16.4.2026 – 20.04.2026
Von Alex
Am heutigen Freitag frühstückten wir königlich in der Hafenkneipe Dattein, das übersetzt 13 bedeutet, und die Hausnummer des Hauses ist, in dem sich das Lokal befindet. Ab 10 Uhr kann man dort z.B. Friesenschmaus (Rührei mit Krabben) oder Hafenmelodie (Schinken, Lachs, Brötchen und Marmelade) als Einstieg für den Tag genießen. Dazu gab es einen großen und sehr leckeren Pott Kaffee und Orangensaft.
Das Lokal ist u.a. sehr schön mit alten Bildern von Neuharlingersiel dekoriert, was mich an die Urlaube in meiner Kindheit (also Mitte der 1960´er Jahre) erinnerte! Vieles hat sich seitdem verändert, aber einiges ist auch noch so wie ich es in Erinnerung habe. Am meisten aber fehlt mir der typische Nordseegeruch nach Schlick, Salz, Tang und Jod und die schreienden Möwen im Hafen. Wir vermuten, da sie nicht mehr gefüttert werden dürfen und es auch gar keine Fischer mehr gibt, die die Reste ihres Fangs ins Hafenbecken entlassen, dass sie sich einen anderen Standort gesucht haben-sehr schade. In meiner Kindheit konnte man auch noch am Vormittag mit einer Tüte ausgestattet, zu den einlaufenden Fischern gehen, die ihren Fang auf große Anhänger kippten, um für ganz kleines Geld direkt ein paar Kilo Nordseekrabben zu erhalten. Heute kosten 100g um die 9€!!!
Nach diesem gelungenen Start in den Tag radelten wir am Deich entlang nach Harlesiel und Carolinensiel, wo wir hofften, den alten Mann in seinem noch älteren Gemischtwarenladen anzutreffen. Und siehe da, er hält dort immer noch die Stellung und verkauft immer noch seine selbst zusammengestellte Friesenteemischung, die nicht bitter wird. Er sieht noch genauso aus wie vor 20 Jahren und auch das Sortiment hat sich nicht verändert. Manches ändert sich eben nicht so schnell.
Nur die berühmten Echten Leidenschaften, ein typisch friesisches Gebäck zum Tee, gibt es leider nicht mehr, da die Bäckerei, die sie herstellten, aus Altersgründen verkauft wurde und der neue Eigentümer keinen Bäcker findet, der dieses Gebäck herstellen kann.
Dann ging es wieder zurück nach Neuharlingersiel bei immer noch recht schönem, windstillem Wetter und sehr angenehmen Temperaturen. Im Sielhof reservierten wir für den Abend einen Tisch, um uns ein leckeres Fischgericht zu gönnen.
Am Deich zwischen Neuharlingersiel und Bensersiel
Da uns das Wetter an diesem Samstag Morgen nach draußen lockte beschlossen wir einen Spaziergang auf dem Deich Richtung Bensersiel zu machen. Das Wasser der Nordsee kam langsam zurück und wir marschierten im “Schrägstand“ am Deich entlang und beobachteten durch das Fernglas zahlreiche Wasservögel bei der Nahrungssuche wie etwa die Austernfischer mit ihrem typischen roten Schnabel, roten Augen und roten Beinen, die Schwarzkopfmöwen und die größeren Heringsmöwen sowie den großen Brachvogel.
Vogelkolonien im Wattenmeer der Nordsee
Das Laufen gefiel uns so gut, dass wir die 8,3 km nach Bensersiel bis zum Mittag geschafft hatten. Dort ließen wir uns in einem Strandkorb auf dem Dorfplatz nieder und genossen Fischbrötchen und Alsterwasser, um uns für den Rückweg zu stärken. Auf dem Rückweg staunten wir, wie hoch doch die Nordsee mittlerweile an den Deich schwappte, um sich wenig später wieder zurückzuziehen.
Am Strand direkt vor unserem Stellplatz zogen zwei Kitesurfer ihre Runden in der Nordsee, die nun immer flacher wurde bis schließlich nur noch Schlick zu sehen war.
Campingplatz in Neuharlingersiel
Am Abend schauten wir bei einer steifen Brise noch den wenig spektakulären Sonnenuntergang an und beendeten den Tag mit einem kleinen Imbiss in unserem WoMo.
Sunset an der Nordsee, spektakulär fotografiert !
Von Axel
Am Sonntag war es stark bewölkt und es blies ein eiskalter Wind. Nach einem kurzen Spaziergang zum Hafen trieb es uns schnell in unser Wohnmobil zurück und nachmittags dann in die Sauna des BadeWerks Neuharlingersiel. Zum Tag des Knoblauchs gab es zuerst einen passenden Aufguss in der Strandbad-Sauna – glücklicherweise nicht direkt mit Knoblauch, sondern mit Gewürzdüften passend zu Knoblauch wie Thymian und Rosmarin. Weitere Aufgüsse folgten in der Koggen-Sauna, die wie das Innere eines historischen Segelschiffes gestaltet ist.
Am Abend suchten wir dann wieder das Dattein auf, das mittlerweile zu unserer Lieblingskneipe hier geworden ist und wo es lecker Fischsuppe und Matjes in Sherry-Marinade gab, dazu das dunkle Deichinger-Bier und ein Dattein „Gold“, einen milden Aquavit mit leichtem Kümmel-Geschmack.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen