Donnerstag, 23. April 2026

Friedrichskoog

 

22.04.2026 – 24.04.2026

Von Alex+Axel

 

Den heutigen Morgen haben wir zunächst damit verbracht unseren Frischwassertank und die Heizung komplett zu entleeren, um den Frostwächter zu reparieren. Ziel war der Ausbau des Teils und die Überbrückung mittels eines kleinen Schlauches. Aber nichts davon gelang! Weder bekamen wir das Ding ausgebaut noch konnten wir irgendetwas überbrücken. Also alles wieder einräumen, Frischwasser nachfüllen und zerknirscht zugeben, dass wir das Problem so nicht lösen können. Vielleicht finden wir ja nochmal eine Werkstatt unterwegs, die uns kurzfristig helfen kann.

Reparatur-Einsatz auf unserem 
Stellplatz in Bremerhaven

 Als nächsten Zwischenhalt hatten wir uns Friedrichskoog ausgeguckt. Kilometermäßig nicht besonders weit (ca. 130 km) zu fahren, allerdings liegt die Elbe zwischen uns und unserem Ziel. Also entweder einen Umweg von ca. 100 km über Hamburg in Kauf nehmen oder die Elbfähre bei Glückstadt.

 

Am Anleger der Elb-Fähre

Nun, wir wählten die Fähre. Wir erreichten recht zügig den Ort Wischhafen, wo sich direkt der Anleger der 4 Elbfähren befindet. Wir reihten uns ein in eine - wie wir dachten - sehr lange Schlange wartender LKW, PKW und Wohnmobile und mussten zwei Fähren Geduld aufbringen, bevor wir bei dem dritten Durchgang dann dabei waren. Die Überfahrt an sich dauerte nur 25 Minuten, aber das ganze Drumherum kostet uns mehr als 1,5 Stunden bis wir unsere Fahrt fortsetzen konnten. Runter von der Fähre fuhren wir in der Gegenrichtung dann an einer wirklich sehr, sehr langen Warteschlange vorbei; wir schätzten, dass die letzten Wartenden sicher mehrere Stunden brauchten, bis sie endlich auf die Fähre konnten. So waren wir also noch recht gut bedient!

Unser Wohnmobil auf dem Weg ans andere Elb-Ufer

 

Dann ging es problemlos weiter durchs platte Land und am späten Nachmittag kamen wir dann auf unserem privaten Stellplatz Camping am Nordseedeich an. Hier gibt es Strom und ein kleines Sanitärgebäude und 10 Stellplätze auf einer Wiese. Da wir nicht sicher waren, wie gut hier die allgemeine Versorgungslage ist, hatten wir zuvor noch einige Lebensmittel eingekauft und versorgten uns so im WoMo selbst.

Unser Stellplatz am Nordseedeich

 

Der Grund warum wir ausgerechnet in Friedrichskoog Halt machten, ist die hiesige Seehundstation. Hier werden verletzte, verwaiste oder sehr geschwächte Jungtiere aufgepäppelt und später wieder ausgewildert, sofern möglich. Diese nennt man Heuler, weil sie ständig und meist erfolglos nach ihrer Mutter rufen. Gründe dafür kann sein, dass ein Sturm die Tiere getrennt hat, daß die Mutter verletzt oder getötet wurde oder auch durch die Gegenwart von Menschen vertrieben wurde.

Becken in der Seehund-Station Friedrichskoog

 

Aktuell werden hier 4, im Winter geborene, junge Kegelrobben auf ihre Entlassung in die Freiheit vorbereitet. Im Sommer herrscht oft mehr Betrieb, an manchen Tagen werden bis zu 15 Heuler eingeliefert.

Robbe "Nemi" auf ihrem Lieblingsplatz

 

Außerdem leben noch 6 erwachsene Seehunde und Kegelrobben ständig in der großzügigen Anlage. Sie werden von ihren Pflegern trainiert, beschäftig und täglich bei der Fütterung auch medizinisch untersucht. Sie konnten nach einer Verletzung oder der Aufzucht nicht mehr ausgesetzt werden, da ihre Überlebenschancen zu gering gewesen wären.

Kegelrobbe

 

Die Fütterung konnten wir heute live miterleben und es war lustig anzuschauen, was die Tiere alles so gelernt hatten. Die erwachsenen Tiere haben stets direkt Kontakt mit ihren Pflegern, wohingegen die Jungtiere mittlerweile nur noch aus der Ferne mit Futter versorgt werden, um sie möglichst auf Distanz zum Menschen zu halten, damit sie lernen selbständig zu fressen und später problemlos in die Nordsee entlassen werden zu können. Man sagt, dass Tiere, die länger als ein Jahr mit Menschen zusammengelebt haben, nicht mehr ausgewildert werden können.

Robben-Fütterung

 

Die Seehund-Station bietet auch interessante Ausstellungsräume, in denen man viel über Robben und die Funktion der Seehund-Station lernen kann. Es gibt 34 Robben-Arten, die sich in Hundsrobben und Ohrenrobben unterteilen, plus das Walross. Im Gegensatz zu den Ohrenrobben haben Hundsrobben keine Ohrmuscheln, sondern durch Muskeln verschließbare Ohren, sowie verkleinerte Schwanzflossen, mit denen sie unter Wasser zwar steuern, sich an Land aber nicht fortbewegen können; dazu ist dann reine Muskelkraft erforderlich. Die in der Nord- und Ostsee lebenden Seehunde und Kegelrobben gehören zu der Gattung der Hundsrobben. 

Robbe auf Landgang

 

Trotz eiskaltem Wind spazierten wir abends nochmal ins nahe gelegene Friedrichskoog-Spitze und aßen im Restaurant „Zur Spitze“ hervorragend zu abend: Alex bekam eine leckere Ofenkartoffel mit Nordsee-Krabben und Sauerrahm, ich einen „Trischendamm-Teller“ mit Rotbarsch-Filet, Nordsee-Krabben und Bratkartoffeln, dazu dunkles Dithmarscher Dunkelbier.

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