Mittwoch, 16. November 2022

Europapark und Strassburg

 von Alex

Am 9.11.2022 ging es mit dem wieder aufgerüsteten Wohnmobil nach Rust in den Europapark.

Axel hatte im dortigen Camp-Park einen Stellplatz für 3 Nächte gebucht und gleichzeitig die Eintrittskarten für den Park für 2 Tage – da gab es eine kleine Ermäßigung.

Auf dem WoMo Stellplatz am Europapark
 Die Fahrt verlief problemlos und am Nachmittag konnten wir bereits den Stellplatz unter einer jungen Eiche in Beschlag nehmen.

Der Camp-Park ist im Stil einer kleinen Westernstadt liebevoll gestaltet. So gab es einen Salon und einen Westernstore, einen Silver Lake und zahlreiche Tipis und Planwagen zum Übernachten.

Selbst die sanitären Anlagen sind im Westernstil gestaltet und so kann man beim Duschen schon mal dem Soundtrack von Spiel mir das Lied vom Tod lauschen.

Sanitärgebäude auf dem WoMo Stellplatz
 Nachdem wir noch einen kurzen Spaziergang zum Parkeingang und nach Rust gemacht hatten, das Wetter war noch ziemlich regnerisch, ließen wir uns direkt im Salon nieder, um zu Abend zu essen.

Von der Speisekarte mit Burgern, Steaks, Spare Ribs und Kürbissuppe wählten wir ganz traditionell Burger und Steak, dazu Pale Ale und zum Abschluss einen zünftigen Whiskey.

Wenn ich eingangs den Stellplatz mit der Eiche besonders erwähnte, dann deshalb, weil wir die ganze Nacht von herabfallenden Eicheln „geplagt“ wurden, die auf unser WoMo Dach klackerten!

Europapark zur Holloween-Zeit
 Den folgenden Tag mit Sonnenschein verbrachten wir von ca. 11-19 Uhr im Park, der von den Besucherzahlen her nicht besonders frequentiert war-zu unserer großen Freude. So gab es bei den Fahrgeschäften kaum Wartezeiten und auch in den Lokalen fand man problemlos einen Platz zum Ausruhen und Speisen.

Einige Bereiche waren wegen Umbauarbeiten für die Wintersaison geschlossen und auch in den restlichen Bereichen waren die Mitarbeiter fleißig damit beschäftigt, die Herbstdeko gegen die Weihnachtsdeko auszutauschen. Insbesondere am Abend erstrahlten schon zahlreiche Teile des Parks im weihnachtlichen Lichterglanz.

Ed Euromaus und viele Kürbisse
 Am Freitag, 11.11.2022, waren wir erneut im Park und mit uns auch Tausende von Franzosen und Schweizern. Was wir nicht wussten: der 11. November ist ein Feiertag in Frankreich und sehr viele unserer Nachbarn hatten das wohl zum Anlass für einen Ausflug in den Europapark genommen.

Es war also ziemlich voll und so suchten wir uns eher die ruhigen Ecken zum Verweilen und waren froh, dass wir am Vortag bereits die meisten Attraktion „abgearbeitet“ hatten.

Josefinas kaiserliche Zauberreise im Europapark

 Am Samstag brachen wir dann nach Strasbourg auf, wo wir auch drei Nächten bleiben wollten, um uns in Ruhe die Stadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Danach sollte der Kurztrip über den Elsaß zurück nach Hause gehen.

Allerdings plagten Axel schon seit Tagen heftige Zahnschmerzen, die er mit Schmerztabletten aus der Apotheke in Rust versuchte in den Griff zu bekommen.

Auf dem Stellplatz an der Peripherie von Strasbourg angekommen nutzten wir den restlichen Tag also erstmal zum Ausruhen.

Fachwerkhäuser an der Pont Saint-Martin

 Am Sonntag marschierten wir dann erwartungsvoll in die Innenstadt von Strasbourg, vorbei am Museum für moderne Kunst u.a. mit Werken von Monet, Gaugin, Kandinsky und Picasso, das wir uns eigentlich für den Montag vorgenommen hatten. Leider hat das Museum montags geschlossen.

Strassburger Münster

Wir überquerten dann eine der Gedeckten Brücken und gelangten so in das Stadtviertel La Petite France. Die Brücken haben ihren Namen behalten, obwohl sie nur bis ins 18. Jh. mit Dächern versehen waren.

Das ehemalige Viertel der Gerber, Müller und Fischer ist eine Art Insel im Herzen der Stadt, umspült von den fünf Armen der Ill. Die Gassen dort bestehen hauptsächlich aus Fachwerkhäusern des 16. und 17. Jahrhunderts mit geräumigen Innenhöfen und großen steilen Dächern mit Dachböden, die zum Trocknen der Felle genutzt wurden.

Schließlich erreichten wir das imposante Liebfrauenmünster. Es stammt aus dem Mittelalter und war mit seinem 142 Meter hohen Glockenturm bis in 19. Jh. das höchste im Abendland. Es beherbergt u.a. auch eine berühmte astronomische Uhr, ein Meisterwerk aus der Renaissance, die besonders durch ihr Figurenspiel fasziniert. Leider verpassten wir die Vorführung am Mittag und so nahmen wir uns die Besichtigung für Montag vor.

Astronomische Uhr
im Strassburger Münster

Wir schlenderten weiter durch die Altstadt, machten im Cafe Broglie eine kleine Mittagspause mit Ceviche vom Wolfsbarsch - Ceviche besteht in seiner ursprünglichen Form aus kleingeschnittenem, rohem Fisch der in einem Sud mariniert wird; der Sud besteht meistens aus Limettensaft, Salz und Chilis; weitere Gewürze und Kräuter werden nach Geschmack hinzugegeben; das Gericht stammt ursprünglich aus Südamerika - Pinot Gris und einer Creme Brulee und besorgten uns dann noch Trüffel-Käse, Salami und Rotwein für unser Abendessen im WoMo, das wir uns dann auch im gemütlich warmen Wohnmobil am Abend schmecken ließen.

Leider ließen die Zahnschmerzen Axel keine Ruhe, so dass wir beschlossen, bereits am Montag abzureisen, damit er einen baldigen Termin beim Zahnarzt machen konnte.

So verschoben wir die geplanten Besichtigungen auf ein andermal.

Sonntag, 30. Oktober 2022

Oberammergau

Von Axel

Vom 28. September bis 1. Oktober 2022 waren meine Frau und ich in Oberammergau, denn wir hatten noch kurzfristig Karten für die Oberammergauer Passionsspiele 2022 ergattert, die eigentlich die Passionsspiele 2020 waren, verschoben allerdings um zwei Jahre wegen Corona. Wie wir später erfuhren war vor genau 100 Jahren, im Jahr 1920, genau dasselbe passiert, zu dieser Zeit wegen der Spanischen Grippe nach dem Ersten Weltkrieg.   

Oberammergau

Wir campierten auf einem komfortablen 4-Sterne-Campingplatz, dem Campingpark Oberammergau, 20 Minuten zu Fuß vom Ortskern und dem Passionstheater entfernt, also für uns sehr günstig gelegen, allerdings nicht ganz billig: € 50 pro Tag muß man schon hinlegen für einen Stellplatz mit zwei Erwachsenen, ohne Strom. Dafür war das Personal sehr freundlich und die Sanitäranlagen sehr sauber.

Passionstheater

 An diesem Mittwoch war spielfrei, so daß wir abends im Gasthaus zum Stern noch einen Tisch bekamen und uns Hirschgeschnetzeltes und ein Allgäuer Bier schmecken ließen. An Spieltagen wird die kleine Gemeinde von 6000 Besuchern überrannt und ganze Restaurants sind komplett ausgebucht oder wegen "geschlossener Gesellschaft" geschlossen. 

Das Gelübde
von 1633

Am Donnerstag morgens besuchten wir das Passionstheater und eine Ausstellung über die Geschichte der Passionsspiele im Foyer. 1633 begann alles, als die Pest in Oberammergau wütete und die Oberammergauer ein Gelübdge ablegten, alle zehn Jahre die Passionsspiele aufzuführen, was tatsächlich dazu führte, daß niemand mehr an der Pest starb. Die ersten Spiele fanden 1634 auf dem Friedhof statt und von da an gewann das Ganze Jahrzehnt für Jahrzehnt an Bedeutung. Die Besucherzahlen stiegen, Reiseveranstalter entdeckten das Event für sich und es kamen auch immer mehr Besucher aus dem Ausland, sogar aus den USA, so daß 1930 schließlich das Passionstheater erbaut wurde, in dem 6000 Besucher Tag für Tag mit einem Dach über dem Kopf die Passionsspiele erleben können.


Um 10:00 Uhr gab es eine 45minütige Einführung in die Passionsspiele von Frederik Mayet, einem der beiden Jesus-Darsteller, der seinerseits viel über die Geschichte der Passionsspiele erzählte, aber auch viel über eigene Erlebnisse und Erfahrungen oder die Bedeutung der Spiele für die Gemeinde, die ja mit über eintausend Laien-Darstellern diese Spiele sehr professionell aufführt. Wie ist es, zwanzig Minuten am Kreuz zu hängen, davon zehn Minuten lang "tot" ? Gar nicht so einfach, insbesondere wenn so wie jetzt die Temperaturen draussen einstellig werden.

Abends im Passionstheater


 Am nächsten Tag begannen die Spiele dann um 13:30 Uhr und wir bekamen Rochus Rückel als Jesus zu sehen, begleitet von hunderten von Darstellern, darunter auch Kinder, einem großen Chor, einem Orchester und einigen Tieren, sowie vielen "lebenden Bildern", die immer dann gezeigt wurden, wenn der Chor seinen Auftritt hatte. Um 16:00 Uhr war Pause bis 19:00 Uhr, die wir in unserem Wohnmobil verbrachten, dann folgte die zweite Hälfte bis 22:45 Uhr.

Die Aufführung zeigt die letzten Tage im Leben Jesu und ist dabei in zwölf Szenen unterteilt. Das Passionsspiel beginnt mit dem Einzug in Jerusalem und erzählt die Passionsgeschichte über die Tempelreinigung und das Abendmahl bis hin zur Kreuzigung und endet mit der Auferstehung. Jeder Szene ist ein Auftritt des Chores mit einem Lebenden Bild (Tableau vivant – Darstellung von Gemälden durch lebende Personen) voran gestellt. Die Lebenden Bilder sind betrachtend-deutende, von Orchester und Chor begleitete, typologische Bezüge zum Alten Testament. Als Andachtsbilder bieten sie Raum zum Innehalten und zur Reflexion so z.B. die Vertreibung aus dem Paradies, Das goldene Kalb, Israels Durchzug durch das Rote Meer (https://www.passionsspiele-oberammergau.de/de/spiel/spiel)

Passionsspiele Oberammergau: Gott ist nicht tot | ZEIT ONLINE Tempelreinigung

 

Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus –  Passionstheater Oberammergau – Christian Stückl inszeniert die  Leidensgeschichte Jesu als packenden Politthriller   Vertreibung aus dem Paradies

Am Samstag, den 1. Oktober 2022, traten wir gleich wieder die Heimreise an, denn das Wetter war die ganze Zeit kühl und regnerisch gewesen, besonders hier im Allgäu, und eine Besserung war nicht in Sicht.

Dienstag, 12. Juli 2022

Saarburg

 von Alex

Auf unserem Weg zurück nach Hause machten wir noch mal für zwei Nächte Station in Saarburg.

Blick auf die Saarburg

Hier fanden wir einen Wohnmobilpark direkt an der Saar; sehr schön gelegen, aber ziemlich kleine Stellplätze. Das WoMo und die ausgefahrene Markise passten gerade so auf den Platz. Außerdem gab es für die große Anzahl von Stellplätzen eindeutig zu wenig Sanitäreinrichtungen. Dafür gab es am Nachmittag auf der Terrasse leckeren selbst gebackenen Kuchen und Wein von dem Winzer, der den Platz betreibt. Außerdem kann man von dem Platz in 20 Minuten in das hübsche Städtchen Saarburg laufen, was wir am Anreisetag am Nachmittag auch sogleich taten. Es gibt direkt im Ort einen kleinen Wasserfall zu bestaunen und ein kleines Stadtviertel das den Namen Klein Venedig trägt.

Wasserfall in Saarburg

Der Wasserfall stürzt zwischen Ober- und Unterstadt fast 20 Meter in die Tiefe. Er entstand, als im Mittelalter das Wasser des Leukbachs durch die Stadt umgeleitet wurde, um sich die Wasserkraft zunutze zu machen. Am Fuße des Wasserfalls liegen zwei Mühlen.Außerdem gibt es eine gut erhaltene Burg zu besichtigen-die Saarburg.

Sie wurde erstmals 964 n. Christus urkundlich erwähnt und thront heute über der Saar und der Stadt Saarburg. Sie gilt als eine der ältesten Höhenburgen im Südwesten Deutschlands. Von der Burg sind noch heute große Teile der Umfassungsmauern sowie ein Wohnturm erhalten. Von mehreren Aussichtsplateaus und vom Turm aus kann man den schönen Panoramablick ins Saartal genießen.

Den Abend verbrachten wir dann auf dem schönen Stellplatz mit lecker selbstgekochtem Huhn in Curry-Senf-Soße.

Am folgenden Tag radelten wir nach Konz und bis zur Saar-Mosel-Mündung.

Da sich eine im Saarland lebende Bekannte von uns entschlossen hatte uns am frühen Abend in Saarburg zu treffen, dehnten wir den Ausflug nicht allzu lange aus, zumal Konz an sich nichts zu bieten hat.

Blick von der Saarburg auf Stadt und Fluß

Um 19 Uhr trafen wir uns am Wasserfall in einem netten Restaurant und tauschten bei einem leckeren Essen und Aperol Wandererinnerungen aus. Dabei erfuhren wir, dass wir uns auch in diesem Jahr wieder zu einer Herbst-Wanderwoche mit Hans Kammerlander in Südtirol treffen werden. So verabschiedeten wir uns also nur bis zum September voneinander.

Am nächsten Tag ging es dann tatsächlich nach Hause. Die Fahrt verlief gut und war nun auch nicht mehr lang.

Am Nachmittag räumten wir das WoMo noch weitestgehend aus, das es am Montag in die Werkstatt muss, um einige Kleinigkeiten reparieren zu lassen, die bei den Ausfahrten aufgetreten waren und noch unter die Garantie fallen.

Also dann bis zur nächsten Tour!

Epernay in der Champagne

 von Axel

Dom Perignon in Epernay
Von Amiens ging es weiter in die Champagne und in die „Hauptstadt“ derselben, nach Epernay. Dort fanden wir einen Stellplatz direkt an der Marne. Mit dem Fahrrad war es nicht weit bis in die Innenstadt und die Avenue De Champagne, wo sich viele Prachtbauten von Champagner-Produzent aneinander reihen. Wir landeten sogleich bei Moet & Chandon, wo die Angestellten in schwarzen Jackets herumliefen. Eine Kellertour mit Probe war dort nicht mehr zu bekommen für den heutigen Tag, weswegen wir uns erstmal zum Tourismusbüro begaben, wo wir nicht nur eine Karte und Liste aller Champagnerhäuser bekamen, die Besichtigungen und Proben anbieten, sondern gleich auch die kostenlose Probe eines Champagners von JM. Gobillard & Fils, einen Brut Grande Réserve, recht fruchtig und nicht zu trocken, für € 21,80 die Flasche, und damit im Vergleich zu Moet beispielsweise gar nicht mal so teuer.

Wir parkten unsere Fahrräder am Hotel De Ville gleich neben dem Tourismusbüro und schlenderten nun die Avenue de Champagne herauf. Bei Boizel buchten wir die letzten beiden Plätze für eine Kellerei-Besichtigungstour in Englisch um 16:00 Uhr mit Probe zweier Champagner; es gibt hier üblicherweise immer mehrere unterschiedlich teure Variationen dieser Touren je nach Qualität des Champagners, den man probieren kann. Wir wählten die mittlere Variante.

Champagner-Keller von Boizel in Epernay
Weiter ging es zu dem etwas kleineren Champagner-Haus Paul-Etienne Saint Germain, wo wir für 14 € zwei Champagner probierten, einen aus einer Mischung Pinot Noir & Chardonnay, einen weiteren nur aus Pinot Noir bestehend. Wir spazierten an weiteren eindrucksvollen Anwesen von Champagner-Produzenten vorbei und landeten dann zu einer Rosé-Champagner-Probe bei Leclerc Briant, unter anderem auch deshalb, weil dort ein Food-Truck stand und es was zum Beißen gab, wenngleich auch nur Cheesburger. Die beiden Rosés unterschieden sich deutlich in der Farbe: der eine zartrosa aus einer Pressung mit Pinot Noir, der andere recht kräftig rot aus einer Maischegärung mit Pinot Noir; beide auf ihre Art sehr lecker.

Champagnerprobe bei Boizel

Wir absolvierten noch einen Rundgang an den sehenswerten Gebäuden von Epernay vorbei, wobei wirklich sehens- bzw. erlebenswert tatsächlich eher die Kellereien sind. Um 16:00 Uhr begann die Tour bei Boizel: es ging ins Experimentierlabor für neue Sorten, durch das Tanklager hinunter in den Keller, wo spezielle Editionen von Champagner-Flaschen lagerten und sich auch der „Tresor“ der Familie befand mit Schätzen aus besonderen Jahrgängen bis zurück zum Jahr 1834, als Boizel gegründet wurde. Die meisten der jährlich hergestellten 300.000 bis 500.000 Flaschen werden allerdings woanders in gekühlten Lägern aufbewahrt. Dennoch lagern in den 110 km langen Kellergängen unterhalb von Epernay 200 Millionen Sektflaschen !

Wir lernten mal wieder wie aufwendig die Herstellung von Champagner ist. Es fängt damit an dass die Trauben manuell geerntet werden müssen, damit die Haut der Pinot Noir Trauben nicht beschädigt werden und der Champagner somit eine ungewollte Farbe und Qualität annehmen würde, bis hin zur Lagerung und dann schrittweiße Drehung der Flaschen, in der das Getränk weiter gärt, damit sich die Hefe kontrolliert ablagert, die dann durch ein Tieffrieren des Flaschenhalses und nach Öffnen der Flasche entfernt wird. Es gibt Non-Vintage Champagner von gleichbleibender Qualität Jahr für Jahr, aber auch Vintage Champagner, die aus dem Wein eines Jahrsgangs hergestellt werden und dadurch eine für dieses Jahr spezielle und einzigartige Qualität haben.

Bei der anschließenden Verkostung probierten wird von jeder Art ein Gläschen und genossen abermals das prickelnde Geschmackserlebnis.

Nach diesen eindrucksvollen Lektionen radelten wir wieder zurück zu unserem Campingplatz, nicht ohne uns ein paar halbe oder ganze Fläschchen als Mitbringsel gekauft zu haben.

Champagnermuseum auf der Avenue de Champagne

 

Amiens

 von Alex

Auf dem Weg zurück in die Heimat suchten wir nach einem geeigneten Zwischenstopp und fanden diesen in Amiens.

Kathedrale von Amiens
Ohne Reservierung fuhren wir am Nachmittag den etwas außerhalb gelegenen Campingplatz Des Cygnes an und buchten uns für 2 Nächte ein, da mittlerweile klar war, dass wir uns den Ort in Ruhe anschauen wollten. Der Platz ist einfach und die Stellplätze recht sinnvoll in Stellbuchten angeordnet, sodass man den Verkehr auf den Hauptwegen gar nicht mitbekommt. Die Sanitäreinrichtungen sind einfach und verfügen eindeutig über zu wenige Toiletten die zudem noch teilweise wegen Verstopfung außer Funktion waren.

Am folgenden Tag marschierten wir etwa 4,5 km an einem Kanal entlang bis in die Innenstadt von Amiens. Da uns unsere Stellplatznachbarn berichtet hatten, man hätte in Amiens am Touristencenter versucht ihre Fahrräder zu stehlen, verzichteten wir vorsichtshalber auf die Mitnahmen.

Bei schönem und nicht zu heißem Sommerwetter bestaunten wir zunächst die mit 145m Länge größte gotische Kathedrale Frankreichs-was das Volumen betrifft sogar die weltgrößte! Sie wurde als Aufbewahrungsort des Schädel von Johannes des Täufers erbaut und zählt zum UNESCO Weltkulturerbe.

Fenster in der Katherale von Amiens

 

Danach schlenderten wir durch die Altstadt und zu den Hortillonnages. Dabei handelt es sich um Gärten, die in einem Labyrinth aus ca. 65 km langen Kanälen liegen und die früher dem Anbau und Versorgung Amiens mit Obst und Gemüse dienten, aktuell aber überwiegend nur noch Ziergärten sind. Leider waren die Bootstouren durch die Kanäle auf gondelartigen Flachbooten so ziemlich ausgebucht und die Wartezeiten erschien uns dafür zu lang.

Also erkundeten wir die Gegend soweit es ging zu Fuß, um uns dann gegen 16 Uhr vor der Kathedrale mit der Tochter unserer Freunde zu treffen, die z.Z. in Amiens studiert und gerade eine große Prüfung erfolgreich abgeschlossen hatte und nun in den Startlöchern stand, um die verdienten Semesterferien zu genießen. In einem Cafe stießen wir mit Aperol auf den Erfolg an, tauschten Neuigkeiten aus, um uns anschließend noch kurz die Einkaufsmeile und einen Teeladen zeigen zu lassen, in dem unsere Bekannte sehr wortgewandt Assam Tee für uns erstand. Dann verabschiedeten wir uns und Axel und ich gingen auf die Suche nach einem Restaurant, das lt. Reiseführer ein schönes Weinlokal sein sollte, mit typischem Speiseangebot. Allerdings existierte das Lokal leider nicht mehr und so genossen wir nach einigem Suchen in einer Bar eine kleine kalte Platte und Getränke bevor wir uns, nun schon reichlich fußlahm, wieder auf dem Weg zum WoMo machten. 

Hortillonages in Amiens

Für den weiteren Rückweg haben wir uns nun für einen kurzen Aufenthalt in der Champagne entschieden und werden daher morgen nach Epernay, etwas südlich von Reims, aufbrechen.