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Mittwoch, 25. Juni 2025

Antholzer Tal

 

20.06.2025 – 23.06.2025

von Alex 

 

Da unsere Freunde derzeit eine Kammerlander-Wanderwoche in Olang machen, haben wir ein Treffen und Wiedersehen vor Ort verabredet. Unser Freund empfahl uns einen Campingplatz in Antholz-Mittertal, allein deswegen, weil es auf dieser Höhe (1241 m) einfach kühler ist als in Bruneck auf dem Platz in der Stadt. Außerdem liegt Antholz ebenfalls ganz in der Nähe von Olang und schöne Wanderwege gibt es hier auch. 

Unser Stellplatz im Antholzer Tal

 

Laut Navi hätten wir für die Anreise von Naturns aus ca. 2 Stunden benötigt; tatsächlich wurden es 4 Stunden. Es war schon sehr viel Rückreiseverkehr und auf der Autobahn Richtung Brenner gab es einen Unfall und dementsprechend kilometerlange Staus sowohl auf der Autobahn als auch auf der Brennerstraße. Da bleibt nichts anderes übrig, als sich einzureihen und in Geduld zu üben. Hinter Bozen kamen wir dann auch immer zügiger voran, da wir dann auch Richtung Bruneck abbogen und die Mehrzahl der Fahrzeuge weiter Richtung Brenner fuhr.

In Antholz Mittertal

 

Klammbachwasserfall

Am Nachmittag erreichten wir dann den 3-Sterne Platz Camping Antholz, der allerdings direkt an der Passstraße zum Staller Sattel liegt, was einiges an Verkehr, insbesondere Motorräder, bedeutet. Aber noch hält es sich in Grenzen und in der Nacht ist es auch hier ziemlich ruhig.

Wir suchten uns auf dem großen Platz einen Premium Stellplatz aus und Axel besorgte sogleich eine Wanderkarte für das Antholzer Tal und das Gsieser Tal, damit wir für den morgigen Samstag und eine geplante Wanderung gerüstet sind. Am frühen Abend marschierten wir in den nahegelegenen Ort, der allerdings nicht sehr viel zu bieten hat, tranken in einer kleinen Bar – na was wohl? – richtig!: zwei Aperol und griffen noch zwei Gastgeberverzeichnisse im Smart-Touricenter ab für den Fall, dass wir im kommenden Jahr Lust haben sollten, hier mit unseren Freunden eine Wanderwoche zu verbringen. Dann hatten wir die Idee auf unserem Campingplatz das Restaurant auszuprobieren, aber als wir gegen 19 Uhr einliefen, warteten bereits zahlreiche Gäste auf einen freien Tisch. Also zurück zum Wohnmobil und eine Stunde später ein weiterer Versuch-gleiche Szene. Wir gaben auf und brutzelten uns im WoMo Eier mit Speck und dazu gab es Vinschgauer Brot. Der morgige Tag versprach ohnehin die Einkehr in mindestens zwei Almen, also lassen wir uns dort mit Südtiroler Spezialitäten verwöhnen.

Bergeralm

 

Am Samstag starteten wir bei nach wie vor herrlichem Wetter gegen 10 Uhr zum Mittertaler Höhenweg. Der Weg führt zunächst Richtung Klammbachwasserfall und Bergeralm. Der Wasserfall war im Morgenlicht wunderschön anzuschauen und die kühle Luft war sehr angenehm. Auf der Bergeralm genehmigten wir uns eine Holundersaftschorle und stiegen dann weiter auf, um auf den Höhenweg zu gelangen. An der entsprechenden Wegkreuzung nahmen wir dann den Weg Nr. 12 Richtung Kumpflalm (1653 m), denn dort wollten wir zu Mittag essen. Der Höhenweg war herrlich zu gehen, natürlich mit einigen Auf´s und Ab´s, der Querung einer Geröllhalde, einem steilen Abstieg und einem ebenso steilen Gegenanstieg zur Alm.

Ankunft an der Kumpflalm

 

Aber dann war es geschafft und Axel verkündete: „Ich sehe schon die Fahne“. Traditionell hissen Almen und Berghütten die Fahne der jeweiligen Region, sodass die Einkehrmöglichkeit schon weithin sichtbar ist. Auf der Terrasse der Alm ließen wir uns gerne nieder und genossen den Blick auf die umliegende Bergwelt. Zur verdienten Stärkung gab es Schlutzkrapfen mit Butter und Parmesan für Axel und für die Alex einen lecker Kaiserschmarrn. Eigentlich wollten wir von diesem zauberhaften Ort gar nicht mehr weg, aber nachdem wir dann den vom Hüttenwirt spendierten Heu- bzw. Zirbenschnaps intus hatten, nahmen wir den Abstieg in Angriff und gelangten nach ca. 1 Stunde wieder im Tal an.

Kaiserschmarren ....

 
... und Schlutzkrapfen

Gegen 10 Uhr am Sonntag trafen unsere Freunde aus Olang ein und besichtigten zunächst interessiert unser Wohnmobil. Dann packten wir die Wanderkarten aus und besprachen, welche Tour wir an diesem herrlichen Sommertag in Angriff nehmen wollen. Wir entschieden uns für den Weg zum Antholzer Biathlon Zentrum und zum Antholzer See. Wir stiegen gemeinsam auf zum Wasserfall und zur Bergeralm, wie am Tag zuvor, denn wir hatten den Abzweig bei den Egger Höfen verpasst. Aber das war nicht schlimm, denn so kamen unsere Freunde auch in den Genuss des Anblicks des Klammbachwasserfalls und eine kurze Rast auf der Bergeralm mit Holundersaftschorle war auch nicht zu verachten. Dann ging es, wie am Vortag auch, hinauf zum Mittertaler Höhenweg, den wir dann allerdings in Richtung Antholzer See nahmen und nicht Richtung Kumpflalm.

Blick ins Antholzer Tal mit Campingplatz

 
An der Schörzalm

Kurze Zeit später kehrten wir in der ruhigen und sehr schön gelegenen Schörzalm ein, um zu Mittag zu essen, natürlich nicht ohne nach dem Essen den spendierten Hüttenschnaps zu verkosten. Diesmal gab es Zirbenschnaps und Schafgarbenschnaps! Mittlerweile war es wieder ziemlich warm geworden und unseren Freunden steckte noch die Kammerlander Wanderwoche in den Knochen, so dass wir die Tour am Biathlon Zentrum auf vielfachen Wunsch beendeten und mit dem Bus zurück zum Campingplatz fuhren. Dort gönnten wir uns im Restaurant noch eine gemütliche Erfrischung, bevor es für unsere Freunde zurück ins Hotel zum Abendessen ging. Es war ein gelungener Tag und alle waren froh, dass wir die Gelegenheit genutzt hatten uns spontan in den Bergen zu treffen und die neusten Neuigkeiten auszutauschen. Im August geht es dann wieder gemeinsam für drei Wochen nach Südtirol, wo wir neue Täler und Orte erkunden werden.

Nochmal Grauwasser ablassen vor Verlassen
des Antholzer Tals

 

Freitag, 20. Juni 2025

Naturns

 

16.06.2025 – 20.06.2025

 

                          Von Alex + Axel

Auch hier in Südtirol hatten wir Schwierigkeiten einen Stellplatz zu finden. Da wir nicht sogleich auf den Platz in Bruneck wollten, war unser Ziel Meran und Umgebung, um ein paar beschauliche Wandertage in Alto Adige zu verbringen. Erst bei dem 4 angefragte Platz mitten in Naturns hatten wir Glück und ergatterten per Onlinereservierung einen schönen und großen Stellplatz. Der Campingplatz Adler entpuppte sich als kleine Perle, denn er wurde erst für diese Saison von den neuen Betreibern modernisiert: sowohl der Sanitärbereich, die Lounge, der kleine Shop und das Angebot eines privaten Badezimmers sowie das gesamte vollautomatische Buchungs- und Check-In -System sind komplett neu. Außerdem liegt er wirklich im Dorf mittendrin und man erreicht die Geschäfte und Bars, aber auch die Wanderwege und Bergbahn bequem zu Fuß. Da es sich derzeit als schwierig erwies kurzfristig Stellplätze zu finden verlängerten wir sogleich unseren Aufenthalt bis Freitag. Leider war unser Platz nicht mehr zu haben, sodass wir am Mittwoch kurz unser Wohnmobil umparken müssen. Aber wir müssen uns nicht mehr auf die mühsame Suche nach einem neuen Campingplatz machen.

Naturns

Doch zunächst nutzen wir den Anreisenachmittag für einen Spaziergang ins Dorf, wo wir den Einstieg für unsere morgige Wanderung erkundeten. Außerdem erstanden wir in einer gut sortierten Vinothek endlich unseren Roner Chardonnay Grappa. Wir ließen uns in der angeschlossenen Bar zwei Aperol und einen kleinen Munkelteller schmecken, bevor wir am Abend im WoMo mal wieder unsere beliebte Mediterrane Gemüsepfanne zubereiteten, denn hier sind momentan die Temperaturen angenehm und das Kochen fällt nicht schwer.

Auf dem Waalweg

 

Waalerhütte

 

Am heutigen Dienstag nutzten wir das herrliche Wetter für eine kleine Wanderung entlang der hier vorhandenen historischen Bewässerungskanäle, genannt Waale. Wir starteten direkt in Naturns, wo wir gestern den Einstieg bereits erkundet hatten und folgten dem Wanderhinweis Wallburgbodenweg. Der Weg führt auch an einer alten Waalerhütte vorbei, die heute nicht mehr genutzt wird. In früheren Zeiten lebte hier der Waaler, der für die Pflege und Instandhaltung der Waale sowie die Regulierung des Wassers zuständig war. Es ist ein wunderschöner Panoramaweg, bei dem wir den Sonnenberg querten. Die Hänge des Naturnser Sonnenbergs können im Sommer bis zu 70 Grad Bodentemperatur aufweisen und nur gut angepasste Pflanzen wie z.B. der Spinnweb-Hauswurz, der in seinen dicklichen Blättern genügend Wasser für die Trockenperioden speichern kann, überleben hier. Und trocken war es hier schon vor hunderten von Jahren und nur durch die Bewässerungssysteme war Landwirtschaft überhaupt möglich. Grund dafür sind die umliegenden hohen Berge, die die Regenwolken melken, so dass die Gegend um Naturns bzgl. Niederschläge oft leer ausgeht.

Spinnweb-Hauswurz

 

Nachdem wir einer recht großen dunklen Schlange Vorfahrt auf dem Wanderweg gewährt hatten und schon mal die Abzweigung zur Jausenstation wahrgenommen hatten, erreichten wir das Ende des Wallburgenweg, den Wallburgboden. Von hier hatten wir einen tollen Blick ins Schnalstal und auf Messners Schloß Juval. Der Wallburgboden war vermutlich in der Eisenzeit der Standort einer oberen und unteren Wallburg. Nach einer kurzen Trinkpause wanderten wir wieder den gleichen Weg zurück und zweigten dann jedoch nach rechts auf den Weg zum Schwalbennest ab. Nach etwa 20 Minuten hatten wir die kleine, sehr nette Jausenstation, die man ziemlich an den Hang gequetscht hat, erreicht, was auch den Namen erklärt, und ließen uns im Schatten zu einem späten Mittagessen nieder. Es gab ein zünftiges Essen bestehend aus Speckknödeln mit Kraut für Axel und Spiegeleier mit Speck für mich. Dazu ein leckeres, kaltes Bier und den Gratisblick auf die umliegenden Berge.

 

Blick zum Schloss Juval

Der Abstieg nach Naturns war dann nicht mehr lang und auf dem Campingplatz erfrischten wir uns mit einer kalten Dusche und in dem nicht ganz so kalten Indoor-Pool - aber besser als nichts.

 

Ankunft beim Schwalbennest

Auch am Mittwoch unternahmen wir eine kleine Wanderung, diesmal auf der anderen Seite des Tales. Wir konnten erst relativ spät starten, denn wir mußten unseren Stellplatz wechseln, weil wir zwei Tage verlängert hatten und nur noch ein Platz für diesen Zeitraum verfügbar gewesen war: Platz # 57 gleich neben den Spülbecken. 

Totentanz in Plaus

 

Es war also schon nach 12:00 Uhr und mächtig warm, als wir die Etsch überquerten und den Rittersteig ansteuerten, der durch schattigen Wald vorbei an der Burg(ruine) Dornsberg nach Plaus führte ( insgesamt 2,5 Stunden Gehzeit und 260 Höhenmeterchen ). Dort bewunderten wir an der Friedhofsmauer die Bilderserie „Totentanz“ des einheimischen Künstlers Luis Stephan Stecher: die farbigen 18 Szenen zum Thema Tod waren mit Sprüchen im Vinschgauer Dialekt überschrieben, die wir kaum entziffern konnten.

"Cosmic Crisp" Äpfel

Zurück führte unser Weg dem Vinschgauradweg folgend entlang der Etsch, nachdem wir dort an der Brücke nach Plaus auch noch ein Restaurant gefunden hatten mit durchgehend warmer Küche, in dem wir uns stärken konnten.

Am Donnerstag unternahmen wir eine ambitioniertere Wanderung auf dem Meraner Höhenweg. Mit dem Bus ging es zunächst zur Talstation der Texelbahn bei Partschins. Von der Bergstation aus folgten wir dem Meraner Höhenweg ( Weg Nr. 24 ) in westlicher Richtung. Wir durchquerten zwei Schluchten, und vor allem die „1000-Stufen-Schlucht“ trug dazu bei, daß wir insgesamt 450 Höhenmeter im Aufstieg und 680 Höhenmeter im Abstieg bewältigen mußten. Durch zwei Hängebrücken wurde die Anzahl Höhenmeter in Grenzen gehalten. Am Fuße der Schlucht gab es einen recht hohen Wasserfall zu bewundern, der uns mit kühler Gischt erfrischte.

Wir erreichten den Pirchof gleich hinter der „1000-Stufen-Schlucht“, wo es zum Mittagessen Zickleinbraten gab. Über weitere leichte Auf- und Abstiege erreichten wir gegen 15:00 Uhr die Bergstation der Seilbahn Unterstell. Kurz davor gibt es eine Aussichtsplattform mit senkrechtem Blick hinunter ins Tal und auf einen Klettersteig. Von dort aus lag nun noch eine etwa 1,5stündiger Abstieg vor uns hinunter nach Naturns, etwa 750 Höhenmeter. Die Füße wurden langsam müde, der Pfad mit vielen runden glatten Steinen verlangte seinen Preis.

Ausblick vom Meraner Höhenweg

 
Hängebrücke am Meraner Höhenweg

 

Auf der Aussichtsplattform bei der
Bergstation Unterstell

Natürlich kehrten wir wieder in die Jausenstation „Schwalbennest“ ein und löschten unseren Durst mit diversen Getränken; es war mittlerweile eigentlich schon viel zu heiß zum Wandern.