.

Schließlich brachen wir auf und fuhren weiter nach Nordosten Richtung Skagen, Ziel heute war Hirtshals. Zuvor bogen wir hinter Lokken von der Landstrasse ab und Alex lenkte das WoMo über schmale Sträßchen nach Norre Lyngby und auf einen großen Parkplatz ein paar Kilometer weiter, auf dem auch mehrere Wohnmobile standen und ein freundliches Schild Wohnmobilisten zum Bleiben ermunterte, denn es waren auch Toiletten und Müllcontainer vorhanden.

Sonnenuntergang am Bulbjerg

 
Leuchtturm von Rudjerg Knude

Wir wollten aber nur die zwanzigminütige Wanderung zum Leuchtturm von Rudjerg Knude machen, der zwischen riesigen Sanddünen hervorragte. Der 23 Meter hohe Turm wurde im Jahr 1900 in Betrieb genommen, dann aber von einer Wanderdüne „überrannt“ und fast vollständig verschüttet, weswegen der Betrieb 1968 eingestellt werden mußte, weil der Leuchtturm vom Meer aus nicht mehr zu sehen war. Am 22. Oktober 2019 wurde der Leuchtturm 70 Meter landeinwärts transportiert, nachdem man das Fundament ausgegraben und Schienen verlegt hatte. Mit einem Tempo von 12 Metern pro Stunde erreichte der Leuchtturm seine neue Position nach einem halben Tag.

Die Wanderdünen von Rudjerg Knude

 

Wir bestaunten die gewaltigen Sanddünen und die Aussicht von diesem 60 Meter hohen „Berg“ hier, die zu einer der schönsten in ganz Dänemark gehört.

Die Fahrt nach Hirtshals war nun nicht mehr lang und wir bezogen dort einen Stellplatz für drei Tage. Da das Christi-Himmelfahrt-Wochenende droht, haben wir auch für Skagen für Donnerstag bis Sonntag einen Stellplatz per E-Mail reserviert.

Leuchtturm von Hirtshals

 

Wir standen hier in zweiter Reihe, die Pool-Positions waren schon alle gebucht, konnten aber trotzdem zwischen den vor uns stehenden Wohnmobilen schön aufs Meer schauen, wo die Fähren von und nach Norwegen vorbei fahren und die Sonne gegen 21:30 Uhr ihren Untergang inszenierte.



Thisted

 

09.05.2026 – 10.05.2025

Von Alex

Eine weitere Etappe brachte uns heute in den Ort Thisted am Limfjord im Norden Jütlands. 

Mole von Hvide Sande

 
Seehund bei Hvide Sande

Zuvor waren wir in Hvide Sande noch mit dem WoMo zum Hafen gefahren, wo wir parkten, um in einem sehr gut sortierten SPAR einzukaufen (man muss immer was dabei haben, falls die Versorgungslage einmal eng werden sollte) und anschließend auf die Hafenmole zu spazieren, von wo aus man einen ganz guten Blick in den Hafen hatte. Axel entdeckte dabei hunderte Quallen im Wasser und ich einen Seehund. Da wir einen sehr guten Parkplatz im Hafen hatten, was mit einem 7 Meter Fahrzeug nicht immer so einfach ist, beschlossen wir die hiesige Brauerei aufzusuchen für ein dort gebrautes Bierchen und ein frühen Mittags-Snack.

Hafen von Hvide Sande

 
Unser Stellplatz am Limfjord

Dann ging es weiter Richtung Norden und in Thisted angekommen parkten wir unser WoMo auf einem wenig belegten Campingplatz direkt am Limfjord. Die Stadt selbst interessierte uns jetzt nicht so sehr, so dass wir am Nachmittag nur einen kleinen Spaziergang am Fjord entlang machten und am Abend lecker Nudelauflauf in unserem Omnia Backöfchen köchelten.

Am Limfjord

 

Hvide Sande

 

08.05.2026 – 09.05.2026

Von Axel

Von Ribe fuhren wir über Esbjerg nach Hvide Sande. Esbjerg, in dem Windkraftanlagen aller Größen sowie Bohrtürme gebaut werden, die man schon von weitem in den Himmel aufragen sieht, hatten wir schon vom Deich hinter unserem Campingplatz Kammerslusen sehen können, es lag knapp 30 km entfernt, wir hatten es also schnell erreicht und parkten kostenlos in der Nähe des Hafens.

Industriestandort Esbjerg

 

Wir spazierten in die Fussgängerzone, die die längste Dänemarks sein soll, kauften zwei Jacken bei Intersport, passierten einen großen Platz mit einer Ritterstatue von folgten der Kongensgade bis zu ihrem Ende an einer Shopping Mall. Zwischen dem Platz und der Shopping Mall entdeckte Alex ein unscheinbares Restaurant – „Hos Ingeborg“ – in dem wir zunächst keinen Tisch ergattern konnten, uns wurde aber einer zugesagt für eine viertel Stunde später, was dann auch klappte, nachdem wir noch durch einen nahe gelegenen Park zum Wasserturm spaziert waren.

Dort gab es typisch dänische Gerichte, alle hausgemacht, und es saßen dort auch nur Dänen an den Tischen. „Touristen verirren sich selten hierher“, verriet uns der Chef, und dass es das Lokal seit über 130 Jahren gibt. Wir bestellten Scholle, die sehr lecker war, allerdings ohne Beilage kam, dafür garniert war mit Kaviar, Shrimps und Lachs, Zitrone und einer passenden Creme.

„Mennesket ved Havet“

 

Bevor wir dann später unsere Fahrt nach Hvide Sande antraten, stoppten wir noch einmal bei der Skulptur „Mensch am Meer“ („Mennesket ved Havet“): vier überlebensgroße Männer aus weißem Stein ( 9 m hoch ) sitzen dort friedlich und blicken aufs Meer hinaus; der Künstler Svend Wiig Hansen erschuf sie 1995.

Wir spazierten noch etwas an der Küste entlang und traten dann unsere Fahrt nach Hvide Sande an, das zwischen dem Ringköbing-Fjord und der Nordsee liegt.

Wir bezogen einen Stellplatz auf einem Campingplatz wenige Kilometer südlich des Ortes, der eine Schleuse zwischen Nordsee-Hafen und Fjord hat. Nach einem Kaffee wanderten wir über die Dünen und dann am Strand entlang zur Mole.

Dünen bei Hvide Sande

 

Das Licht war toll: die Sand-Dünen leuchteten gelb unter einer teilweise schwarzen Wolkendenke, draußen das Meer leuchtete blau. Von der Mole spazierten wir dann zum Hafen, sahen uns noch den dortigen Wohnmobil-Stellplatz an – hier waren die „Pool-Positions“ direkt an der Kaimauer alle belegt, aber es gab noch jede Menge freie Plätze und auch andere Stellplätze. Die Bryghus (Brauerei) hatte leider schon geschlossen und das Café an der Marina war überlastet, weswegen wir alsbald der Strasse folgend zum Campingplatz zurück spazierten und ein paar Brodje im Wohnmobil verspeisten. 

Hafendurchfahrt zum Ringköbing-Fjord