Montag, 25. Mai 2026

Øster Hurup

 

20.05.2026 – 22.05.2026

Von Axel

Auf den schönen sonnigen Dienstag folgte ein eher regnerischer Mittwoch, den wir damit anfingen morgens vor dem Frühstück nochmal ins Hallenbad unseres Campingplatzes zu gehen. Wir verließen Frederikshavn, machten nochmals Besorgungen im nahe gelegenen Supermarkt und fuhren dann weiter an der Ostküste Dänemarks entlang nach Süden.

 

Fähre bei Hals

Das Wetter wurde zusehends schlechter und es regnete, als wir Hals am Limmfjord erreichten, wo uns eine Fähre in drei Minuten zum Südufer übersetzen würde. Zuvor spazierten wir kurz durch den Ort, eine kalte Dusche trieb uns aber gleich zurück ins Wohnmobil und wir mußten nur wenige Minuten warten, bis wir auf die Fähre kamen. An einem Automaten vor einer Schranke zahlten wir 120 DKK für die Überfahrt und waren die ersten in der stets kurzen Warteschlange für die nächste Fähre. 

Unser Stellplatz auf dem
Kattegat Strand Campingplatz

 

Die Strecke zu unserem anvisierten ACSI-Campingplatz Kattegat Strand Camping bei Øster Hurup war nun nicht mehr weit und wir konnten uns von hunderten freien Plätzen einen aussuchen; wir wählten einen ganz weit hinten nahe bei den Dünen, hinter denen sich die Ostsee verbarg. Mit ACSI-Karte zahlten wir 27 Euro für diesen 5-Sterne-Campingplatz.

Das Wetter war immer garstiger geworden und so blieben wir überwiegend im WoMo und kochten uns abends Spanisch Fricco im Omnia.

Am nächsten Tag sah die Welt ganz anders aus, es war deutlich wärmer geworden und wie so oft kaum windig am Vormittag. Wir beschlossen einen Tag länger hier zu bleiben und am Strand entlang ins 2 km entfernte Øster Hurup zu spazieren. Bei der Rezeption klappte die Verlängerung zwar problemlos, das Bezahlen mußten wir allerdings verschieben, denn in ganz Dänemark war offensichtlich das Karten-Bezahlsystem ausgefallen.

Farbenspiel an der Ostsee-Küste

 

Die Stimmung, das Wetter, das Licht waren unbeschreiblich schön, als wir am späten Vormittag am Ostsee-Strand entlang nach Øster Hurup liefen. Der Sand fast weiß, gesäumt von rötlichem Seetang, dahinter die Ostsee, die im Lichtspiel zwischen den Wolken in allen möglichen Grün-, Braun- und Blautönen schimmerte bis hin zum karibischen Türkis.

Am Hafen von Øster Hurup

 

Im Ort durchstreiften wir zuerst den kleinen Hafen, in dem Segeljachten und Fischerboote lagen. Wir kamen auch an WoMo-Stellplätzen vorbei, wie man sie in Dänemark oft an Marinas findet, mit allem Komfort wie Strom und Toiletten; hier konnte man für 24 Euro direkt am Wasser stehen, was nur drei Wohnmobile zu dieser Zeit in Anspruch nahmen.

Wir spazierten weiter zur Hauptstrasse im Ort, wo wir einige Restaurants fanden, die alle geschlossen hatten, und kehrten wieder zurück zum Hafen, wo ein  Fischladen und -imbiss geöffnet hatten, der uns mit leckeren Fischtellern und Bier versorgte. Die mußten wir allerdings auch bar bezahlen, das Wechselgeld gab’s in Dänischen Kronen.

Zurück am Wohnmobil verbrachten wir den restlichen Tag gemütlich mit Kaffee trinken, Lesen, Schreiben, Ausruhen ( ja, tatsächlich ist das permanente unterwegs sein mit WoMo auch etwas anstrengend und man kann einen Ruhetag hin und wieder ganz gut gebrauchen !).

Aussicht über den Kattegat

 

Bevor es am nächsten Tag weiter ging machten wir noch eine kleine Wanderung über die Mulbjerge bei Dokkedal, die uns eine hübsche Aussicht über den Kattegat boten.

 

 

Mittwoch, 20. Mai 2026

Frederikshavn

 

17.05.2026 – 20.05.2026

Von Alex

Heute verließen wir den nördlichsten Punkt Dänemarks, um uns an der Ostseeseite, dem Kattegat, Richtung Kopenhagen zu hangeln. Hier im Kattegat, vor der Insel Anholt, ist Wal Timmy nun doch verendet, nachdem die aufwändige Rettungsaktion nichts gebracht hat. Laut neuesten Nachrichten wollen die Dänen den Kadaver zu wissenschaftlichen Zwecken nun doch untersuchen-so sei es!

Auf unserem Stellplatz auf dem Nordstrand
Campingplatz bei Frederikshaven

Das Wetter heute war sehr schön sonnig, nicht kalt und auch nicht windig. So machten wir auf der kurzen Fahrt nach Frederikshavn, wo wir uns einen ACSI 4 Sterne Campingplatz ausgesucht hatten, noch einen kleinen Zwischenstopp für eine Wanderung. Zwischen Skagen und Aalbæk gibt es ein ausgedehntes Dünengebiet mit zahlreichen alten Bunkern aus dem zweiten Weltkrieg und einigen Wanderwegen. Wir suchten uns eine ca. 8,5 km lange Tour aus und marschierten durch Wald und Dünen und genossen die Ruhe und das schöne Wetter. Die Bunkeranlagen waren alle verschlossen, so dass es in dieser Hinsicht nichts zu sehen gab. Zurück am WoMo vesperten wir ein Brotje und machten uns dann auf nach Frederikshavn, das wir nach einer halben Stunde erreicht hatten.

Festungsturm in Frederikshaven

 
Im Hafen von Frederikshaven

Der Platz war sehr schön und recht leer und von unserem Stellplatz waren es nur 3 Gehminuten bis zum Meer. Außerdem gab es ein Hallenbad, das ich am Nachmittag gleich mal ausprobierte, denn das Wetter hatte sich schon wieder eingetrübt. Der Pool war groß, warm und leer, sodass ich in Ruhe meine Bahnen ziehen konnte. Danach marschierten wir am späten Nachmittag und einer Tasse Kaffee nochmal los zur nahegelegen Marina mit einem Restaurant, das allerdings nur donnerstags bis sonntags und nur mittags geöffnet hat. Also hieß es für uns am Abend wieder im WoMo kochen. Es gab Kartoffel-Wurst-Auflauf aus dem Omnia, der, wie die meisten Omnia-Rezepte, prima schmeckte.

Bei Jerry's in Frederikshaven

 

Am nächsten Tag erkundeten wir mit dem Fahrrad den Ort mit seinem großen Fährhafen, in den man allerdings nicht hinein kann. Sehr lange Gangways führen zu den riesigen Schiffen und um als Passagier z.B. auf die Fähre nach Göteborg zu gelangen muss man mehr als 6 Minuten Gehzeit einplanen! Frederikshavn entstand aus dem Fischerort Fladstrand und der legendäre Seefahrer Peter Wessel Tordenskiold (1690-1720) nutzte Fladstrand im großen nordischen Krieg als Flottenstützpunkt und führte von hier aus seinen erfolgreichen Ausfall gegen die Schweden. Ihm ist ein Denkmal in der Fußgängerzone errichtet worden.

Ansonsten hat der Ort nicht viel zu bieten. Allerdings fanden wir einen prima sortierten Fahrradladen und dort konnte Axel eine komplette Hinterradbremse erwerben, die tags zuvor ihren Geist aufgegeben hatte und ich fand einen neuen Sattel, da ich die zahlreichen Risse in meinem alten Gelsattel mit Tape kaum noch bändigen konnte.

Danach ließen wir uns recht schnell in dem Restaurant und Bryghus „Jerry´s“ nieder, das einem Amerikaner gehört und innen auch sehr an einen amerikanischen Diner erinnerte. Hier gab es leckere Burger und ein Bierchen für uns – leider waren die hauseigenen Biere fast alle alle. Da es mehr nicht zu tun gab, ging es zurück auf den Campingplatz und Axel reparierte gekonnt sein Rad.

Blick zur Insel Hirtsholm

 
Löffelreiher am Ostsee-Strand

Heute - am Dienstag - wollten wir eigentlich weiter an der Küste südwärts fahren, aber da der Platz toll, vor allem der Pool(!) und das Wetter geradezu herrlich war, verlängerten wir um einen Tag und nutzen die Zeit, um mal das WoMo (innen) und die Fahrräder zu putzen, Wäsche zu waschen und einfach in der Sonne zu sitzen. Beim Fahrradputz stellte Axel fest, dass zwei seiner Hinterradspeichen gebrochen waren. Also fuhr er flugs nach Frederikshavn in den Fahrradladen unseres Vertrauens und besorgte die nötigen Ersatzteile. Allerdings musste er dann erkennen, daß man die Hinterradspeichen nur dann austauschen kann, wenn man das Rad und die Kettenschaltung ausbaut. Eine Speiche konnten wir mit viel Gemurkse auch ohne Ausbau ersetzen, die zweite allerdings nicht. Das muss warten, bis wir wieder zu Hause sind. Am Nachmittag besorgten wir uns im nahe gelegenen Supermarkt alle Zutaten, inklusive Rotwein, für ein Spaghetti Essen und genossen das Abendessen zum ersten Mal auf dieser Reise im Freien sitzend!