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Sonntag, 7. Juli 2024

Verdun

 

04.07.2024-06.07.2024

Von Alex

Man sagt: “Auch der längste Weg beginnt mit einem ersten Schritt” und “Auch die längste Reise geht einmal zu Ende”.

Statuten an der Festungsmauer
der Zitadelle von Verdun

Und ja, heute setzten wir unsere Heimreise fort, natürlich nicht ohne noch einen allerletzten, sehr geschichtsträchtigen Ort zu besuchen - Verdun an der Maas. Manchen wird der Name noch aus dem Geschichtsunterricht zum Thema 1. Weltkrieg ein Begriff sein.

Am Eingang der Citadelle Souterraine

 

Wir stellten unser WoMo auf dem recht netten Campingplatz Le Breuils ab und marschierten sogleich in die Stadt, um uns beim Tourismusbüro nach Touren und Führungen auf die Schlachtfelder rings um Verdun zu erkundigen, die es so allerdings nicht gab, zumindest nicht in englischer oder deutscher Sprache. Da die Wege dorthin einfach zu weit für uns waren entschieden wir uns am nächsten Tag für eine Führung in der Zitadelle von Verdun.

Mahnmal in der Stadt Verdun

 

Hier tobte nämlich 1916 eine zehnmonatige Materialschlacht um die Festung von Verdun. In weniger als einem Jahr starben 300.000 Soldaten, 400.000 wurden verwundet. Die Hauptschlacht endete am 19.12.1916, ohne dass sich der Frontverlauf wesentlich verändert hätte und der Krieg war damit auch noch lange nicht beendet. Erst am 11.11.1918 wurde der Waffenstillstand unterzeichnet, was einer bedingungslosen Kapitulation gleichkam. Was aber war passiert? 

Das ehemalige Offizierskasino in Verdun

 

Schon lange vor 1914 waren in Europa die Vorbereitungen für einen Krieg in vollem Gange. Zu dieser Zeit war Europa in zwei Blöcke gespalten: Die sog. Mittelmächte mit Deutschland, Österreich-Ungarn, Türkei, Bulgarien und Italien und auf der anderen Seite die “Alliierten” u.a. mit Frankreich, Russland, Großbritannien und Portugal. Es begann das Zeitalter des Imperialismus. Die europäischen Großmächte waren auf Eroberungen aus. Die Völker begannen aufzurüsten. 

Tour Chaussée in Verdun

 

Am 28.06.1914 kam es zum Attentat von Sarajevo; ein serbischer Student erschoss den Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Ungarn und seine Frau, was gemeinhin als Auslöser für den 1. Weltkrieg gilt. Österreich-Ungarn setzte nun auf gezielte Provokation von Serbien und erklärte im Juli 1914 Serbien den Krieg. Am 01.08.1914 erklärte das deutsche Reich Russland den Krieg. Deutsche Truppen griffen dann Frankreich an, verletzten die Neutralität von Belgien und Luxemburg, was dazu führte, dass Großbritannien in den Krieg eintrat-und schon sind wir mittendrin in der “Hölle von Verdun”, wie sie später von den Beteiligten genannt wurde.

Centre Mondial de la Paix,
des Libertés et des Droits de l'Homme und
die Kathedrale von Verdun
 

 

Altar in der
Kathedrale von Verdun

All das und noch viel mehr erfuhren wir heute bei einer sehr eindrucksvollen Besichtigung der Citadelle Souterraine. Diese sehr weitläufige unterirdische Zitadelle mit ihrem 7 km langen Tunnelnetz wurde bereits im 17. Jh. von dem Militärbaumeister Verbaun entworfen und 1838 vervollständigt. 1916 bauten die Franzosen schließlich die Zitadelle um zu einer geheimen Kommandozentrale, in der zeitweise bis zu 10.000 Soldaten untergebracht waren bevor sie auf die einzelnen Schlachtfelder an die Front geschickt wurden. Ein Teil dieses unterirdischen Bauwerks kann heute mittels einer audiovisuellen Tour in einem kleinen ferngelengten Zug sitzend erkundet werden. Man fährt ca. 30 Minuten durch die nur 10 Grad warmen Stollen während man autentisches Filmaterial und Animationen sieht und durch eine 3-D-Brille drei frz. Soldaten durch die Wirren diese Krieges und die Stollen der Zitadelle folgt. bis sich schließlich ihr Schicksal in den Wirren des Krieges erfüllt. Was bleibt sind zahllose, weiße namenlosen Kreuze auf endlosen Friedhöfen und die traurige Beisetzung eines unbekannten Soldaten stellvertretend für die vielen namenlosen Gefallenen: insgesamt verloren 10 Millionen Soldaten in diesem Krieg ihr Leben, 20 Millionen wurden verwundet, weitere 7 Millionen Opfer gab es unter der Zivilbevölkerung zu beklagen.

Wir waren sehr beeindruckt und ich fand diesen geschichtlichen Rückblick sehr interessant und wichtig – gegen das Vergessen!

Kirchenfenster in der Kathedrale von Verdun

 

Den Nachmittag verbrachten wir mit einem erneuten kleinen Streifzug durch die Stadt, die engen Gassen, entlang der Maas, hinauf zur Kathedrale Notre-Dame von Verdun, die im 1. Weltkrieg erstaunlicherweise nicht zerstört wurde, allerdings sieht man an den Außenwänden noch die Einschläge von Granatsplittern. Wir statteten auch dem Haus der Friedens (Centre Mondial de la Paix, des Libertés et des Droits de l'Homme) einen kurzen Besuch ab. Im Hof waren Bilder über den ukrainischen Krieg ausgestellt, und interessante Schautafeln über die Geschichte Deutschlands während und nach dem 1. Weltkrieg.

Dann erledigten wir noch einige Einkäufe regionaler Produkte für unser heutiges Abendessen, das wir wohl vor dem Fernseher einnehmen werden, während wir das Fußballspiel Deutschland-Spanien und später wohl auch Frankreich-Portugal verfolgen.

Morgen werden wir dann die restlichen 300 km ohne weiteren Zwischenstopp zurücklegen und dann versuchen uns wieder in den Mommenheimer Alltag einzufinden.

 

Donnerstag, 4. Juli 2024

Epernay 2024

 

02.07.2024-04.07.2024

Von Axel

Es zog uns mal wieder in die Champagner-Hochburg Epernay, wo wir vor zwei Jahren schon mal gewesen sind, um nochmal ein paar Champagner zu probieren.

Das Seine-Ufer bei Rouen

 

Auf dem langen Weg dorthin machten wir Zwischenstation in Rouen an der Seine, wo wir auf einem WoMo-Stellplatz an der Marina standen. Abends spazierten wir zu den Docks an der Seine, wo sich einige größere Lokalitäten aneinander reihen, und bestellten uns in einem der großen Food-Courts eine indische Platte mit allerlei gebackenen Leckereien, dazu indisches Naan-Brot mit Knoblauch, und an der Bar zwei Bier, während ringsum jede Menge französisches Fussball-Fans lange Zeit auf das erlösende Tor warten mußten, das dann ein Eigentor der Belgier wurde, und das Frankreich ins Viertelfinale der EM 2024 brachte. 

Die Unterschiede der verschiedenen Terroirs
in der Champagne, erklärt von Lucile vom
Champagner-Haus Proy-Goulard

 

Am nächsten Tag fuhren wir gleich weiter nach Epernay, nördlich an Paris vorbei, knapp 300 km in vier Stunden. Nach den ruhigen, beschaulichen Campingplätzen in der Bretagne hatte es uns im Hafen von Rouen nicht besonders gefallen: zu laut, zu chaotisch.

Turm des Champagner-Hauses
Champagne De Castellane

 

In Epernay bezogen wir einen Stellplatz auf dem Campingplatz, den wir schon kannten, und bekamen prompt denselben Stellplatz mit der Nummer 44; offensichtlich waren wir an der Rezeption noch im Computer gespeichert.

Am nächsten Tag wurden wir von einem Shuttle des Tourismusbüros um 10:15 Uhr am Campingplatz abgeholt und zu einem kleinen Champagner-Betrieb gefahren: Proy-Gulard, einem kleinen Familienbetrieb mit 8 ha Anbau-Fläche. Wir waren die einzigen Gäste dieses Besuchs eines lokalen Champagner-Betriebs, wie sie vom Tourismusbüro regelmäßig angeboten werden. Wir unterhielten uns ein Stündchen mit Lucile, der Chefin des Champagner-Betriebs, und probierten den Brut Tentation, der aus 40 % Pinot Noir, 40 % Pinot Meunier und 20 % Chardonnay besteht und zwei Jahre lang in der Flasche reift. Der schmeckte uns sehr gut: leicht und fruchtig. Anschließend brachte uns das Shuttle zurück zum Campingplatz samt Probier-Kiste, die wir vor Ort gekauft hatten.

 

Mittagessen bei Le Fleur De Sel

In der Avenue de
Champagne
groovt der Bär


Wir wollten im Blue Nautic Restaurant auf dem Campingplatz zu Mittag essen, aber leider hat es mittags geschlossen. Die nette Chefin Christine empfahl mir aber ihr zweites Restaurant in der Stadt, Le Fleur De Sel, das wohl von ihrem Mann betrieben wird. Dorthin lenkten wir unsere Schritte und wurden dort auch gut bedient. Nach einem Gläschen Champagner gab es Foi Gras, gefolgt von Lammkeule mit Kartoffelgratin; dazu paßte ein halbes Fläschen Cote de Rhone vorzüglich. Das Dessert bestand aus zwei Espressi und Creme Brulee für Madame und einem Schoko-Fondant mit Vanille-Eis für Monsieur. Der Chef des Hauses ließ es sich nicht nehmen mir einen französischen Cognac zu spendieren, nachdem ich Grüße von seiner Frau überbracht hatte – einen Meukow VS ( die Flasche mit dem schwarzen Panther ), an den ich mich genauso gewöhnen könnte wie an den bretonischen Eddu-Whisky.

Nach dem Mittagessen spazierten wir zum Tourismus-Büro, da wir von unserem letzten Besuch her wußten, daß man dort gratis Champagner probieren kann. Diesmal war Piot-Sévillano am Start und es gab zu probieren den “Le Rebelle”, bestehend zu 100 % aus Chardonnay ( der in der Berg-Region bei Reims wächst, wo üblicherweise Pinot Noir angebaut wird – daher der Name ) und das Cuvée Provocante, das aus 100 % Meunier besteht ( weswegen sich mir die Bezeichnung ‘Cuvée’ nicht ganz erschließt ).

 

160.000-Liter-Fass im Foyer von Mercier

 Weiter ging es die Avenue de Champagne entlang zu Mercier, wo wir für je 40 € pro Person eine Tour mit Tasting gebucht hatten. Zum Einstieg gab es den Brut Champagner zum Probieren, dann ging es mit dem Aufzug 30 Meter in die Tiefe zu einem lasergesteuerten Zug, der uns durch die 18 km langen Kellergänge von Mercier fuhr, die alle auf einer Ebene liegen. Eugène Mercier, der das Champagnerhaus 1858 gründete, war nicht nur ein genialer Unternehmer, sondern auch ein Marketing-Genie. Er gilt als der “Erfinder” der Champagner-Keller-Touren. Er ließ das seinerzeit größte Weinfass bauen, das 20 Tonnen wiegt, aus ungarischem Eichenholz besteht, 16 Jahre lang gefertig wurde und 160.000 Liter faßt, was einer Menge von 200.000 Flaschen entspricht. 1889 ließ Mercier dieses Fass mit 24 Ochsenpaaren nach Paris zur Weltausstellung transportieren, nachdem es 30 Jahre tatsächlich genutzt worden war. Dieses Faß ist in der Eingangshalle bei Mercier ausgestellt.

Champagner von Mercier

 

Nach der Fahrt durch die Kellergewölbe, die teilweise mit kunstvollen Reliefs verziert sind, gab es zwei weitere Champagner zum Probieren: den Mercier Blanc De Noir und den Mercier Brut Rosé. Von den dreien hat mir der einfache Brut am besten geschmeckt.

 

Mit einem Zug unterwegs in den Kellern
von Mercier

 

Nach diesem beeindruckenden Event machten wir uns auf den gut 3 km langen Rückweg zum Campingplatz.

 

Dienstag, 2. Juli 2024

Cancale

 

30.06.2024-01.07.2024

Von Alex

Statue der Austernwäscherinnen
vor der
Église Saint-Méen
Um die Heimreise so schön und interessant wie möglich zu gestalten, machten wir für eine Nacht Halt in Cancale, 14 km östlich von St. Malo, das wir bereits am Anfang unserer Reise besucht haben. Wir fanden einen netten Campingplatz namens Le Bois Pastel, der allerdings ein ganzes Stück außerhalb der Ortschaft lag. Aber da wir ja noch gut zu Fuß sind, machte das nicht soviel aus.

Nachdem wir die Anmeldeformalitäten erfüllt und das WoMo geparkt hatten, marschierten wir sogleich los Richtung Altstadt und Port de la Houle, um hier die weltberühmten Austern zu kosten.

Cancale war früher ein Hafen der Neufundlandfischer, die von hier nach Neufundland aufbrachen und meist über ein halbes Jahr auf See verbrachten um zu fischen.

Heute sind es die Austern und die Touristen, die die Haupteinnahmequellen des Ortes darstellen.

Hier werden sowohl die Huître creuse als auch die Huître Plate gezüchtet. In günstigen Jahren wurden hier bis zu 20.000 Tonnen Austern eingebracht. Das Ganze fand ein jähes Ende als 1920 fast der gesamte Austernbestand einer Pilzerkrankung zum Opfer viel. Man konnte allerdings glücklicherweise aus der Zucht im Golf von Morbihan Bestände erhalten und diese wieder in der Bucht von Mt.-St.-Michel ansiedeln. Der immense Tidenhub hier und der damit verbundene reichhaltige Planktongehalt des Wassers machten die Austern hier weltberühmt. Auf ca. 400 ha stehen aktuell die Austernbänke in der Bucht, die bei Ebbe auf fast schon gespenstische Weise aus dem milchig-türkisfarbenen Wasser auftauchen.

Austernbänke vor Cancale bei
ablaufendem Wasser

 

Am Hafen standen 8 kleine Austernstände der hieisigen Austernzüchter und boten frische Austern in allen Größen zur Verkostung an. Nicht weit davon entfernt konnte man ein Gläschen Muscadet erstehen und so setzten wir uns wie viele andere auch an die Hafenmole, ausgestattet mit je einem Glas Wein und einer Platte mit je 6 Huître Creuse und Huître Plate für schlappe 10,90€, wobei ich mittlerweile ein großer Freund der flachen und kleineren, leicht nussigen Huître Plate bin.

Bereit für die Austern-Verkostung

Die leeren Schalen flogen hier traditionell im großen Bogen auf den Strand, wo sich bereits einige ziemlich großer Haufen angesammelt hatte, sehr zum Vergnügen der Möwen, die sich an den Resten in den Austernschalen gütlich taten. Dabei hatten wir tatsächlich, wenn auch nicht sehr klar, aber dennoch gut erkennbar den Felsen von Mt. St. Michel im Blick und genossen mal wieder das schöne Leben in Frankreich – savoir-vivre!

Austernschalen am Strand von Cancale

 

Nach einem kleinen Bummel durch die Altstadt und einem letzten Blick auf die nun gut sichtbaren Austernbänke verabschiedeten wir uns schon wieder von Cancale, um morgen über Rouen in die Champagne aufzubrechen, wo wir in Epernay einen weiteren Zwischenstopp geplant haben, um uns den Abschied mit der ein oder anderern Champagner-Verkostung zu “versüßen”.

Blick auf Mont Saint-Michel
von Cancale aus
 

 

Sonntag, 30. Juni 2024

Cap Fréhel

 

29.06.2024-30.06.2024

Von Axel

Unser Ziel war eigentlich Cancale gewesen, aber dann entdeckten wir das Cap Fréhel für uns und beschlossen eine Nacht hier auf dem Campingplatz Municipal du Cap Fréhel zu bleiben, ca. 3,5 km vom Cap entfernt, also eine gemütliche Wanderdistanz. Der Campingplatz war einfach und recht voll, die Rezeption geschlossen, aber wir fanden schnell einen Platz ganz vorne auf der trockenen Wiese am Zaun hinter dem kleinen Kinderspielplatz. Nachdem wir Tisch und Stühle aufgebaut hatten gab es erstmal einen kleinen Mittagslunch, bevor wir dann die Rucksäcke schulterten und mal wieder eine kurze Etappe auf dem GR 34 wanderten, die uns an der Steilküste entlang zu den zwei Leuchttürmen am Cap brachte, entlang einer atemberaubenden Szenerie auf türkisfarbenen Meerwasser, blühendem Heidekraut und Ginster, bizarren Felsen im Wasser und bis zu 75 m hohen Felswänden. 

Cap Fréhel

 

Der neue Leuchtturm wurde 1948 erbaut, Reste des alten, der 1944 von den Deutschen zerstört wurde, stehen gleich daneben. 145 Stufen führen hinauf auf eine Plattform, von der man die Aussicht genießen kann. 14 km ( auf dem GR 34 ) entfernt ragt das imposante Fort La Latte auf Felsen empor, vom Meer umspült, irgendwo dahinter kann man bei guter Sicht St. Malo sehen. Heute war es in diese Richtung eher trübe, obwohl die Sonne schien. Ein Wolkenband schob sich vom Land übers Meer, wir befanden uns gerade an der Grenze zum blauen Himmel; die Sicht in die andere Richtung - nach Westen – war recht gut.

Blick vom neuen Leuchtturm
auf den alten Leuchtturm

 

Das Cap an sich ist schon beeindruckend zu sehen, aber mit etwas Glück kann man hier Kolonien seltener Seevögel beobachten, und wir hatten das Glück, aber auch die Geduld und Zeit dafür. Während wir auf einem Felsen hockend eine im Wasser stehende Steinwand beobachteten, auf der Silbermöwen ihre Jungen groß zogen, entdeckten wir plötzlich in einer gegenüber liegenden Felswand ca. hundert Drei-Zehen-Möwen, die eng an die Wand geschmiegt nebeneinander ihre Nester behüteten und wohl dafür zu sorgen schienen, dass die Küken nicht in die Tiefe stürzten. Sie sind gut getarnt und man braucht tatsächlich Glück, das Wissen der Vogelbeobachter und Geduld, um sie zu erspähen. Tatsächlich waren wir durch Vogelbeobachter darauf aufmerksam geworden, die waghalsig auf eine Felsspitze geklettert waren, um die Kolonie zu beobachten. Wir waren froh, an unser Fernglas gedacht zu haben.

Kolonie brütender Drei-Zehen-Möwen

 

Und nachdem wir schon eine Weile dorthin gestarrt hatten sahen wir plötzlich die Trottellummen, die wie kleine Pinguine aussehen, direkt unterhalb am Felsen, der den Silbermöwen als Kinderstube diente. Anders als Pinguine können sie aber fliegen: immer wieder löste sich ein Vogel aus der Wand, glitt hinunter zur Meeroberfläche und schoß dann pfeilschnell mit wenigen Flügelschlägen darüber hinweg auf der Suche nach einem Fischfang.

Trottellummen

 

Wir verbachten viel Zeit dort, bevor wir dann dem Fussweg der Straße entlang zurück zum Campingplatz folgten. Die Rezeption war nun geöffnet und wir konnten uns ordentlich anmelden. Nebendran gab es einen kleinen Foodtruck, wo wir uns zwei Crepes zum Kaffee kauften. Den Abend verbachten wir mit der Zubereitung von Resten aus dem Kühlschrank: es gab Salat und Nudelauflauf. Und dann ab 21:00 gab’s dann noch das Achtelfinal-Spiel Deutschland – Dänemarkt, das wegen starkem Gewitter in Deutschland unterbrochen werden mußte. Das Wetter hier in der Bretagne ist momentan wohl deutlich besser als zu Hause, weswegen es uns gar nicht drängt, die Rückreise anzutreten.

Strand am Cap Fréhel

 

 

Perros-Guirec

 

27.06.2024-29.06.2024

von Alex

Axel wollte gern noch eine andere Stelle der Rosa Granitküste erkunden und so machten wir uns auf den Weg weiter nach Westen und stellten unser WoMo in Perros-Guirec auf dem Campingplatz Domaine de Trestraou ab. Der Platz liegt in unmittelbarer Nähe zum Strand und dem kleinen Yachthafen, der Strandpromenade und zahlreichen Bars und Restaurants, und dem GR 34, quasi unser “Leitweg” an der bretonischen Küste.

Am Plage de Trestraou

 

Am heutigen Donnerstag war das Wetter eher trüb und am Mittag setzte dann noch der nur in der Bretagne vorkommende feine Sprühregen ein, der einen aber in kürzester Zeit vollkommen durchnässt. Am Nachmittag unternahm Axel bei nunmehr besserem Wetter einen kurzen Spaziergang in die nähere Umgebung während ich mich im WoMo ausruhte. Nach den häufigen Ortswechseln der letzten Wochen brauchte ich mal eine Verschnaufpause. Am Abend kochte Axel dann den mehrfach erprobten und sehr leckeren Nudelauflauf im Omnia-Backöfchen und wir beschlossen den Tag gemütlich bei einem Kniffel Turnier im WoMo.

Rosa Felsen an der rosa Granitküste

 

Am heutigen Freitag zeigte sich der Himmel grau und trist. Dennoch setzten wir unseren Plan um, auf dem GR 34 an der Granitküste bis zum Phare de Mean-Ruz zu wandern. Der Küstenweg ist auch hier ganz herrlich und man hat ständig einen grandiosen Blick auf die riesigen Granitfelsen, die selbst bei dem trüben Wetter die rosa Farbe erahnen lassen. Die Küste ist schroff, die Strände steinig und im Gegensatz zu Plougrescant, das als wild romantisch, wenig besiedelt, naturnah und kaum touristisch erschlossen gelten kann, ist Perros-Guirec ein Touristenort mit entsprechender Infrastruktur, Bebauung und weitaus mehr Besuchern als Plougrescant. 

Bizarre Felsen an der rosa Granitküste

 

Die Aussichtspunkte hier waren dementsprechend gut besucht und am Leuchtturm Mean-Ruz lief zu allem Überfluss eine ziemlich große deutsche Reisegruppe herum, die es einem nicht gerade leicht machte in Ruhe die herrliche Natur ringsum zu genießen.

 

Am Phare de Mean Ruz


Wir setzten daher unser Weg fort und kehrten im nahegelegenen Plage de Saint-Guirec in das Strandhotel ein, um uns mit einem kleinen Imbiss aus Meeresfrüchten und Fisch zu stärken.

Felsen am Phare de Mean Ruz

 

Und siehe da, als wir nach dem Dessert und dem Kaffee wieder aufbrachen, schien die Sonne und die Rosa Granitküste zeigte sich von ihrer besten Seite. Die Felsen strahlten in einem zarten Rosa, das Meer leuchtete herrlich blau, wie der Himmel, und auch die Touristengruppen waren verschwunden. Nun tummelten sich nur noch einzelne Wanderer an den Aussichtspunkten und Axel machte quasi alle Bilder noch einmal-diesmal mit Sonne, Farben und ohne Menschen.

Felsen in Heide-Landschaft

 

Es fällt auch auf, dass hier alle Treppenstufen, Mauern, Sitzbänke etc. aus dem schönen rosa Granit gefertigt sind, und wenn der Stein glatt geschliffen ist, dann kann man die Farbe und Maserung noch viel besser erkennen. So gewannen wir einen weiteren, ganz anderen und neuen Eindruck von der Rosa Granitküste der Bretagne und man versteht immer besser, warum die Bretonen ihr Land so lieben und stolz darauf sind. 

Zurück am Plage de Trestraou

 

Den Abend beschlossen wir mit einem kleinen Abendessen in einem italienischen Restaurant an der Strandpromenade von Perros-Guirec, um dann morgen gut gestärkt die letzte Küstenetappe -nach Cancale- auf dieser Reise anzugehen, bevor wir den Rückweg nach Deutschland antreten müssen.

Donnerstag, 27. Juni 2024

Plougrescant

 

25.06.2024-27.06.2024

Von Axel

Vom Landesinnere fuhren wir wieder an die Küste – nach Norden zur rosa Granitküste. Zuvor spazierten wir nochmal in den Ort Huelgoat, um uns mit Baguette, Sandwiches und Süßteilchen zu versorgen. Dabei wurden uns 5,50 € zu viel abgebucht und als wir das reklamierten lösten wir einen komplizierten Rückerstattungs-Vorgang aus, denn die Kassiererin hatte keine Möglichkeit uns das zu viel gezahlte Geld auszuzahlen – der Kassenautomat gab das nicht her. Erst nach Einschalten einer zweiten Verkaufskraft, die mehrmals mit ihrem Chef telefonierte, konnte das Problem schließlich gelöst werden.

An der Côtes d'Armor bei Plougrescant

 

Wir fuhren nach Plougrescant und bezogen dort einen der wenigen verfügbaren Stellplätze auf dem 3-Sterne-Campingplatz Le Varlen; die meisten anderen Plätze waren mit Mobil-Homes vollgestellt, wie wir das schon oft beobachtet haben in Frankreich.

 

Unser Stellplatz bei Plougrescant

Wir hatten etwas Aussicht auf das Meer und sahen jede Menge Austernbänke, die aber kurze Zeit später verschwunden waren, als die Flut einsetzte. Ein erster Spaziergang zum Meer verschaffte uns einen ersten Eindruck von der beeindruckenden und bizarren Küsten-Landschaft hier. Zuvor war ich in den 2,5 km entfernten Ort zum Office de Tourisme geradelt, um uns eine Wanderkarte zu besorgen.

Am Abend grillten wir Thunfisch und Fischspießchen und tranken dazu einen leckeren Chablis.

Strand bei Pors Hir

 

Das Wetter wurde jetzt immer besser und wärmer, am nächsten Tag war keine Wolke am Himmel zu sehen. Wir wanderten einen 11 km langen Rundwanderweg, den Circuit Le Gouffre: zuerst dem GR 34 folgend, dann quer über die Halbinsel den Ort Plougrescant durchquerend und zur gegenüber liegenden Küste, dann auf dem GR 34 zurück zum Campingplatz.

Atemberaubende Küstenlandschaft
an der Côtes d'Armor

 

Wir waren noch kaum einen Kilometer weit gekommen, als der Strand bei Pors Hir uns zum Schwimmen verführte und wir uns mal wieder in die eiskalten Fluten des Atlantik wagten. So erfrischt ging es dann weiter bis zum Haus zwischen den Felsen bei Le Gouffre, dem am meisten fotografierten Fotomotiv in der Bretagne. Den Besitzer des Hauses schien das nicht zu beeindrucken: er hatte sein Auto direkt davor geparkt und man mußte als Fotograf schon ganz schön tricksen, um das störende Auto nicht mit aus Bild zu bekommen.

Das Haus zwischen den Felsen

 

Dennoch – die Küste bot zahlreiche beeindruckende Fotomotive and somit kamen wir nur langsam voran. Erst als es ins Landesinnere ging steigerte sich unsere Wandergeschwindigkeit. Im Ort Plougrescant kehrten wir in ein Lokal direkt gegenüber der gewaltigen Chapelle Saint-Gonery ein und genossen einen kühlen Cidre, dazu einen Salat “Ocean” mit Fisch-Rillette, Crevettes, Lachs und Sardellen. Weiter wanderten wir dann zur Ostküste der Landzunge und folgten dem GR 34 zurück zu unserem Campingplatz. Dabei waren wir beeindruckt von den Massen an Austernbänken, die jetzt bei Ebbe aus dem Wasser ragten und sich kilometerweit hinzogen. Traktoren fuhren zahlreich durch das seichte Wasser und überall arbeiteten Leute an den Austernbänken, was natürlich nur bei Ebbe möglich ist.

Austernbänke an der Côtes d'Armor

 

Nach einer Dusche spazierten wir am Abend nochmal den GR 34 ein Stück zurück zu einer Austern-Bar, wo wir die hiesigen Austern probieren wollten – leider vergeblich. Wir hatten übersehen, daß die Austern-Bar mittwochs geschlossen hatte. Also gab es ein einfaches Abendessen vor unserem WoMo, bevor am Abend ganz plötzlich Nebel aufzog und uns einhüllte.

 

Mittwoch, 26. Juni 2024

Huelgoat

 

23.06.2024-25.06.2024

Von Alex

Nachdem wir unser WoMo mit frischem Wasser versorgt, das Grauwasser abgelassen und das Chemie-WC gereinigt hatten, alles Dinge, die in regelmäßigen Abständen erforderlich werden, ging es zunächst Richtung Menhir de Kerloas. Es ist der größte noch aufrecht stehende Menhir der Bretagne, der aktuell noch ca. 10 Meter misst. Die Spitze sieht aus als wäre sie in grauer Vorzeit abgeschlagen worden und außerdem weist der Menhir etwa in Bauchhöhe zwei deutlich sichtbare Beulen auf. Weder die gekappte Spitze, noch die Beulen und auch das Alter lassen sich abschließend erklären. Bei der Spitze glaubt man, dass ein Blitz den Menhir traf und bei dem Alter gehen die Schätzungen von 4.- 5.000 Jahren aus. Die Beulen – tja, da geht die Sage, dass es die stellen waren, wo sich jung Vermählte den Bauch vor der Hochzeitsnacht reiben mussten, um die Ehe nicht scheitern zu lassen – na dann: viel Erfolg! 

Menhir de Kerloas

Sozusagen im Herzen der Bretagne liegt der kleine Ort Huelgoat an einem schon vor Jahrhunderten für die Blei- und Silberbergwerke künstlich angelegten See. Huelgoat bedeutet Hochwald. Aber von dem ehemals weitläufigen Waldgebiet am Fuße des Monts d´Arrée ist nicht mehr sehr viel übrig. Ursprünglich war er sogar mal mit dem Forêt de Brocéliande verbunden (s. o.).

Huelgoat

 

Unseren heutigen Stellplatz fanden wir auf dem Campingplatz Municipal du Lac fast direkt im Ort. Ein kleiner, einfacher Campingplatz, der dennoch alles hat, was man für zwei Übernachtungen benötigt. Der Ort wurde Axel von einem ehemaligen Kollegen empfohlen, da er sich gut als Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen eignet, was wir morgen ausprobieren werden.

 

Chaos du Molin

Heute machten wir nur noch einen kurzen Spaziergang in den Ort um festzustellen, dass das Touribüro heute und morgen geschlossen hat und uns so bei der Auswahl der Wanderrouten nicht behilflich sein wird. Außerdem machten wir uns schlau, wann welches Restaurant geöffnet hat, damit wir morgen nach der Wanderung nicht vor verschlossen Türen verhungern ;-). Das ist nämlich ziemlich unterschiedlich und der gängige Ruhetag ist hier oft der Montag.

Ménage de la Vierge

 

Bei der Anmeldung am Abend auf dem Campingplatz konnte Axel eine kleine Wanderkarte abfotographieren und so eine Route für den heutigen Tag festlegen. Das Wetter war prima und die Laune auch und so stiefelten wir in den Ort und starteten an der Chaos-Mühle einen Rund-wanderweg von ca. 6-7 km. Der Name Chaos du Molin leitet sich ab von den zahlreichen riesigen Gesteinsbrocken die rund um die Mühle herumliegen und so aussehen, als hätte ein Riese hier einfach mal ein paar “Kieselsteine” in die Landschaft geworfen. Am unteren Rand dieser Steinansammlungen liegt die Grotte du Diable-die Grotte des Teufels- in die Axel unbeschadet hinab und auch wieder heraus stieg. Ein Stück weiter des Weges konnte man dann den “Haushalt der heiligen Jungfrau” (Ménage de la Vierge) bestaunen-ebenfalls eine Ansammlung riesiger Granitblöcke, die nach Auffassung einiger Betrachter wie ein Kochtopf, eine Butterdose u.ä. aussehen. Also wir konnten da jetzt nichts besonderes erkennen! 

Auf dem Weg zum Camp Artus

 

Der Rundweg führte uns weiter auf einem lauschigen Waldweg durch einen sehr ansehnlichen Mischwald, der satt grün und gesund auf uns wirkte und neben Farnen und Fingerhut jede Menge Moose aufwies. So kamen wir zum Camp Artus, das allerdings nichts mit dem König Artus zu tun hat. Es handelt sich vielmehr um ein gallisches Oppidum (Stadt) aus der Zeit 56-51 v. Chr., das von einem Erd- und Steinwall umgeben ist. Uns hätte es jetzt nicht weiter gewundert, wenn zwischen den Bäumen Asterix und Obelix mit einem Hinkelstein aufgetaucht wären.

Camp d'Artus

 

Auf dem Rückweg nach Huelgoat kehrten wir direkt unterhalb des Roche Tremblant in eine kleine Creperie ein, um unseren Durst mit zwei Gläsern Cidre zu löschen.

Roche Tremblant

 

Bei dem Roche Tremblant (schwankender Fels) handelt es sich um einen 137 Tonnen schweren, rundlichen Granitblock, der so auf kleineren Felsen gelagert ist, dass eine Person ihn ins schwanken bringen kann. Und siehe da, als wir bereits auf dem Hinweg an dem Roche ankamen, versuchten einige Wanderer diesbezüglich ihr Glück-allerdings ohne Erfolg. Dann trat ein kleiner, dicklicher Mann vor, der sich mit dem Rücken geschickt unter dem Felsen postierte und durch kleine Bewegungen seiner Beine den Koloss ganz erheblich ins schwanken brachte. Das gleiche schaffte er einige Minuten später, in dem er mit nur einer Hand gegen eine Stelle des Felsens drückte und auch da fing der Granitblock an zu schwanken. Hätte der Mann einen weißen Rauschebart gehabt, hätte ich ihn glatt für Merlin gehalten. Und so wurden wir tatsächlich Zeuge des Wunders um den Roche Tremblant.

Felsen, Bäume, Moos - im Wald von Huelgoat

 

Am Abend dann hatte Axel in dem einzig offenen Restaurant, dem Histoire sans Faim, einen Tisch für 19 Uhr reserviert, was auch gut war, denn das Lokal war nach kurzer Zeit voll besetzt.

Als Vorspeise gab es ein frisches hausgemachtes Fisch-Rillette für Alex, und eine besonders interessante Vorspeise für Axel: Blutwurst-Bananen-Spieß mit einer Bananen-Curry-Sauce. Der Hauptgang für uns beide waren Fischspieße Tariyaki mit einer Soja-Sesam-Soße, dazu asiatische Gemüse-Nudeln. Zum Nachtisch gab es einen Pfirsisch-Crumble.

 

Brest

 

21.06.2024-23.06.2024

von Axel

Vom Pointe des Espagnols, der Spitze des oberen Fingers der “Drei-Finger-Halbinsel”, sind es nur 1,5 km bis Brest. Im Juli und August kann man von Le Fret mit der Fähre auch in wenigen Minuten hinüber fahren, mit dem Wohnmobil benötigten wir für die 70-km-Strecke gut eine Stunde.

Pont de Térénez

 

Dabei fuhren wir über die Pont de Térénez, einer gekrümmten Schrägseilbrücke über die Aulne, die 2011 eröffnet wurde und die erste Schrägseilbrücke Frankreichs mit einer in einer Kurve verlaufenden Straße war. Auf einem Rastplatz dahinter machten wir Mittagspause, bevor wir weiter fuhren nach Brest.

Dort bezogen wir für zwei Tage einen Stellplatz auf dem Campingplatz “Camping du Goulet”, nachdem ich mich nach den Busverbindungen nach Brest erkundigt hatte, denn der Platz liegt ein paar Kilometer vom Zentrum entfernt.

Festung von Brest

 

Am Abend, nach meinem Erkundungsgang zum Meer und der Bushaltestelle, begann es anhaltend zu regnen, in der Nacht aber hörte der Regen wieder auf und es folgte ein trockener Tag mit etwas Sonne und Bewölkung. Mit der Buslinie 2b fuhren wir 35 Minuten lang in die Innenstadt von Brest. Der Bus schien plötzlich technische Probleme zu haben, denn beim Bremsen ruckelte es sehr stark. Der Fahrer begann zu telefonieren, legte ein paar Stops ein, fummelte an seinem Bus herum, brachte uns dann aber doch wohlbehalten zur Endstation der Buslinie.

Hafen von Brest

 

Von dort spazierten wir zum Hafen, tranken dort einen Café, spazierten dann weiter über die Hebebrücke Pont de Recouvrance, die über den Fluss Penfeld führt. Auf der anderen Seite, gegenüber der mächtigen Festung, in der sich das nationale Marine-Museum befindet, steht der Turm Tanguy, den wir kostenfrei besichtigen konnten. Den zwölfminütigen Film in französisch ließen wir aus und stiegen hoch in die erste Etage, wo in Schaukästen mit liebevoll gestalteten Modellen Szenen aus der Geschichte von Brest dargestellt wurden, wie die Seeschlacht der Marie la Cordelière 1512, der Besuch von Napoleon Bonaparte oder des Königs von Siam ( weswegen die Einkaufsstrasse in Brest auch “Rue de Siam” heißt ). Wir stiegen noch ein Stockwerk höher, wo wir durch Fenster die Aussicht in alle Richtungen bewundern konnten.

Festung von Brest und Tour Tanguy

 

Dann spazierten wir weiter zum Jardin des Explorateurs (Garten der Entdecker), einem kleinen Park, der eine Sammlung von Pflanzen enthält, die von vier Entdeckern von ihren Seereisen mitgebracht und hier kultiviert wurden, unter anderem auch von Louis Antoine de Bougainville, dessen Name Botanikern ein Begriff sein sollte. Von hier hatten wir nochmals einen schönen Blick auf die Mündung des Penfeld mit der gegenüberliegenden Festung. Hier konnte man besonders gut erkennen, das Brest eine stark befestigte Stadt war, die vom Meer aus nur schwer einzunehmen war.

Modell einer geschichtlichen Szene
im Tour Tanguy


 

Wir spazierten zurück auf das linke Flußufer, durch die Rue de Siam und dann zurück zum Hafen, wo wir im Restaurant Au Bureau ein spätes Mittagessen einnahmen – hier gab es seit langem mal wieder Flammkuchen !

Flussmündung bei Brest

 

Als wir gegen 16:00 Uhr zur Bushaltestelle stiefelten gewahrten wir dort eine Strassensperrung. Von weiter oben aus der Stadt drang eine Geräuschkulisse zu uns, die auf eine Demo schließen ließ. Wir hatten zuvor schon viele bunt und ausgefallen gekleidete Leute mit bunten Fahnen bemerkt, die sich in der Stadt tummelten. Es erschien auch sogleich ein Mitarbeiter des Verkehrsbetriebs und informierte uns, daß hier vorest kein Bus kommen würde, wir sollten die Straßenbahn nehmen. Also marschierten wir wieder in die Innenstadt und mußten uns zweimal durch einen Zug von Demonstranten kämpfen, die offensichtlich entweder für freie Liebe oder ein freies Palästina demonstrierten, oder beides gleichzeitig. Wieder querten wir die Pont de Recouvrance und warteten auf der anderen Seite auf den Bus der Linie 2b, der dann schließlich nach einer dreiviertel Stunde kam. 

Pont de Recouvrance

 

Auf der Hinfahrt ein defekter Bus, auf der Rückfahrt Einschränkungen durch eine Demo – da fährt man einmal Bus !