Mittwoch, 3. Juni 2026

Insel Møn

 

01.06.2026 – 03.06.2026

Von Alex

Nach drei Nächten und zwei vollen Tagen Kopenhagen war mal wieder etwas Ruhe und Natur angesagt. Daher hatten wir uns für die Insel Møn mit ihren Kreidefelsen entschieden.

Stadttor in Stege

Einer der kleinsten Campingplätze Dänemarks

 

Wir steuerten zunächst den Campingplatz Møn Strand Camping an. Da die Rezeption unbesetzt war, rief Axel die Nummer an, die an der Tür hing. Die Dame war ziemlich unfreundlich und wollte uns erst um 14 Uhr einchecken, obwohl sie vor Ort war. Hinzu kam, dass wir keinen ebenerdigen Platz auf dem Platz gefunden hatten, auf dem wir das WoMo hätten ausrichten können. War wohl eher etwas für Off-Road-Fahrzeuge! Also fuhren wir weiter. Axel hatte dann in dem Ort Stege Dänemarks wohl kleinsten Campingplatz ausfindig gemacht. Von hier wären es bis zu den Kreidefelsen mit dem Rad ohnehin 5 km weniger Strecke zu fahren. Wir drehten eine Ehrenrunde, bis wir die kleine Einfahrt in den ebenfalls kleinen Platz fanden. Aber es war eine Küche und ein Sanitärgebäude und eine Versorgungsstelle vorhanden und ein schöner ebener Stellplatz, auf dem wir parkten und umgehend Tisch und Stühle aktivierten, denn es war ein sehr schöner Sommertag.

Da ich von Kopenhagen doch etwas erschöpft war, blieb ich am Nachmittag im WoMo und bezog mal unsere Betten neu, räumte etwas auf und nutzte die Ruhe auf dem Platz für eine ausgiebige Dusche.

Axel war unterdessen Richtung Ort marschiert, um Stege zu erkunden und ein paar Fotos zu machen.

 

Ende eines Gasgrills

Die Paella haben wir
trotzdem fertiggestellt

Für den Abend hatten wir alle Zutaten für eine einfache Paella gekauft, die wir auf unserem neuen Gasgrill in der eigens dafür vorgesehenen Paella-Pfanne zubereiten wollten. Nachdem Axel Huhn und Fisch angebraten hatte, fing der Grill plötzlich merkwürdig an zu dampfen. An dem aus Kunststoff bestehenden Gasregler war wohl Gas ausgetreten, was sich entzündete hatte und allmählich den Grill von unten verschmorte. Axel dreht sofort das Gas ab und wir begutachteten das Schlamassel. Aber da war nichts mehr zu machen. Da der Grill zum größten Teil aus Kunststoff besteht, war ein größerer Schaden entstanden und vor allem der Gasregler war nicht mehr zu gebrauchen. Nun, ich bin gespannt was der Versandhandel OBELINK dazu sagen wird-wir haben jedenfalls mal ein paar Bilder gemacht.

Die Paella gab es trotzdem, denn die Paella-Pfanne passte auch prima auf den Gasherd und so gab es dann wenigstens ein leckeres Abendessen mit einem sehr leckeren Chardonnay aus Frankreich, den Axel als Sonderangebot im Supermarkt ergattert hatte.

Der nächste Tag war wettertechnisch perfekt, also schwangen wir uns auf die Räder, um an die Møns Klint, die hiesigen Kreidefelsen zu fahren. Unsere Schweizer Nachbarn hatten uns schon gestern von ihrem Ausflug mit den E-Bikes erzählt und angemerkt, dass sie in Dänemark nicht mit so vielen Steigungen gerechnet hätten. Da ein Akku nicht komplett aufgeladen war und dann den Geist aufgegeben hatte, bevor sie an dem Klippen waren, wollten sie am heutigen Tag einen erneuten Versuch starten. Bei dem Thema Steigungen hörten wir wohl nur mit halbem Ohr hin, denn wir waren ebenfalls sehr überrascht, als wir der Fahrradroute 8 folgend plötzlich mit elend langen Anstiegen und dann wieder mit kräftezehrenden Berg- und Talfahrten konfrontiert wurden. Außerdem machten wir mit der Route 8 noch einen ungewollten Umweg von 3 Kilometern ( es ging am Schloss Liselund vorbei ) und einige extra Steigungen. Doch dann war es geschafft und wir parkten die Räder an dem hier vorhandenen Campingplatz, den wir aber aus Kostengründen nicht in Erwägung gezogen hatten. Hier hätten wir für zwei Nächte mehr als 200€ zahlen sollen, das geht einfach zu weit! 

Die Kreidefelsen der Insel Møn


Mit einer kleinen Wanderkarte ausgestattet wanderten wir direkt auf dem Wanderweg 3 an den Klippenrand und hatte sogleich einen großartigen Ausblick auf die Kreidefelsen und die Ostsee, die sich in einem herrlichen Farbspiel aus verschiedenen Blautönen präsentierte. Einige weiße Segelboote und das Grün der auf den Klippen wachsenden Bäume machten das Postkartenmotiv perfekt. Nach vielen beeindruckenden Anblicken erreichten wir das GeoCenter Møns Klint, wo man über sehr viele Holzstufen auf den Strand vor den Klippen gelangt - Abstiegszeit etwa 15 Minuten.

Holztreppen zum Strand

 

Doch das musste heute noch sein. Und auch wenn es am Strand übel nach in der Sonne vertrocknenden Algen roch, war es ein großartiger Ort mit einer spektakulären Szenerie, die auch einen Maler angelockt hatte, der an seiner Staffelei versuchte, das Ganze in Öl festzuhalten.

Am Strand bei den Kreidefelsen

 

Nach einer kleinen Stärkung, wir hatten unseren Proviant wohlweislich mitgenommen, machten wir uns an den Aufstieg, nicht ohne einen kleinen Umweg auf eine Aussichtsplattform zu machen, wo man den Klippen noch näher kam und die dort nistenten Schwalben beobachten konnte.

Glücklicherweise verlief fast der gesamte Steg durch den Wald und somit im Schatten, denn heute war ein wirklich warmer Sommertag mit stahlblauem Himmel.

Zurück am GeoCenter mussten wir noch eine halbe Stunde wandern, bis wir wieder an den Rädern waren. Für den Rückweg hatten wir entschieden, den kürzeren Weg über die Landstraße zu nehmen.

Außerdem ging es jetzt die meiste Wegstrecke bergab und so gelangten wir am späten Nachmittag wohlbehalten wieder in Stege an. Den Tag beschlossen wir mit leckerem Bier und Entrecôte bzw. Burger im Brauhaus von Stege.

Kopenhagen

 

29.05.2026 – 01.06.2026

Von Axel

Als nächstes Reiseziel war Kopenhagen dran, das wir in weniger als einer Stunde Fahrzeit von Roskilde aus erreichen konnten. Unterwegs machten wir noch einen Stopp in einem Vorort, um uns mit Trinkwasser und Proviant einzudecken. Kurz nach 11:00 Uhr checkten wir ein auf dem WoMo-Stellplatz von Camperparking.dk in der Nähe der S-Bahn-Station Sydhaven, für den wir für die nächsten drei Nächte vorgebucht hatten. Hier gibt es ca. 40 Stellplätze, der Platz ist aber naturgemäß immer gut ausgelastet. Es gibt zwei Container, einer mit einer kleinen Küche und drei Duschen, der andere mit 4 Toiletten, alles sauber, liebevoll und zweckdienlich gestaltet. Reservierung und Check-In funktionierten tadellos, auch die Web-Seite ist erfrischend klar und übersichtlich. Der Preis pro Nacht: € 39 für 2 Personen inclusive Strom und Duschen – durchaus fair!

Die kleine Meerjungfrau von Kopenhagen

 

Am Freitag Nachmittag radelten wir erstmal die etwa 7 km bis ans andere Ende von Kopenhagen, wo die berühmte Kleine Meerjungfrau des Bildhauers Edvard Eriksen nach einem Märchen von Hans Christian Andersen zu sehen ist, das Wahrzeichen von Kopenhagen.

Am Nyhavn

 Wir staunten nicht schlecht über den wilden Radfahrer-Verkehr, an den man sich erstmal gewöhnen muß. Einige Regeln sind unerläßlich hier: Hand heben, wenn man stehen bleiben will, rechts fahren, beim Überholen zuerst über die linke Schulter gucken, Richtungsänderungen klar signalisieren, Ampeln ernst nehmen! 42 % der Kopenhagener benutzen das Fahrrad für den Weg zur Arbeit, und die sind flott unterwegs!

Home Of Carlsberg
Wir spazierten noch etwas an der Marina entlang, während sich der Himmel verdunkelte. Leider hatten wir die Wohnmobil-Luken offen gelassen, weswegen wir alsbald die Nerven verloren und die Rückfahrt antraten, als dann auch schon der Wind auffrischte und die ersten Regentropfen fielen.

So schlimm wurde es dann aber nicht und das WoMo blieb trocken.

Am Abend spazierten wir noch in den nahe gelegenen Südhafen, wo wir zwischen den Wohnhäusern direkt am Wasser ein Restaurant fanden, in dem es für unser Abendessen Fischfilets gab, endlich mal nicht paniert, lecker gekocht in einer sahnigen Soße mit Zwiebeln, Bohnen und orangenem Kaviar, ganz lecker, aber etwas wenig. Ein ausgedehnter Spaziergang führte uns dann anschließend über den Friedhof Vestre Kirkegård zum Home of Carlsberg, der ehemaligen Carlsberg-Brauerei, die mittlerweile ausgelagert wurde in die Stadt Fredericia in der Nähe von Flensburg. Dort gab’s noch ein schnelles Bier für uns, denn um 21:00 Uhr wurden wir rausgeschmissen und die Tore geschlossen.

 

Am Samstag radelten wir zum Tivoli-Vergnügungspark neben dem Hauptbahnhof, wo wir unsere Fahrräder parkten und am Rathaus vorbei durch die Fussgängerzone in die Innenstadt spazierten.

Brunnen auf dem Rathausplatz

 
Wachablösung am Schloss Amalienborg

Vor dem Guiness World
Record Museum

Um 12:00 Uhr sahen wir uns die Wachablösung beim Schloss Amalienborg an, die fast eine dreiviertel Stunde dauerte. Geschwächt von dem bisherigen Fussmarsch suchten wir ein Café der Kette „Vivaldi“ auf, die wir auch schon in Roskilde beehrt hatten, und ließen uns ein riesiges Bier und Raviolo gefüllt mit Pilzen und Trüffeln schmecken.

Gestärkt, aber umso müder, setzten wir unseren Fussmarsch fort, besuchten noch die „Marmorkirken“ mit ihrer kreisrunden Kuppel, folgten dann der Marina und querten noch rüber auf die Insel „Freistadt Christiania“, bevor wir dann den Rückweg zu unseren Fahrrädern antraten und zu unserem WoMo zurück radelten.

Am Sonntag radelten wir wieder zum Tivoli-Vergnügungspark und löhnten die 190 DKK Eintritt pro Person, um uns den relativ kleinen und alten Park anzuschauen, der natürlich nicht mit dem Europapark oder Disneyland konkurrieren kann, dennoch aber sehenswert ist; immerhin ist er einer der ältesten Vergnügungsparks der Welt (eröffnet 1843) und liegt mitten in einer Großstadt. Es gibt 37 verschiedene Restaurants und 23 Fahrgeschäfte. Letztere für uns nur zum Anschauen, denn für den „Ride Pass“ sind nochmal ~300 DKK fällig! Wir schlenderten also durch die Anlage, sahen uns eine Art Ballett-Slapstick um 13:30 Uhr an, kehrten dann ins lokale Bryghaus ein zum Mittagessen, gönnten uns in einem Café noch einen Kaffee und verließen den Park am Nachmittag, um nochmal kurz durch den Skulpturengarten der Carlsberg Glyptotek zu schlendern, bevor wir den Rückweg zum WoMo antraten.

Auf der Insel Christianshavn

 
Im Tivoli-Vergnügungpark