18.06.2026 – 21.06.2026
Von Axel
Wir fuhren weiter in die Mecklenburgische Seenplatte und zum Plauer See, drei Seen westlich von der Müritz, diewir 2014 schon mal besucht haben. Unser Campingplatz war ein ACSI-Platz in der Nähe des kleinen Ortes Zislow, das „Wald- und Seeblick Camp“. Wir bekamen dort einen Stellplatz in dritter Reihe vom See auf einer Wiese. Der Campingplatz war nicht sehr stark frequentiert mit Durchgangs-Campern, aber es waren einige Stammcamper da und es wurden an den nächsten beiden Tagen, am Freitag und Samstag, noch ein paar mehr. Gleich daneben liegt noch der Campingplatz „Naturcamping Zwei Seen“, der ganz gut besucht war.
Im Zentrum des Campingplatzes gab es einen kleinen Imbiss, bei dem Burger und Aperols für 5 € zu haben waren. Wir probierten gleich nach unserer Ankunft den See aus, der sich aber als nicht zum Schwimmen geeignet herausstellte. Der Uferbereich war sehr flach, außerdem wurden wir von zwei missmutigen Schwänen belästigt.
An der Drehbrücke in Malchow
Viel Verkehr auf dem Wasser bei Malchow
Am Freitag unternahmen wir eine Radtour nach Malchow, an der Durchfahrt vom Plauer See zum Fleesensee gelegen. Auch hier sind wir 2014 schon mal gewesen. Die Radtour dorthin und auch wieder zurück war allerdings nicht ganz einfach. Die freundliche Dame an der Rezeption hatte schon vor den abenteuerlichen Radwegen hier gewarnt. Der Weg direkt vom Campingplatz nach Lenz entpuppte sich sogleich als sandiger Wanderweg über Wurzelwerk. Wir kehrten um und fuhren nach Zislow, eine Ansammlung von Häuschen und einigen Boots-Stegen, die kaum als Ort erkennbar sind. Auf der Strasse steuerten wir auf das 10 km entfernte Malchow zu und entdeckten unterwegs ein Fischadlerpaar auf ihrem Horst auf einer Stromleitung. Die Straße verlangte uns einige Steigungen ab, wir kamen durch einen Ort mit dem interessanten Namen Adamshoffnung, erreichten die A19 und hatten nun einen echten Radweg zur Verfügung entlang einer Schnellstraße, um Malchow herum und dann hinunter zur „Inselstadt“. Dort ließen wir die Räder erstmal stehen und spazierten durch Malchow bis zur Drehbrücke. Dort beim „Insulaner“ gab es sehr leckeres Essen im Schatten für ein spätes Mittagessen: Duroc Kotelett mit grünen Bohnen für mich, Kalbsleber für Alex, sehr, sehr lecker. Wir hatten aber auch einen Mordshunger.
| Willkommen in Zislow ( auf einem Radweg ) |
Für die Rückfahrt ließen wir uns von Google Maps eine Route auswählen nördlich der Verbindung zwischen Plauer See und Fleesensee nach Lenz, wo wir den Kanal über eine kleine Brücke überqueren konnten, dann durch den Wald zurück zum Campingplatz. Auch hier endete der „Radweg“ alsbald als Wald-Wanderpfad und in einer Senke wurden wir von hungrigen Moskitos heimgesucht. Schlussendlich fand sich dann wieder ein halbwegs befahrbarer Weg direkt am See entlang, der direkt auf unserem Campingplatz endete.
Am Samstag musste sich Alex erstmal von den Strapazen der gestrigen Tour erholen. Ich fuhr mit dem Rad wieder bis zur Strassenabzweigung nach Zislow, wo sich eine Haltestelle des „Rundbusses“ befindet. Der Rundbus ist ein roter Doppeldecker-Bus, der in zwei Stunden den Plauer See umrundet, alle zwei Stunden fährt, Hop-On-Hop-Off erlaubt und für Inhaber der Kurkarte, die wir beim Einchecken am Campingplatz erhalten hatten, kostenlos ist.
Mit diesem Bus fuhr ich dann um 12:08 Uhr nach Plau am See. Unterwegs ( zumindest auf der Hinfahrt ) gab es einen Audioguide zu hören über die verschiedenen Stationen am Plauer See, der auch vom Bärenpark berichtete, bei dem wir bei der Herfahrt kurz gerastet hatten, und der tatsächlich eine Auffangstation für Bären in Not ist. Dazu später mehr.
In Plau spazierte ich an der Elde entlang in die Altstadt, drehte eine Runde durch das Dorf an Kirche, Rathaus und Burg vorbei, kehrte zur Elde zurück und platzierte mich an einem Tisch eines Restaurants direkt an der historischen Hubbrücke, die immer mal wieder nach lautem Geklingel nach oben gefahren wurde, wenn Boote passieren wollten. Hier auf den Gewässern der Mecklenburgischen Seenplatte sind zahlreiche Freizeit-Kapitäne unterwegs. Auf dem „Blauen Band von Mecklenburg“ kann man von der Elbe bis zur Havel, von der Müritz bis zum Schweriner See schippern. Besonders spektakulär für mich war ein Wohnmobil auf einem Floss, ein neues Reise-Konzept, kann man nachlesen auf https://www.mueritzboot.de/ nachlesen.
Die Hubbrücke wurde 1916 mit Hilfe von Kriegsgefangenen erbaut und hat eine Hubhöhe von 1,60 m.
Ich aß einen Salatteller Fischer Art mit gebackenem Buntbarsch-Filet, trank dazu zwei Bier und machte mich dann wieder auf den Weg, um den nächsten Rundbus zu erreichen, der um 15:00 Uhr losfuhr und mich nach 70 Minuten Fahrzeit über Alt-Schwerin und Malchow nach Zislow zurück brachte.
Wasserpfeife vor dem Wohnmobil
An diesem Abend packten wir endlich mal unsere Reise-Wasserpfeife auf, auch als Notwehr gegen etwaige Moskitos, und saßen paffend vor dem Wohnmobil, während im Hintergrund die Sonne den Plauer See und den Himmel darüber rot färbte.
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