Montag, 8. Juni 2026

Storebælt-Brücke

 

03.06.2026 – 06.06.2026

Von Axel

Unsere nächste Station war die Storebælt-Brücke, die wir alsbald überqueren würden, um von Sjælland auf die Insel Fyn und danach wieder auf dänisches Festland zu gelangen. Bevor es so weit war stoppten wir am Campingplatz „Storebælt Camping“, auf dem wir einen Platz in erster Reihe mit direktem Blick auf die Brücke und den Grossen Belt belegten.

 

Unser Stellplatz an der Storebælt-Brücke

 Die Brücke ist insgesamt 13 km lang und besteht aus einem West- und einem Ostteil, verbunden durch die kleine Insel Sprogø. Parallel zur Straßenbrücke verläuft eine Bahnlinie, die im Ostteil als Tunnel angelegt ist und im Westen parallel zur Strasse auf einer eigenen Brücke verläuft. Zum Ostteil gehört eine Hängebrücke, die mit einer Hauptspannweite von 1624 Metern zu den längsten Hängebrücken der Welt gehört. Diese Hängebrücke ist das Nadelöhr, durch das alle Schiffe fahren, die den Grossen Belt durchqueren. Durch den Großen Belt führen die Fährlinien zwischen Kiel und Oslo bzw. Göteborg. Insgesamt benutzt etwa die Hälfte des Schiffsverkehrs zwischen Kattegat und Ostsee diese Meeresstraße. [1]

Dickes Containerschiff unter der Storebælt-Brücke

 

Die Kosten für das Bauwerk betrugen 21,4 Milliarden DKK (3,8 Mrd. EUR). Die Baukosten sollen – nach Schätzungen des Betreibers im Jahr 1998 – innerhalb von 35 Jahren mit Hilfe von Mautgebühren refinanziert werden. [2]

Wir verbrachten einen Tag damit einfach im Wohnmobil zu sitzen ( das Wetter war eher kühl, windig und bewölkt ) und den Schiffen zuzusehen, die unter der Brücke hindurch fuhren. Mittels der Web-Seite https://schiffsradar.org/ konnten wir Details über diese Schiffe aufrufen und herausfinden, woher sie kamen und wohin sie fuhren. 

Fährschiff der Color Line

 

Zweimal sahen wir eines der gigantischen Fährschiffe der Color Line wie z.B. die Color Fantasy mit einer Länge von 255 m auf dem Weg von Kiel nach Norwegen, oder eines der gewaltigen Container-Schiffe wie der MAERSK VIRGINIA mit einer Länge von 291 m ( auf dem Weg von Polen nach Bremerhaven ).

Am Fusse der Brücke auf der Ostseite liegt ein kleines Eisboot-Museum, das wir am Donnerstag besuchten. Die Exponate berichten von der Bedeutung der Eisboot-Transporte für die Gemeinschaft und über das Eisbrechen im Großen Belt zwischen 1795 und 1996, einem besonderen Stück Transportgeschichte Dänemarks. Vor der Zeit der Eisbrecher und bis ins Jahr 1937 wurden die Personen- und Warentransporte über den Großen Belt im Winter per Eisboot von der Landzunge Halsskov Odde nach Nyborg unte

Im Eisboot Museum

rnommen. Im Laufe der Zeit hat man es mit vielen alternativen und abenteuerlichen Transportmethoden über das Eis versucht, oft unter Lebensgefahr. Es gab halsbrecherische Wanderungen zu Fuß, Transporte mit Pferdeschlitten, Kutschen, Fahrrädern, Eisbooten und in neuerer Zeit sogar Autos. So manch einer wurde im Laufe der Zeit auf einer Eisscholle weit hinaus getrieben und erst spät - oder zu spät - an Land gezogen.

Am Hafen von Korsør

 

Am Abend speisten wir im Restaurant Laguna vor dem Campingplatz. Es gab Buffet – absolut nicht empfehlenswert. Alex bestellte Muscheln mit Fritten ( anders kriegt man die hier nicht ) und zum Nachtisch eine Belgische Waffel.

Langdolmen im Wald bei Korsør
 

Am Freitag unternahmen wir eine Radtour in das nahe gelegene Städtchen Korsør und in den dahinter liegenden Wald, durch den einige 4-6 km lange Wanderwege führen bis zur Küste durch herrlichen Eichenwald oder Feuchtgebiete, und in dem sich mehrere Dolmen verbergen, u.a. ein 40 m langer und 7 m breiter „Langdolmen“. Letzteren konnten wir auf Anhieb nicht finden, die Dänen sind auch wirklich nicht gut darin Karten zu gestalten oder Wegweiser aufzustellen. Erst per Fahrrad fanden wir diese Sehenswürdigkeit, die man sonst eher in der Bretagne oder England vermuten würde. Alex mußte viel Geduld mit mir aufbringen, denn ich gab partout nicht auf mit der Suche und wir kamen dann auch prompt noch in einen Regenschutt. Glück im Unglück: dieser ereilte uns, als wir noch im Wald waren und unter dem dichten Blätterdach der Eichenbäume halbwegs trocken blieben.

Zurück in Korsør durchstreiften wir noch das Städtchen, in dem nicht viel los war; heute war auch „Verfassungstag“, ein besonderer dänischer Feiertag am 5. Juni. Am Hafenbecken fanden wir dann aber die „Carl Peter Brasserie“, die uns auch um 15:30 Uhr noch einen Lunch servierte – es gab Rigatoni mit Hühnchen- und Rindfleisch, dazu ein frisches Bier.



[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Belt

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Storeb%C3%A6ltsbroen

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