Montag, 4. Mai 2026

Dagebüll und Föhr

 

01.05.2026 – 04.05.2026

Von Alex

Dagebüll hatten wir uns als nächste Station ausgesucht, weil man von dort in kurzer Zeit nach Föhr übersetzen kann.

Fähranleger in Dagebüll

 

Der Ort selbst ist nicht sehenswert, denn er besteht hauptsächlich aus dem Fähranleger und zahlreichen, wenn auch bunten, Ferienhäusern. Ein paar Geschäfte und Lokale säumen die Hauptstraße, an der auch noch drei Hotels liegen und unser Campingplatz, der zu einem der Hotels gehört. Die Plätze und Zufahrten waren eng und die Wasseranschlüsse für unseren Gardenaschlauch nicht kompatibel, weswegen wir erst auf dem vierten Platz zum Stehen kamen, dann aber mit vollem Wassertank. Und auch hier mussten wir die Fahrräder runternehmen und den Fahrradträger einklappen, sonst hätte unser WoMo übergestanden. Einmal die Stunde fuhren zwei Regionalzüge am Platz vorbei, die Urlauber zum Fähranleger und von dort weg brachten. Aber da die Züge in der Nacht nicht fuhren, war das nicht weiter störend.

Aperol mit Blick auf Föhr

 

Als wir schlussendlich alles geschafft hatten (WoMo-Reisen kann mitunter auch anstrengend sein!), schlenderten wir zum Deich und zum Fähranleger, wo wir uns ein paar Unterlagen für den Ausflug nach Föhr mitnahmen, tranken auf der Terrasse des Strandhotels einen Aperol, während sich die Sonne langsam dem Horizont im Westen zuneigte.

 

Dagebüll

Zurück auf dem Campingplatz reparierte Axel sein Fahrrad, das wir ja für den Ausflug nach Föhr benötigten und ich bereitete uns Paprikahühnchen mit Nudeln und Salat im WoMo zu, um den Tag genussvoll ausklingen zu lassen.

 

Auf der Fähre nach Föhr

Am Samstag standen wir früh auf und nahmen die 8:25 Uhr Fähre nach Wyk auf Föhr. Unsere Fahrräder hatten wir dabei, denn wir planten eine Fahrradtour auf Föhr, die für Wanderungen einfach zu groß und weitläufig ist. Die Überfahrt kostete hin und zurück für 2 Person mit Fahrrädern 51€. Die Räder stellten wir auf dem Autodeck ab und begaben uns sogleich aufs Sonnendeck, denn es war ein sonniger Tag und eine ganz wunderbare Stimmung. Um diese Zeit hatten wir die Fähre fast ganz für uns allein. Da Ebbe war zeigte sich das Watt mit zahlreichen Sandbänken in vielfältigen Braun- und Beigetönen, dazu der blaue Himmel und die morgendliche Stimmung-großartig! Wenig später entdeckten wir auf einer der Sandbänke eine kleine Kolonie Seehunde und ein Stück davon entfernt nochmal ein einzelnes Tier. Da ich eigentlich immer mein kleines Fernglas dabei habe, konnte wir die Tiere recht gut erkennen.

Seehund-Kolonie im Wattenmeer

 

Im Hafen von Wyk kauften wir erstmal zwei Gästekarten zum Preis von je 3,50€ und eine Fahrradkarte zum Preis von 3 €. Wir entschieden uns für die Route „Schlemmerpartie“, gekennzeichnet mit einem blauen Korb. Sie ist ca. 34 km lang und führt einmal quer über die Insel und in die dortigen kleinen Ortschaften wie Wixum, Alkersum, Süderende, Dunsum und Oldsum. Außerdem kommt man bei dieser Route an FöhrGreen Manufakturen vorbei, die inseleigene Produkte anbieten, wobei uns da nicht viele aufgefallen sind.

Wyk

 

Außerdem scheiterten wir gleich am Anfang in Wyk, weil eine Baustelle uns den Weg versperrte und wir so auf der grünen Deichroute landeten. Aber dank der Fahrradkarte und einer einigermaßen Beschilderung fanden wir bei der Boldixumer Vogelkoje wieder auf den blauen Weg zurück. Nach etwa der Hälfte der Tour langten wir in dem Ort Oldsum an, wo wir ein zauberhaftes Cafe in einem der zahlreichen alten reetgedeckten Fischerkaten fanden: Stella´s Hüüs. In der Sonne sitzend verspeisten wir zunächst eine hausgemachte Lauch-Käse-Suppe mit Hack und als Nachtisch einen ebenfalls hausgemachten Milchreis mit Apfelmus und Zimtzucker-echt super lecker.

Mit dem Rad unterwegs auf Föhr

 

So waren wir für den Rückweg nach Wyk gestärkt, denn es galt auch hier oft gegen den steifen Nordseewind anzuradeln! In Wyk parkten wir die Räder auf dem Rathausvorplatz und spazierten noch ein wenig durch den Ort, besorgten noch Brötchen für das morgige Frühstück und tranken einen echten Friesentee im Strandkorb sitzend in einem Cafe an der Seepromenade. 

Ein Löffler auf Nahrungssuche

 


Dann ging es auch schon zurück mit der 16:30 Uhr Fähre, die wir um ein Haar verpasst hätten, da Axel die falsche Abfahrtszeit im Kopf hatte.

Riedgedeckte Häuser in Oldsum auf Föhr

 

Da für den Sonntag kein gutes Wetter gemeldet war, blieben wir noch einen Tag länger auf unserem Campingplatz, um uns ein wenig auszuruhen und mal nichts zu tun. Außerdem hatten wir noch die Empfehlung für zwei Lokale in Dagebüll: der Austernfischer und Peter´s Pub; beides wollten wir noch testen. Beim Austernfischer ließen wir uns mittags, nach einem kurzen Spaziergang, zwei Fischbrötchen schmecken und am Abend statteten wir dem Pub einen Besuch ab, wo es herrliches Irish Stout Bier und für Axel einen Schollenburger und für mich eine Hähnchenbowl gab. 

An der Strandpromenade von Wyk

 

Zurück im WoMo guckten wir uns noch das Ziel für den nächsten Tag aus: Højer in Dänemark!

St. Peter-Ording-Dorf

 

29.04.2026 – 01.05.2026

Von Axel

St. Peter-Ording ist und war schon immer ein bekanntes und gut besuchtes Ziel für Urlauber. Mein Vater ist dort schon in den Fünfziger-Jahren des vorigen Jahrhunderts hingefahren, um an der Nordsee Urlaub zu machen. Warum das so ist haben wir uns nun selbst angesehen und verstanden, als wir die kilometerlangen Strände sahen und unsere Füße in den sehr hellen Sand steckten, der fast so fein wie Mehl ist. 

Am Strand von St. Peter-Ording

 

St. Peter-Ording besteht aus den Ortsteilen Böhl, Bad, Dorf und Ording, die jeweils zwei bis drei Kilometer auseinander liegen. Davor erstrecken sich riesige Salzwiesen ins Wattenmeer, und vorgelagert ist dann eine riesige Sandbank, die man über einen Holzsteg erreichen kann und die praktisch als riesiger Sandstrand dient mit Pfahlbauten, in denen sich Restaurants, Toiletten, Rettungsdienst und Strandkorbvermietung befinden.

Mächtig viel Strand

 

Unser erstes Ziel war der Campingplatz „Meer Grün Campingpark Olsdorf“, wo wir keinen Stellplatz kriegen konnten, also fuhren wir einen Kilometer weiter zum Reisemobilhafen Sankt Peter-Ording, bei dem, wie in Tönning, das Einchecken vollautomatisch funktionierte und wir eine Camper-Card bekamen, mit der man alles bezahlen kann: Wasser, Strom, Dusche, WC-Benutzung. Dies war tatsächlich unser erster Stellplatz, bei dem man für jeden Gang zum Klo 20 Cent bezahlen mußte.

Der Platz war nicht stark besucht ( das sollte sich am Folgetag, dem 1. Mai, dann aber ändern ) und nachdem wir unser Wohnmobil aufgestellt hatten und Kontakt geknüpft hatten mit einem älteren Ehepaar, die uns noch einige nützliche Tipps geben würden, gab’s erstmal Backfisch zu essen, die dieses Ehepaar gerade besorgt hatte, aber zu reichlich für zwei Personen.

So gestärkt unternahmen wir einen Spaziergang durch den Ortsteil Dorf zum Deich und wandten uns nach links, um zum Böhler Leuchtturm zu spazieren, von dort dann zurück über die Pestalozzistrasse ins Zentrum von Dorf. Das Wetter war herrlich sonnig und wenig windig und so würde es die nächsten zwei Tage auch noch bleiben. Im Café Frieseneck bekam ich einen Kaffee und Alex nix, denn es gab dort weder Tee noch Cappuchino, denn der Kaffeeautomat war kaputt. Abends im Wohnmobil gab’s dann eine Brotzeit, das geplante kochen von Paprika-Hühnchen verschoben wir auf einen späteren Tag und das Hühnchen wanderte in das Gefrierfach, denn obwohl dieser Wohnmobilhafen von promobil mehrmals als „Top Platz“ ausgezeichnet wurde gab es hier keine Gelegenheit Geschirr zu spülen. Größere Mengen Kochgeschirr spülen wir doch lieber außerhalb vom Wohnmobil.

Salzwiesen vor St. Peter-Ording

 

Am Mai-Feiertag radelten wir zunächst zur Mole vom Ortsteil Bad, von der ein Holzsteg hinaus führt zu besagter Sandbank, die dieses Jahr ihr hundertjähriges Jubiläum feiert. Ganz früher haben Fischer die ersten Kurgäste mit ihren Booten rüber geschippert auf die Sandbank.

Nachdem wir brav unsere Gästekarte vorgezeigt hatten spazierten wir also zum Strand, steckten unsere Füße in den tollen Sand und das eiskalte Nordsee-Wasser und ließen uns dann an einer Bar in einem Strandkorb nieder, um einen Cappuccino zu schlürfen.

Westhever Leuchtturm

 

Es war schon nach zwölf Uhr, als wir eine Radtour antraten zum 18 km entfernten Westhever Leuchtturm, der wirklich malerisch mit seinen 40 m Höhe aus dem Wattenmeer aufragt und weithin sichtbar ist mit seinen roten und weißen Ringen. Wir umrundeten die Tümlauer Bucht, mal diesseits, mal jenseits vom Deich, seelenruhig beobachtet von zahlreichen Schafen mit ihren Lämmern. Schafe sind die idealen „Pfleger“ von Deichen, wie wir in Tönning gelernt hatten: anders als Kühe zerstören ihre Hufe nicht den Grasbewuchs auf den Deichen, sondern verdichten ihn.

Unterwegs zum Westhever Leuchtturm

 

Es war halb drei Uhr, als wir den Leuchtturm erreichten. Ich stieg natürlich hoch, um die Aussicht über das platte Land und die Husumer Bucht zu genießen. Dazu bekam ich ein paar Plastik-Clogs verpasst, denn die Treppe im Turm steht unter Denkmalschutz.

 

Immer noch unterwegs zum Westhever Leuchtturm

Als wir wieder aufbrechen wollten mußte ich mal wieder zur Luftpumpe greifen, denn mein Vorderreifen war wieder platt. Ein neuer Schlauch war wohl überfällig !

 

Blick vom Westhever Leuchtturm

Wir radelten weiter ins nahe gelegene Westerhever, vorbei an einem heute geschlossenen Imbiss, und bekamen dort im einzigen Gasthof glücklicherweise ein spätes Mittagessen, denn wir hatten einen Mordshunger. Ich bekam Schollenfilets mit Bratkartoffeln und einem sehr leckeren Gurkensalat, garniert mit „Queller“, den man hier oben oft auf seinem Teller finden kann und der sehr knackig und leicht salzig schmeckt. Alex ließ sich Lamm-Bratwürste mit Kartoffelbrei und Gemüse schmecken. Danach probierten wir noch eine Friesentorte, die aus Blätterteig, Schlagsahne und Pflaumenmus gemacht wird.

So gestärkt war der Rückweg nun kein großes Problem mehr und nach einmal aufpumpen erreichten wir wieder St. Peter-Ording. Am Abend, nachdem ich das Vorderrad meines Fahrrades geflickt hatte, besuchten wir noch ein Straßenfest im Ortsteil Dorf. Hunger hatten wir aber keinen mehr, also begnügten wir uns mit einem Drink.

An der Mole von St. Peter-Ording

 

Unser nächstes Ziel sollte Dagebüll werden, schlappe 95 km entfernt. Da wir bis 16:00 Uhr auf unserem Stellplatz bleiben konnten nutzten wir das tolle Wetter am Vormittag zu einer Wanderung durch die Salzwiesen, die uns wieder zur Mole führte, wo es einen Cappuccino gab, bevor wir auf dem Deich zurück spazierten in den Ortsteil Dorf. Zuvor hatte ich mir bei einem glücklicherweise heute geöffneten Fahrrad-Verleih noch einen Schlauch für mein Fahrrad gekauft. In Dorf kehrten wir zum Mittagessen ein bei Hansen und bestellten uns einen Teller „Hansen-Happen“ mit Lachs, Matjestatar und Roastbeef, eine Empfehlung des freundlichen Ehepaars auf unserem Stellplatz nebenan.