Montag, 18. Mai 2026

Skagen

 

14.05.2026 – 17.05.2026

Von Axel

Das Wetter war heute eher ungünstig: zur Kälte und dem Wind kam auch noch Regen dazu. Beim Campingplatz Hirtshals versorgten wir uns nochmal mit allem nötigen: Frischwasser und einer neuen Gasflasche für stolze 490 DKK; das war dann schon die dritte für diese Tour. 

Skagen

 

Nach Skagen, dem nördlichsten Punkt unserer Dänemark-Reise, wo sich Nord- und Ostsee „Guten Tag“ sagen, war es nicht weit zu fahren – keine Stunde.

Den Tilsandede Kirke

 

Wir hatten beim Campingplatz „Skagen Camping“ vorreserviert, was aber vollkommen unnötig gewesen war. Trotz Christ-Himmelfahrt-Wochenende herrschte hier gähnende Leere, wohl auch dem Wetter und den hohen Dieselpreisen geschuldet.

Wir bezogen einen Platz im hinteren Teil des Campingplatzes und ich nutzte eine zweistündige Regenpause für eine Wanderung zur „Den Tilsandede Kirke“, auch „Sankt Laurenti Kirke“ genannt, der „versandeten Kirche“, die 1795 stillgelegt wurde, weil sie vor dem Flugsand nicht mehr zu schützen war.

Ich folgte zunächst dem Wegweiser am Straßenrand, einem Weg parallel zur Straße und dann einer Stichstrasse zu einem Parkplatz mit Kiosk. Von dort verfehlte ich den richtigen Weg und wanderte durch eine Moorlandschaft und dann zu Dünen, hinter denen ich die Ostsee sehen konnte mit vielen Schiffen vor dem Hafen von Skagen, von einer sehr hohen Düne sah ich dann auch die Stadt Skagen und den Turm der gesuchten Kirche hinter den gedrungenen Kiefern, die hier wachsen, aufragen. Google Maps hatte hier in diesem Terrain bei der Navigation versagt, aber nachdem ich die Wander-App „Locus Map“ aktiviert hatte, fand ich schnell den richtigen Weg und erreichte schnell die Kirche, von der nur noch der Turm übriggeblieben ist. Diesen kann man über eine sehr schmale Wendeltreppe und dann eine Holztreppe ersteigen und einen Blick auf Skagen werfen.

Mit „Locus Map“ fand ich dann auch einen schönen Wanderweg zurück zum Campingplatz, der mich über den „Berg“ Flagbakken führte, sagenhafte 23 m hoch !

Im Hafen von Skagen

 

Am nächsten Tag, dem Freitag nach Christi Himmelfahrt, wanderten wir diesen Weg wieder bis zur versandeten Kirche und weiter nach Skagen. Dort erkundeten wir die Fussgängerzone und den Hafen, in dem zahlreiche Segeljachten am Kai vertäut waren. Offensichtlich war gerade eine Regatta zu Ende gegangen und in einem der Lokale am Hafen fand eine Siegerehrung statt.

Fußgängerzone in Skagen

 

Das Wetter war besser als angesagt, wie so oft: mehr Sonne, als wir erwartet hatten, aber wie so oft recht windig. Auf dem Weg nach Skagen erwischte uns allerdings ein kurzer Regenschutt von rechts.

In einer Pizzeria ließen wir uns eine Pizza Parma und Tomaten mit Mozzarella schmecken, dazu probierte ich das lokale Bier vom Skagen Bryghus. Wir wanderten weiter zum Skagen Odde Naturcenter und über einen wunderschönen Pfad durch die Moorlandschaft, konnten aber, anders als „Locus Map“, keinen Weg finden, der an der Nordsee entlang zurück nach Süden führte, denn wir wollten über Gammel Skagen wieder zurück zum Campingplatz wandern.

Statue eines Fischers in Skagen

 

Also lenkten wir unsere Schritte zerknirscht wieder zurück in die Stadt und kehrten auf dem gleichen Weg zum Campingplatz zurück, den wir gekommen waren.

Abends brutzelten wir wieder was im Omnia, denn bei unserer gestrigen Kochaktion hatten wir vergessen die Pilze zu verwerten, weswegen wir uns in einem Supermarkt heute Frikadellen, Tomaten in der Dose und eine Paprika gekauft hatten. Tja, jetzt haben wir eine halbe Paprika übrig.

Unser Phantasie-Rezept nennen wir mal: Kötbullar-Pilz-Ragout. Zwei Zwiebeln und eine Knoblauchzehe schälen und zerkleinern, zu fertig gebratenen Mini-Frikadellen und Cocktail-Tomaten aus der Dose und geschnittener Paprika und kleiner Peperoncino und Pilzen in den Omnia geben, italienische Gewürze, Salz und Pfeffer und Parmesan drüber und das ganze 30 Minuten auf kleiner Flamme brutzeln. Fertig & lecker !

Skagen Grå Fyr

 

Am Samstag radelten wir dann hinaus zum nördlichsten Parkplatz Dänemarks auf der nördlichsten Halbinsel Grenen nördlich der nördlichsten Stadt Dänemarks Skagen. In 30 Minuten wanderten wir zu der Sandzunge, an der sich die Wellen der Nordsee mit denen der Ostsee überkreuzen, wo Skagerrak und Kattegat zusammentreffen. Es waren erstaunlich viele Menschen hier unterwegs, obwohl das Wetter eher bescheiden war. 

 

Das A-Team zwischen Nordsee und Ostsee 

Nachdem wir zurück gewandert und nach Skagen geradelt waren kehrten wir ein in Knuth’s Cafe und bekamen dort sehr leckere ( und große ) Miesmuscheln in Weisswein-Kräuter-Sauce serviert. Bei Regen radelten wir dann wieder zurück zum Campingplatz und kochten erstmal Kaffee, während wir unserer Hoffnung Ausdruck verliehen, endlich am Frühling teilnehmen zu dürfen. Die Wettervorhersage verspricht allerdings Besserung in den nächsten Tagen: mehr Sonne und höhere Temperaturen.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Hirtshals

 

11.05.2026 – 14.05.2026

Von Alex

Der Campingplatz ist wieder mal richtig prima; vor uns das Meer, neben uns auf den Dünen ein Leuchtturm, der nachts sein Licht übers Meer schickt und auf der anderen Seite der doch recht große Hafen von Hirthshals, wo nicht nur Fähren von und nach Norwegen anlegen, sondern auch noch aktiv Fischerei betrieben wird. Ansonsten ist der Ort recht beschaulich und ruhig, einige Geschäfte Supermärkte und Restaurants sichern einem als Camper das Überleben. Außerdem bietet er einige Wander- und Radrouten durch das Umland und an der Küste entlang.

Campingplatz in Hirtshals

 

Da wir für heute keinen weiteren Unternehmungsbedarf hatten, brutzelten wir uns das mitgebrachte Gemüse und holten uns noch ein Gericht vom Thai, der auf dem Campingplatz einen Foodtruck betreibt. Am Abend bestaunten wir wieder den Sonnenuntergang, der allerdings nicht ganz so schön ausfiel wie der am Bulbjerg.

Sonnenuntergang in Hirtshals

 

Obwohl die Wettervorhersagen hier fast jeden Tag nichts Gutes verheißen, schien am Morgen dennoch die Sonne vom blauen Himmel, auch wenn es dabei nach wie vor kalt war. 

Ausblick vom Leuchtturm in Hirtshals

 

Wir erkundeten ausgiebig den Ort und den Hafen, nachdem wir dem Leuchtturm einen Besuch abgestattet hatten und natürlich hinaufgeklettert waren, um die heute tolle Aussicht zu genießen, und aßen am Hafen im Fiskehus Muschelsuppe und Fischplatte und - obwohl Bier hier echt teuer ist, zumindest das mit Alkohol - genehmigte sich Axel ein Tuborg 0,5 l für rund 10 €!

Im Hafen von Hirtshals

 

Meerjungfrau von Hirtshals

 
Mittagessen im Fiskehus

Zurück auf dem Campingplatz war waschen angesagt. Wir füllten gleich zwei Maschinen, denn für fast 3 Monate reicht die mitgeführte Kleidung dann doch nicht. So konnten wir gegen Abend den Stauraum wieder mit frischer Wäsche füllen. Zum Abendessen gab es Reste von gestern und ein weiteres leckeres Gericht vom Thai-Truck und danach Bilder von unserer bisherigen Reise. Da der Wind aufgefrischt und es sich zudem bewölkt hatte, war der Sonnenuntergang heute nicht zu sehen und wir ersparten uns den Gang ins Kalte.

Wir hatten gleich am Ankunftstag entschieden, dass wir eine kleine Pause einlegen wollten und unseren Aufenthalt von zwei auf drei Tage verlängert.


Auf dem Wanderweg in Hirtshals

 

 Und so hatten wir noch den Mittwoch, um eine der kleinen Wandertouren zu gehen, die hier rund um den Campingplatz ausgeschildert waren. Wir wählten den Rundweg von rund 9 km, der zunächst wieder durch den Hafen und den Ort, dann durch zwei kleine Parks und ein kleines Waldgebiet führte. 

 

Bunkeranlagen unterhalb des Leuchtturms

Danach erreichten wir wieder die Küste und die Bunkeranlagen, die hier im zweiten Weltkrieg gebaut wurden. Wir passierten den weißen Leuchtturm und erreichten um 13:00 Uhr wieder den Campingplatz. Nach einer kurzen Pause schlenderten wir in den Ort, um im Restaurant Lilleheden ein spätes Mittagessen zu genießen. Danach unternahmen wir noch einen Verdauungsspaziergang zum Oceanarium und durch den Hafen zurück zum Campingplatz.

Montag, 11. Mai 2026

Bulbjerg

 

10.05.2025 – 11.05.2026

Von Axel

Nachdem ich den horrenden Preis von 60 € für unseren Stellplatz auf dem Campingplatz in Thisted bezahlt hatte fuhren wir zum nahe gelegenen Bulbjerg an der Skagerrak-Küste, einem 47 Meter aufragenden Kalkfelsen mit einem Bunker obenauf, der im 2. Weltkrieg zu Hitlers Altantik-Wall gehörte. Der Felsen dient heute einer Kolonie Dreizehen-Möwen als Brutplatz. 250 Stufen führten hinunter an den Strand und wir wanderten zu dem Örtchen Lidl Strand, das wir von oben schon gesehen hatten und das etwa 4 Kilometer entfernt liegt. Zuerst wanderten wir am Strand entlang, wo viele Seesterne angespült worden waren, dann hinter den Dünen auf einem bequemen Pfad bis zu den paar Häusern des kleinen Ortes und dem dahinter liegenden Strand, auf dem ebenfalls Bunkerreste zu sehen waren und ein einzelnes Fischerboot; diese werden hier noch per Seil auf den Strand gezogen, einen richtigen Hafen gibt es nicht.

Unser Stellplatz auf dem Bulbjerg


 
Blick vom Bulbjerg

Wir bekamen Hunger und Alex machte eine Fisch-Räucherei ausfindig, zu der wir sogleich unsere Schritte lenkten und uns Brodje mit geräucherter Makrele oder Fisch-Frikadelle besorgten, dazu ein frisches Pilz. So gestärkt wanderten wir zurück zum Bulbjerg, schon von weitem konnten wir unser Wohnmobil oben auf dem Parkplatz stehen sehen. Wir beschlossen spontan, hier einfach eine Nacht zu verbringen und stellten fest, dass dies nach vier Jahren das erste Mal ist, dass wir nicht auf einem Wohnmobil- oder Campingplatz übernachten.

 

Angeschwemmter Seestern

Der Kalkfelsen vom Bulbjerg

Fischerboot bei Lidl Strand

 

Mittagessen 
bei der Fisk Rogerie 
in Lidl Strand

Zurück im Wohnmobil kochten wir erstmal Kaffee, später gab es dann die Reste vom gestrigen Abendessen und Salat. Wir sahen uns den Sonnenuntergang an, die Hoffnung auf einen tollen Sternenhimmel wurde leider durch Wolken vereitelt (Alex erspähte in der Nacht dann aber doch noch einige sehr helle Sterne, einen Satelliten und eine Sternschnuppe). Es blies ein heftiger Sturm und wir haderten schon mit uns, ob wir unseren tollen Aussichtspunkt verlassen und weiter unten hinter den Dünen parken sollten, blieben aber dort stehen und schliefen dennoch recht passable diese Nacht. Irgendwann hörte der Sturm dann auch auf am Wohnmobil zu rütteln.

Am nächsten Morgen, während einer Ranger die Toiletten hier reinigte (die sich nachts allerdings automatisch verriegelt hatten), frühstückten wir und unternahmen dann noch zwei kurze Strand-Spaziergänge auf beiden Seiten des Kalkfelsens. Es war nahezu windstill und die Sonne schien, aber es war frisch und bald zogen dunkle Wolken heran.

Schließlich brachen wir auf und fuhren weiter nach Nordosten Richtung Skagen, Ziel heute war Hirtshals. Zuvor bogen wir hinter Lokken von der Landstrasse ab und Alex lenkte das WoMo über schmale Sträßchen nach Norre Lyngby und auf einen großen Parkplatz ein paar Kilometer weiter, auf dem auch mehrere Wohnmobile standen und ein freundliches Schild Wohnmobilisten zum Bleiben ermunterte, denn es waren auch Toiletten und Müllcontainer vorhanden.

Sonnenuntergang am Bulbjerg

 
Leuchtturm von Rudjerg Knude

Wir wollten aber nur die zwanzigminütige Wanderung zum Leuchtturm von Rudjerg Knude machen, der zwischen riesigen Sanddünen hervorragte. Der 23 Meter hohe Turm wurde im Jahr 1900 in Betrieb genommen, dann aber von einer Wanderdüne „überrannt“ und fast vollständig verschüttet, weswegen der Betrieb 1968 eingestellt werden mußte, weil der Leuchtturm vom Meer aus nicht mehr zu sehen war. Am 22. Oktober 2019 wurde der Leuchtturm 70 Meter landeinwärts transportiert, nachdem man das Fundament ausgegraben und Schienen verlegt hatte. Mit einem Tempo von 12 Metern pro Stunde erreichte der Leuchtturm seine neue Position nach einem halben Tag.

Die Wanderdünen von Rudjerg Knude

 

Wir bestaunten die gewaltigen Sanddünen und die Aussicht von diesem 60 Meter hohen „Berg“ hier, die zu einer der schönsten in ganz Dänemark gehört.

Die Fahrt nach Hirtshals war nun nicht mehr lang und wir bezogen dort einen Stellplatz für drei Tage. Da das Christi-Himmelfahrt-Wochenende droht, haben wir auch für Skagen für Donnerstag bis Sonntag einen Stellplatz per E-Mail reserviert.

Leuchtturm von Hirtshals

 

Wir standen hier in zweiter Reihe, die Pool-Positions waren schon alle gebucht, konnten aber trotzdem zwischen den vor uns stehenden Wohnmobilen schön aufs Meer schauen, wo die Fähren von und nach Norwegen vorbei fahren und die Sonne gegen 21:30 Uhr ihren Untergang inszenierte.